{"id":38627,"date":"2026-05-12T04:26:44","date_gmt":"2026-05-12T02:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/revenge-of-the-savage-planet-kurzweiliges-sci-fi-abenteuer-mit-satire\/"},"modified":"2026-05-12T04:27:43","modified_gmt":"2026-05-12T02:27:43","slug":"revenge-of-the-savage-planet-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/revenge-of-the-savage-planet-review\/","title":{"rendered":"Revenge of the Savage Planet: Kurzweiliges Sci-Fi-Abenteuer mit Satire"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Revenge of the Savage Planet&#8220; ist der Nachfolger des \u00fcberraschend beliebten Sci-Fi-Abenteuers und setzt erneut auf eine gelungene Mischung aus Satire, Erkundung und schr\u00e4gem Humor. Das Entwicklerteam von <a href=\"https:\/\/www.raccoonlogic.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Raccoon Logic<\/a> liefert ein knackiges Erlebnis, das in etwa zehn Stunden Spielzeit unterh\u00e4lt \u2013 und dabei bewusst auf kurzweilige Unterhaltung statt epischer Weiten setzt. Der Titel \u00fcberzeugt vor allem durch seinen bissigen Kommentar zur Arbeitswelt und eine quietschbunte, aber feindselige Galaxie. Allerdings offenbaren sich im Laufe der Reise auch einige Schw\u00e4chen, die das Gesamterlebnis tr\u00fcben.<\/p>\n<h2>Ein Feuerwerk der Satire: Der Einstieg in die verr\u00fcckte Galaxie<\/h2>\n<p>Noch bevor der Spieler den ersten Fu\u00df auf den fremden Planeten setzt, wird klar, dass hier Slapstick und Kapitalismuskritik regieren. Das sogenannte &#8222;Onboarding&#8220;-Video des ehemaligen Arbeitgebers Alta InterGlobal erinnert an ein Unternehmensvideo aus den 1980er-Jahren \u2013 nur mit explodierenden Simulationskatzen und der frohen Kunde, dass man ein Jahrhundert im All geschwebt ist, um einen Planeten in einer anderen Galaxie zu kolonisieren. Dieser Ton zieht sich konsequent durch das gesamte Spiel. Nach einer eher unfreiwilligen Bruchlandung auf Stellaris Prime trifft man auf den fliegenden Computerbegleiter EKO, der nicht nur die Handlung vorantreibt, sondern mit sarkastisch-optimistischen Kommentaren jede Katastrophe in eine Produktivit\u00e4tsm\u00f6glichkeit umdeutet. Die \u00fcbertriebenen Bewegungsabl\u00e4ufe \u2013 man rennt wie eine Zeichentrickfigur, watet mit hohen Knien durch Wasser und rutscht auf Schleim \u2013 unterstreichen die spielerische \u00c4sthetik. Allerdings nutzt sich dieser anf\u00e4ngliche Charme recht schnell ab. Besonders die Plattform-Passagen leiden unter einer unpr\u00e4zisen Steuerung, etwa beim Enterhaken, die zu unn\u00f6tig frustrierenden Momenten f\u00fchrt. Im sp\u00e4teren Spielverlauf entsch\u00e4rfen sich diese Probleme, da man gen\u00fcgend F\u00e4higkeiten erh\u00e4lt, um das Klettern und Springen nahezu \u00fcberfl\u00fcssig zu machen.<\/p>\n<h2>F\u00fcnf Welten: Biotope, Sammelwahn und F\u00e4higkeiten-Gating<\/h2>\n<p>Die f\u00fcnf Planeten von &#8222;Revenge of the Savage Planet&#8220; folgen den typischen Biome-Klischees von Abenteuerspielen: W\u00fcste, Wald, Tundra, Ebene und \u2013 unvermeidlich \u2013 ein roboterhafter Spielplatz. Ehrlicherweise sind es nur vier echte Planeten plus ein f\u00fcnfter, der als reine Bosskampf-Arena fungiert. Jede dieser Welten ist reich an Flora und Fauna, die es zu erkunden, zu scannen, zu erschie\u00dfen und einzufangen gilt. Das sogenannte F\u00e4higkeiten-Gating \u2013 also das Freischalten von Bereichen durch neue Skills \u2013 sorgt f\u00fcr echte Befriedigung, wenn man sp\u00e4ter zur\u00fcckkehrt und alle versteckten Sch\u00e4tze einsammeln kann. Das Problem: Es gibt schlichtweg zu viele Sammelobjekte. Die Planeten sind so \u00fcberladen mit Fundst\u00fccken, dass es schnell \u00fcberw\u00e4ltigend wirkt. Manche sind clever versteckt, andere liegen einfach nur ein St\u00fcck abseits des Weges. F\u00fcr den normalen Durchlauf reicht ein Bruchteil der Gegenst\u00e4nde v\u00f6llig aus, aber Completionisten m\u00fcssen nach dem Abspann noch viele Stunden investieren. Die anfangs noch spa\u00dfige Fortbewegung verliert jedoch mit der Zeit ihren Reiz, sodass die Motivation sinkt, \u00fcber das Notwendige hinaus zu suchen.