{"id":36122,"date":"2026-04-13T09:36:25","date_gmt":"2026-04-13T07:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/gunzilla-entwickler-von-off-the-grid-zahlt-mitarbeiter-nicht\/"},"modified":"2026-04-13T09:36:25","modified_gmt":"2026-04-13T07:36:25","slug":"gunzilla-entwickler-von-off-the-grid-zahlt-mitarbeiter-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/gunzilla-entwickler-von-off-the-grid-zahlt-mitarbeiter-nicht\/","title":{"rendered":"Gunzilla: Entwickler von Off The Grid zahlt Mitarbeiter nicht"},"content":{"rendered":"<p>Die Spielebranche wird erneut von einer Kontroverse um unw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen ersch\u00fcttert. Im Fokus steht diesmal <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/gunzilla-games-mit-lohnzahlungs-problemen-fuer-mitarbeiter\/\" title=\"Gunzilla Games mit Lohnzahlungs-Problemen f\u00fcr Mitarbeiter\">Gunzilla Games<\/a>, das Entwicklerstudio hinter dem kommenden Battle-Royale-Titel <strong>Off The Grid<\/strong>. Wie mehrere ehemalige Mitarbeiter \u00f6ffentlich darlegen, soll das Unternehmen mit Niederlassungen in Frankfurt, London und Kiew zahlreiche Besch\u00e4ftigte \u00fcber mehrere Monate hinweg nicht bezahlt haben. Die Vorw\u00fcrfe, die \u00fcber Plattformen wie LinkedIn verbreitet wurden, beschreiben ein System versp\u00e4teter oder g\u00e4nzlich ausbleibender Geh\u00e4lter, das trotz laufender Projektarbeit und gegenteiliger Versprechungen der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung andauert und nachhaltige Fragen zur Unternehmenskultur aufwirft.<\/p>\n<h2>Der Vorwurf: Systematische Lohnzahlungsverz\u00f6gerungen \u00fcber Monate<\/h2>\n<p>Den Ansto\u00df f\u00fcr die \u00f6ffentliche Diskussion gab der ehemalige Head of Talent Acquisition des Studios. In einem ausf\u00fchrlichen LinkedIn-Post schildert die Person, mit \u201esignifikanten Gehaltsverz\u00f6gerungen\u201c \u00fcber mehrere Monate konfrontiert gewesen zu sein, ohne dass ein klares Zahlungsdatum in Aussicht gestellt worden w\u00e4re. Die Situation wurde als <strong>systemisch<\/strong> beschrieben, da sie nicht nur ein Einzelschicksal betreffe. Konkret warf der Ex-Mitarbeiter CEO Vlad Korolev und CFO Taras Basarab vor, direkte Anfragen zu den ausstehenden Zahlungen bewusst ignoriert zu haben. Die Kernforderung ist simpel und grundlegend: \u201eWir bitten nicht um Boni, wir fordern das, was wir verdient haben\u201c, so der Wortlaut. Obwohl der urspr\u00fcngliche Poster sp\u00e4ter mitteilte, sein \u201epers\u00f6nliches Anliegen\u201c sei gekl\u00e4rt, meldeten sich umgehend weitere ehemalige Kollegen zu Wort und best\u00e4tigten ein identisches Muster.<\/p>\n<h2>Die Perspektive betroffener Mitarbeiter<\/h2>\n<p>Unter dem LinkedIn-Beitrag h\u00e4uften sich Kommentare von weiteren Ex-Besch\u00e4ftigten, die ihre Erfahrungen teilten. Eine ehemalige QA-Ingenieurin gab an, Ende August entlassen worden zu sein, aber bis heute ihre letzte Verg\u00fctung f\u00fcr den Monat August nicht <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/warhammer-classics-pc-spiel-klassiker-werden-aktualisiert-und-erhalten\/\" title=\"Warhammer Classics: PC-Spiel-Klassiker werden aktualisiert und erhalten\">erhalten<\/a> zu haben. Ein anderer Mitarbeiter, der ebenfalls im vergangenen Jahr das Studio verlie\u00df, lieferte eine noch detailliertere und ersch\u00fctterndere Schilderung: \u201eGunzilla Games hat seine Mitarbeiter seit vielen Monaten nicht bezahlt, erwartet aber immer noch, dass sie arbeiten. Ich pers\u00f6nlich habe seit Oktober 2025 kein Gehalt mehr erhalten. Bei einigen haben sich die Zahlungen sogar noch l\u00e4nger verz\u00f6gert.