Lenovo bereitet offenbar nicht nur ein, sondern gleich mehrere neue Googlebooks vor – darunter ein 2-in-1-Tablet. Durchgesickerte Produktbilder, die kürzlich im Netz auftauchten, zeigen drei bislang unbekannte Geräte des Herstellers, die allesamt das charakteristische Googlebook-Branding auf der Tastatur tragen. Damit erhalten wir einen ersten konkreten Blick auf die Hardware, die Googles neue, auf Android basierende Interpretation von ChromeOS antreiben soll.
Drei neue Geräte im Googlebook-Design
Die geleakten Aufnahmen, die Android Headlines veröffentlichte, lassen auf eine strategische Produktpalette schließen. So sind zwei Laptops in unterschiedlichen Größen zu erkennen, deren Design stark an Lenovos aktuelles Chromebook Plus 14 erinnert. Beide Modelle wirken wie eine direkte Weiterentwicklung dieser Baureihe und unterscheiden sich hauptsächlich in der Bildschirmdiagonale. Darüber hinaus ist ein 2-in-1-Tablet mit integriertem Kickstand und einer abnehmbaren Tastatur abgebildet, das optisch an das IdeaPad Pro Gen 2 anknüpft.
Das 2-in-1-Tablet: Eine Überraschung für die Plattform
Besonders die Tablet-Variante ist bemerkenswert, denn Googles eigene Ankündigung der Plattform im Mai zeigte lediglich konventionelle Laptops. Dass nun ein Convertible mit Tastatur und Ständerauflage Teil des Line-Ups ist, deutet darauf hin, dass Googlebooks nicht auf das klassische Notebook-Format beschränkt sein werden. ChromeOS und Android laufen zwar bereits auf Tablets, doch dies ist das erste konkrete Zeichen dafür, dass die neue Plattform von Anfang an hybrid gedacht wird. Die meisten der von Google demonstrierten Funktionen – wie etwa der Magic Pointer, der durch Mausbewegungen kontextbezogene Gemini-Befehle auslöst – waren bislang auf die Interaktion mit Maus und Sprache ausgelegt. Ein Tablet könnte hier neue Anwendungsszenarien im Touch- und Stiftbereich eröffnen.
Einheitliches Design: Weiß und eine leuchtende „Glowbar“
Alle drei geleakten Geräte eint eine auffällige Optik. Sie sind durchgehend in strahlendem Weiß gehalten und verfügen über eine Lichtleiste, die als „Glowbar“ bezeichnet wird. Google selbst hat diese mysteriöse Hardware-Neuerung als das entscheidende Unterscheidungsmerkmal für seine Googlebooks angekündigt. Die Leiste soll nicht nur als Design-Element dienen, sondern vermutlich auch Statusinformationen oder KI-Aktivitäten visualisieren. Interessanterweise deuten Leaks zu den kommenden Pixel-Smartphones darauf hin, dass ein ähnliches Beleuchtungselement auch dort Einzug halten könnte – ein Hinweis auf eine vereinheitlichte Designsprache im Google-Universum.
Anschlussvielfalt variiert je nach Modell
Ein genauer Blick auf die Anschlüsse verrät, dass Lenovo bei den Googlebooks keine Abstriche bei der Konnektivität macht. Die Anzahl der USB-C- und USB-A-Ports variiert zwar zwischen den Modellen, doch selbst das kleinere Notebook scheint mit einer soliden Auswahl an modernen und klassischen Anschlüssen ausgestattet zu sein. Dies ist ein wichtiger Punkt für Nutzer, die weiterhin auf Peripheriegeräte mit USB-A-Stecker angewiesen sind.
Wann kommen die Googlebooks auf den Markt?
Google hat bislang keinen konkreten Marktstart genannt, sondern lediglich eine Veröffentlichung für die zweite Jahreshälfte angekündigt. Die Initiative richtet sich primär an Dritthersteller. Neben Lenovo wurden ASUS, Dell und HP als Hardware-Partner für den Start genannt. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Googlebooks unabhängig von der nächsten Pixel-Generation auf den Markt kommen – vermutlich im Rahmen einer eigenen Produktvorstellung oder auf einer großen Technologiemesse. Mit den nun geleakten Bildern von gleich drei Lenovo-Modellen scheint der Startschuss jedoch unmittelbar bevorzustehen.
Eine neue Ära für Chromebooks?
Die Googlebooks markieren den Versuch, die Android-App-Ökologie nahtlos mit der Produktivität von ChromeOS zu verschmelzen. Während klassische Chromebooks lange Zeit als reine Browser-Geräte galten, setzt Google mit diesem Schritt auf eine tiefere Integration von KI-Funktionen und mobiler Software. Lenovos Ansatz, sowohl klassische Laptops als auch ein 2-in-1-Tablet anzubieten, könnte sich als zukunftsträchtig erweisen. Es wird sich zeigen, ob die „Glowbar“ mehr als nur ein Gimmick ist und ob die versprochene KI-Integration die tägliche Arbeit tatsächlich revolutionieren kann. Der Markt darf gespannt sein, wie sich diese neue Gerätekategorie von den etablierten Windowsaa- und iPadOS-Konkurrenten abheben wird.