<\/p>\n<h3>Kampf: Mehr Schleim, mehr Kreativit\u00e4t, aber eine Waffe dominiert<\/h3>\n<p>Ein h\u00e4ufiger Kritikpunkt am Vorg\u00e4nger &#8222;Journey to the Savage Planet&#8220; war das eint\u00f6nige <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/assassins-creed-black-flag-neues-kampfsystem-ist-schneller-und-actionreicher\/\" title=\"Assassin&#8217;s Creed Black Flag: Neues Kampfsystem ist schneller und actionreicher\" data-iacss-internal=\"1\">Kampfsystem<\/a> mit nur einer Waffe. Der Nachfolger erweitert das Arsenal deutlich um Verbrauchsmaterialien wie Feuersch\u00fcsse, Bomben, Schleimklumpen, Elektroschleim und einen Wasserschlauch. Diese Gegenst\u00e4nde lassen sich mit der Umgebung kombinieren, um Gegner auf kreative Weise auszuschalten. Viele Kampfherausforderungen, die neue F\u00e4higkeiten freischalten, verlangen geradezu nach solchen unkonventionellen Taktiken \u2013 ein gelungenes Tutorial f\u00fcr die Kampfvielfalt. Dennoch bleibt die Prim\u00e4rwaffe eine einzelne Pistole. Da es sich nicht um einen reinen Shooter handelt, hilft die Zielhilfe enorm, um fliegende oder schnelle Gegner zu treffen. Andere F\u00e4higkeiten wie der Bodenslam oder die Felspeitsche f\u00fchlen sich gut an, doch einige Neuerungen wirken wie Einf\u00e4lle, die nach ihrer Einf\u00fchrung sofort wieder vergessen werden. Der Projektil-Konter kommt nur gegen einen Endgegner zum Einsatz und das Gleiten mit EKO dient kaum mehr als einer Abwechslung der Fortbewegung \u2013 zu sp\u00e4t im Spiel, um wirklich n\u00fctzlich zu sein. Selbst die Basisgestaltung, eine h\u00fcbsche Dreingabe, bleibt weitgehend \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<h2>Das Ende der Reise: Verwirrende Missionsstruktur und zwei Abschl\u00fcsse<\/h2>\n<p>Besonders ungeschickt gel\u00f6st ist die Endsequenz. Das Spiel bietet mehrere Enden, die davon abh\u00e4ngen, welche Missionen man abschlie\u00dft. Leider f\u00fchlen sich die wichtigsten Questen des Hauptendes v\u00f6llig optional an. Im sp\u00e4ten Spielverlauf ist kaum zu unterscheiden, welche der zahlreichen Aufgaben man wirklich erledigen muss. Wer alle abschlie\u00dft, erh\u00e4lt das wahre Ende \u2013 aber das Spiel kann auch ohne durchgespielt werden. Das erste Ende, das der Tester erreichte, wirkte abrupt und unvollst\u00e4ndig. Um zur echten Conclusio zu gelangen, musste er alle Planeten bereisen und weit mehr Ressourcen sammeln, als ihm lieb war. Das echte Ende selbst ist dann befriedigend \u2013 endlich kann man es der b\u00f6sen Firma zeigen, die einen einfach im All schweben lie\u00df. Aber der Weg dorthin f\u00fchlt sich zu umst\u00e4ndlich an.<\/p>\n<h2>Fazit: Ein unterhaltsamer, aber unausgegorener Rachefeldzug<\/h2>\n<p>&#8222;Revenge of the Savage Planet&#8220; verbindet schrille Bewegungsmechaniken mit einer kom\u00f6diantischen Story. Die Welten sind wundersch\u00f6n gestaltet und bieten viel zu entdecken. Die rund zehn Stunden f\u00fcr den Hauptdurchgang f\u00fchlen sich genau richtig an \u2013 mit einigen Nebenquests und Erkundung. Alles, was dar\u00fcber hinausgeht, wird schnell repetitiv. Die St\u00e4rken liegen in den lebendigen Biotopen, dem satirischen Dialog und der F\u00fclle an R\u00e4tseln. Die Schw\u00e4chen sind die sich wiederholenden Aktionen, die \u00fcberfl\u00fcssigen Sammelgegenst\u00e4nde, die ungeschickte Physik und die unklare Missionsstruktur. F\u00fcr Sci-Fi-Fans und Abenteurer ist das Spiel eine klare Empfehlung, sofern sie mit \u00fcberdrehtem Humor und F\u00e4higkeiten-basierter Erkundung etwas anfangen k\u00f6nnen. Wer ein hochglanzpoliertes, ernstes Abenteuer sucht, sollte lieber Abstand nehmen. Zusammengefasst: Ein kurzweiliger Spa\u00df, der gerne noch mehr aus seinem Potenzial h\u00e4tte machen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Revenge of the Savage Planet&#8220; ist der Nachfolger des \u00fcberraschend beliebten Sci-Fi-Abenteuers und setzt erneut auf eine gelungene Mischung aus Satire, Erkundung und schr\u00e4gem Humor. Das Entwicklerteam von Raccoon Logic liefert ein knackiges Erlebnis, das in etwa zehn Stunden Spielzeit unterh\u00e4lt \u2013 und dabei bewusst auf kurzweilige Unterhaltung statt epischer Weiten setzt. 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