\u201c Diese Aussage unterstreicht, dass die Probleme nicht auf eine kurze Phase beschr\u00e4nkt sind, sondern sich \u00fcber ein Vierteljahr hinziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Leere Versprechungen der Gesch\u00e4ftsleitung<\/h3>\n<p>Besonders pikant sind die Vorw\u00fcrfe bez\u00fcglich des Managements. Der zitierte Ex-Mitarbeiter berichtet, aus \u201eNaivit\u00e4t\u201c heraus drei weitere Monate \u2013 Oktober, November und Dezember \u2013 gearbeitet zu haben, nachdem die oberste F\u00fchrungsebene zugesichert hatte, die Zahlungsprobleme w\u00fcrden behoben. Die Verz\u00f6gerungen seien als tempor\u00e4re \u201eStartschwierigkeiten\u201c eines neuen Unternehmens mit einem neuen Spiel abgetan worden. In einem angeblichen Anruf im Dezember 2025 habe CEO Vlad Korolev Mitarbeiter dann beschwichtigt, das Studio sei profitabel, und sie aufgefordert, die Angelegenheit unter Verschluss zu halten und weiterzuarbeiten. Diese Darstellung, sollte sie zutreffen, w\u00fcrde auf eine bewusste Fehlinformation und einen Missbrauch des Vertrauens der Belegschaft hindeuten.<\/p>\n<h2>Das Projekt Off The Grid und die Besonderheiten von Gunzilla<\/h2>\n<p>Gunzilla Games ist kein unbeschriebenes Blatt. Das Studio arbeitet intensiv an <strong>Off The Grid<\/strong>, einem Third-Person-Battle-Royale-Shooter, der sich durch eine narrative Tiefe und ein optionales NFT-Element von der Masse abheben will. Handelsbare Gegenst\u00e4nde sollen hier die Spielerbeteiligung erh\u00f6hen. Das Projekt befindet sich derzeit im Early-Access-Status auf Steam, was bedeutet, dass kontinuierlich Inhalte erstellt, Fehler behoben und das Spiel optimiert werden muss \u2013 Arbeit, die laut den Vorw\u00fcrfen von unbezahlten Teams geleistet wurde. Die finanzielle Basis des Unternehmens schien mit B\u00fcros an drei internationalen Standorten und ambitionierten Pl\u00e4nen solide, was <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/pragmata-die-aktuellen-test-urteile-der-spielepresse\/\" title=\"Pragmata: Die aktuellen Test-Urteile der Spielepresse\">die aktuellen<\/a> Zahlungsausf\u00e4lle umso befremdlicher erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n<h3>Der Einsatz generativer KI und \u00f6ffentliche Transparenz<\/h3>\n<p>Ein weiterer relevanter Aspekt, der auf der Steam-Seite des Spiels offengelegt wird, ist der Einsatz generativer KI-Tools. Gunzilla gab zu Protokoll, KI f\u00fcr fr\u00fche Konzeptkunst, Audioproben und \u00dcbersetzungen w\u00e4hrend der Produktion genutzt zu haben. W\u00e4hrend diese Praxis in der Branche zunehmend verbreitet ist und f\u00fcr sich genommen kein Skandal ist, steht sie in einem seltsamen Kontrast zu den behaupteten Zahlungsschwierigkeiten. Es wirft die Frage auf, wie die Priorit\u00e4ten in der Ressourcenallokation gesetzt wurden, wenn in technologische Tools investiert wird, gleichzeitig aber die grundlegendste Verpflichtung gegen\u00fcber den menschlichen Mitarbeitern vernachl\u00e4ssigt wird.