{"id":40196,"date":"2026-06-01T16:07:10","date_gmt":"2026-06-01T14:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/rtx-spark-laeuft-mit-alan-wake-2-doch-leistungsdaten-fehlen\/"},"modified":"2026-06-01T16:08:16","modified_gmt":"2026-06-01T14:08:16","slug":"rtx-spark-alan-wake-2-leistungsdaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/rtx-spark-alan-wake-2-leistungsdaten\/","title":{"rendered":"RTX Spark l\u00e4uft mit Alan Wake 2, doch Leistungsdaten fehlen"},"content":{"rendered":"<p>NVIDIA hat erneut f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Jacob Freeman, der GeForce- Evangelist des Unternehmens, ver\u00f6ffentlichte auf X ein Bild, das einen mit dem neuen RTX Spark ausgestatteten Notebook zeigt \u2013 und darauf l\u00e4uft nichts Geringeres als Alan Wake 2, eines der derzeit grafisch anspruchsvollsten Spiele \u00fcberhaupt. Die Aufnahme zeigt das Spiel mit aktiviertem <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/dlss-4-5-ray-reconstruction-august-rtx-gpus\/\" title=\"DLSS 4.5 Ray Reconstruction erscheint im August f\u00fcr alle RTX-GPUs\" data-iacss-internal=\"1\">DLSS 4.5<\/a> und Ray Reconstruction. Das ist zweifellos ein starkes Signal: Ein Arm-basierter SoC, der erst vor wenigen Wochen auf der Computex 2026 vorgestellt wurde, scheint in der Lage, einen aktuellen Schwergewichts-Titel zu bewegen. Doch das Bild, so vielversprechend es auch sein mag, wirft mindestens ebenso viele Fragen auf, wie es beantwortet. Denn es zeigt vor allem eines: das, was NVIDIA zeigen will. Was es nicht zeigt, sind die harten Fakten, die eine echte Leistungseinsch\u00e4tzung erst erm\u00f6glichen w\u00fcrden.<\/p>\n<h2>Was das eine Bild zeigt \u2013 und was nicht<\/h2>\n<p>Der Tweet von Freeman zeigt einen schlanken Notebook mit dem RTX Spark-SoC, auf dessen Display eine Szene aus Alan Wake 2 zu sehen ist. Der zugeh\u00f6rige Text best\u00e4tigt den Einsatz von DLSS 4.5 in Kombination mit Ray Reconstruction.<\/p>\n<h3>Die entscheidenden Fragezeichen bleiben:<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Aufl\u00f6sung:<\/strong> Wird das Spiel in 1080p, 1440p oder 4K dargestellt? Ohne diese Angabe ist eine Einordnung unm\u00f6glich.<\/li>\n<li><strong>Grafikdetails:<\/strong> L\u00e4uft der Titel auf niedrigen, mittleren, hohen oder Ultra-Einstellungen? Der Unterschied zwischen \u201ees l\u00e4uft&#8220; und \u201ees l\u00e4uft fl\u00fcssig&#8220; ist enorm.<\/li>\n<li><strong>Bildrate:<\/strong> Die zentrale Metrik f\u00fcr jedes Spielerlebnis. Liegt das Spiel bei 30 fps, 60 fps oder darunter? Das Bild verr\u00e4t es nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser Mangel an Transparenz ist bezeichnend. Alan Wake 2 ist bekannt daf\u00fcr, selbst High-End-Desktop-Grafikkarten wie die RTX 4090 ohne DLSS-Unterst\u00fctzung auf 30 fps in 4K zu dr\u00fccken. Selbst die <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/gigabyte-aorus-supreme-5-rtx-5090-rabatt\/\" title=\"RTX 5090 und Ryzen 9800X3D PC mit 64 GB DDR5: 600 Dollar Rabatt\" data-iacss-internal=\"1\">RTX 5090<\/a> erreicht ihre