Das nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit Athene hat die fünf Finalisten des diesjährigen Startup Awards „UP26@it-sa“ bekannt gegeben. Die innovativsten Security-Startups aus Deutschland und der Schweiz pitchen am 28. Oktober 2026 auf der it-sa in Nürnberg um die Auszeichnung, die bereits zum neunten Mal verliehen wird. Der Preis soll junge Unternehmen gezielt bei Markteintritt und Wachstum unterstützen.
Fünf Finalisten für den Athene Startup Award UP26
Die Auswahl der Finalisten spiegelt ein breites Spektrum aktueller Herausforderungen in der Cybersicherheit wider: von der Absicherung von KI-Systemen über hardwarenahe Sicherheitstests und KI-gestütztes Pentesting bis hin zu CRA-Compliance für den Maschinenbau und Security-Monitoring für den Mittelstand. Clara Pfeuffer, Leiterin des Athene Digital Hub Cybersecurity, betont, dass die Anzahl der Bewerbungen und das Themenspektrum in diesem Jahr so breit waren wie nie zuvor – und dass viele neue KI-basierte Produkte für Cybersecurity eingereicht wurden.
Fuzzware aus Bochum: Sicherheitstests für Embedded-Software
Das Startup Fuzzware hat ein skalierbares und neuartiges Fuzzing-Testverfahren entwickelt, mit dem sich Schwachstellen in Embedded-Software frühzeitig identifizieren und schneller beseitigen lassen. Die Lösung adressiert ein wachsendes Problem: Mit der zunehmenden Vernetzung eingebetteter Systeme in Industrie, Automotive und IoT steigt die Angriffsfläche rasant.
Squr aus Weingarten: KI-gestützte Pentest-Software
Squr bietet eine KI-gestützte Pentest-Plattform, die Unternehmensnetze automatisiert nach Schwachstellen scannt und bewertet. Die vollständigen Ergebnisse liegen innerhalb von 24 Stunden vor – ein entscheidender Vorteil in einer Zeit, in der Angreifer immer schneller agieren. Das Tool richtet sich an Unternehmen, die regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen benötigen, aber nicht über das Budget für manuelle Penetrationstests verfügen.
Complioty aus München: Compliance-Lösung für den Cyber Resilience Act
Complioty tritt mit einer Lösung für Maschinen- und Anlagenbauer an, die den Cyber Resilience Act (CRA) umsetzen müssen. Die Plattform automatisiert die Generierung von Software-Stücklisten (S-BOM), überwacht kontinuierlich auf Schwachstellen und unterstützt bei den relevanten Compliance-Prozessen. Gerade für den deutschen Maschinenbau, der stark von der CRA-Regulierung betroffen ist, bietet das Startup eine dringend benötigte Hilfestellung.
Redcastle aus Heubach: SOC as a Service für den Mittelstand
Redcastle hat einen Monitoring-Dienst entwickelt, der speziell auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen zugeschnitten ist. Der SOC as a Service analysiert die Angriffsfläche des Kunden, bewertet sie mit Hilfe von KI und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Damit adressiert das Startup ein bekanntes Problem: Viele Mittelständler haben weder das Personal noch das Budget für ein eigenes Security Operations Center.
Blindsight aus Zürich: Schutz für KI-Systeme
Blindsight pitcht eine Plattform zur Überwachung und zum Schutz eigener KI-Systeme. Das System schützt vor Poisoning- und Injektionsangriffen, menschlichem Fehlverhalten und Modellverschlechterungen. Es hilft auch gegen Schatten-AI – also nicht autorisierte KI-Nutzung innerhalb von Unternehmen. Mit der zunehmenden Integration von KI in Geschäftsprozesse wird dieser Schutz immer relevanter.
Live-Pitch auf der it-sa: Bühne für Innovationen
Thimo Holst, Head of Brand Strategy der it-sa Expo & Congress, hebt hervor, dass der Live-Pitch jungen Unternehmen eine Bühne gibt, um ihre innovativen Lösungen einem Fachpublikum zu präsentieren und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Die Resonanz auf den Award zeige, wie wichtig es sei, Startups gezielt zu fördern und ihnen Sichtbarkeit in einem dynamischen Markt zu verschaffen.
Die it-sa findet vom 27. bis 29. Oktober 2026 in der Messe Nürnberg statt und gilt als die größte Fachmesse für IT-Sicherheit im deutschsprachigen Raum. Sie deckt die gesamte Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen im Bereich Cybersicherheit ab: Hardware, Software, Trainings- und Beratungsangebote sowie Security as a Service. Zu den wichtigsten Themen zählen Cloud- und Mobile-Security, Daten- und Netzwerksicherheit, die Absicherung Kritischer Infrastrukturen sowie Industrie 4.0. Die Fachmesse findet bereits seit 2009 statt und hat sich als zentraler Treffpunkt der europäischen Security-Community etabliert.
Der UP26-Award ist mehr als eine bloße Auszeichnung: Er bietet den Finalisten eine Plattform, um Investoren, potenzielle Kunden und Partner zu treffen. In den vergangenen Jahren haben mehrere Preisträger im Anschluss an den Award bedeutende Finanzierungsrunden abgeschlossen oder strategische Partnerschaften geschlossen. Für die diesjährigen Finalisten eröffnet sich damit die Chance, ihre Lösungen auf dem hart umkämpften Markt für Cybersicherheit zu etablieren – und das in einem Umfeld, in dem regulatorische Anforderungen wie der CRA und die zunehmende Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe neue Geschäftsfelder schaffen.