<\/p>\n<h2>Reaktionen und die Stellungnahme des Unternehmens<\/h2>\n<p>Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hat Game Developer, die Quelle des urspr\u00fcnglichen Artikels, eine Stellungnahme von Gunzilla Games angefragt. Ob und wie das Unternehmen auf die schwerwiegenden Vorw\u00fcrfe reagieren wird, bleibt abzuwarten. Die \u00f6ffentlichen Aussagen der Ex-Mitarbeiter stellen Gunzilla bereits jetzt vor eine erhebliche Reputationskrise. In einer Branche, die zunehmend f\u00fcr Crunch, Burnout und prek\u00e4re Vertr\u00e4ge kritisiert wird, sind nicht gezahlte L\u00f6hne ein besonders eklatanter Versto\u00df gegen ethische und rechtliche Standards. Potenzielle Partner, Investoren und Spieler werden die kommende Reaktion genau beobachten.<\/p>\n<h2>Die Branchenkontexte: NFT, KI und Arbeitsrecht<\/h2>\n<p>Der Fall Gunzilla ber\u00fchrt mehrere hei\u00dfe Eisen der aktuellen Spieleindustrie. Zum einen das umstrittene Feld der NFTs, das oft mit Spekulation und undurchsichtigen Gesch\u00e4ftsmodellen assoziiert wird. Zum anderen den Einsatz von KI, der zu Unsicherheiten bei traditionellen Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fchrt. Vor diesem Hintergrund erhalten die Vorw\u00fcrfe der ausbleibenden Geh\u00e4lter eine zus\u00e4tzliche, symbolische Dimension: Sie werfen ein Schlaglicht auf die Priorit\u00e4ten mancher Studios im technologischen Goldrausch, bei dem das Wohlergehen der Kernbelegschaft auf der Strecke zu bleiben droht. Es handelt sich um einen grundlegenden Konflikt zwischen Innovation und sozialer Verantwortung.<\/p>\n<h3>Ein Warnsignal f\u00fcr die gesamte Branche<\/h3>\n<p>Diese Vorf\u00e4lle sind keine isolierten Einzelf\u00e4lle, sondern reihen sich ein in eine Serie von Berichten \u00fcber finanzielle Missst\u00e4nde bei, oft jungen und ambitionierten, Entwicklerstudios. Sie dienen als ern\u00fcchterndes Warnsignal f\u00fcr Fachkr\u00e4fte, Vertr\u00e4ge und Versprechungen kritisch zu hinterfragen, und f\u00fcr die Branche insgesamt, ihre Selbstregulierung zu \u00fcberdenken. Die Verantwortung liegt nicht allein bei den betroffenen Mitarbeitern, ihre Rechte einzufordern, sondern auch bei Publishern, Plattformen und Verb\u00e4nden, klare Standards durchzusetzen.<\/p>\n<p>Solange ein Studio wie Gunzilla Games, das an einem hochprofitablen Genre wie dem Battle Royale arbeitet und mit innovativen Technologien wie NFTs und KI wirbt, es nicht schafft, die grundlegendste Verpflichtung \u2013 die p\u00fcnktliche Entlohnung seiner Mitarbeiter \u2013 zu erf\u00fcllen, bleibt jede Diskussion \u00fcber kreative Vision oder technologischen Fortschritt hohl. Die eigentliche Innovation, die die Branche dringend ben\u00f6tigt, ist eine nachhaltige und respektvolle Unternehmenskultur, in der menschliche Arbeit wertgesch\u00e4tzt und niemals als die am einfachsten zu k\u00fcrzende Kostenstelle betrachtet wird. Die Entwicklung von <strong>Off The Grid<\/strong> mag weitergehen, doch der Ruf des dahinterstehenden Unternehmens hat bereits jetzt einen erheblichen, selbstverschuldeten Schaden genommen, der das Vertrauen von Talenten und Community nachhaltig beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Spielebranche wird erneut von einer Kontroverse um unw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen ersch\u00fcttert. Im Fokus steht diesmal Gunzilla Games, das Entwicklerstudio hinter dem kommenden Battle-Royale-Titel Off The Grid. Wie mehrere ehemalige Mitarbeiter \u00f6ffentlich darlegen, soll das Unternehmen mit Niederlassungen in Frankfurt, London und Kiew zahlreiche Besch\u00e4ftigte \u00fcber mehrere Monate hinweg nicht bezahlt haben. 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