beeindruckenden 4K\/220fps-Benchmarks nur durch den massiven Einsatz von DLSS Multi Frame Generation. Zwischen der Aussage \u201edas Spiel l\u00e4uft&#8220; und einem \u201efl\u00fcssigen Spielerlebnis&#8220; liegt eine tiefe Kluft. NVIDIA selbst bewirbt den RTX Spark mit Aussagen wie \u201e\u00fcber 100 fps in 1440p mit Raytracing und DLSS&#8220;. Doch welche Spiele und welche konkreten Einstellungen diese Werte erreichen, bleibt vage. Es mangelt an unabh\u00e4ngigen Benchmarks und standardisierten Tests. Bis zum geplanten Verkaufsstart im Herbst haben wir im Grunde nur das, was NVIDIA uns sehen lassen will.<\/p>\n<h2>RTX Spark: Ein SoC mit zwei Gesichtern<\/h2>\n<p>Der auf der Computex 2026 vorgestellte RTX Spark ist NVIDIAs erste ernsthafte R\u00fcckkehr in den Markt der Windows-Prozessoren seit dem Surface RT mit Tegra 3 im Jahr 2012. Der gemeinsam mit MediaTek entwickelte und im 3nm-Verfahren von TSMC gefertigte Chip ist ein technisches Kunstst\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Spezifikationen lesen sich beeindruckend: 20 Grace-CPU-Kerne, eine Blackwell-GPU mit 6.144 CUDA-Kernen (identisch zur Desktop-RTX 5070) und bis zu 128 GB LPDDR5X Unified Memory. Die Anbindung zwischen CPU und GPU erfolgt \u00fcber NVLink C2C mit 600 GB\/s. Der Haken: Das gesamte System ist f\u00fcr ein thermisches Budget von maximal etwa 80 Watt ausgelegt. Das ist ein Bruchteil dessen, was eine Desktop-RTX 5070 ben\u00f6tigt. Die Konsequenz: W\u00e4hrend die CUDA-Kernzahl gleich ist, wird die tats\u00e4chliche Leistung durch die strenge thermische Begrenzung massiv gedeckelt.<\/p>\n<p>Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Speicherbandbreite. Die Desktop-RTX 5070 nutzt GDDR7 \u00fcber ein 192-Bit-Interface und erreicht 672 GB\/s. Der RTX Spark ist mit maximal 300 GB\/s \u00fcber LPDDR5X angebunden \u2013 weniger als die H\u00e4lfte. F\u00fcr KI-Inferenz oder kreative Workloads, die von gro\u00dfen Speicherpools profitieren, mag die hohe Kapazit\u00e4t von 128 GB ein Segen sein. F\u00fcr Hochfrequenz-Gaming, das auf eine hohe Bandbreite angewiesen ist, wird dieser Engpass jedoch schnell zum limitierenden Faktor.<\/p>\n<h2>DLSS 4.5 Ray Reconstruction: Ein Schritt nach vorn f\u00fcr alle<\/h2>\n<p>Parallel zur RTX-Spark-Enth\u00fcllung sorgte ein weiteres Detail f\u00fcr Schlagzeilen: die Ank\u00fcndigung von DLSS 4.5 Ray Reconstruction. W\u00e4hrend die DLSS 4.5 Super Resolution und Dynamic Multi Frame Generation bereits im Januar eingef\u00fchrt wurden, blieb die Raytracing-Rekonstruktion zun\u00e4chst auf dem alten Modell. Dies \u00e4ndert sich nun.<\/p>\n<p>Das neue, im August erscheinende Modell basiert auf der zweiten Generation der Transformer-Architektur. NVIDIA verspricht eine um 35 Prozent h\u00f6here Rechenleistung und 20 Prozent mehr Verarbeitungsparameter. Das Modell wurde mit einem gr\u00f6\u00dferen Datensatz trainiert, was zu einer h\u00f6heren Genauigkeit der Beleuchtung, zeitlichen Stabilit\u00e4t und Bildsch\u00e4rfe f\u00fchren soll. Wichtig f\u00fcr die Spieler: Die neue Ray Reconstruction ist abw\u00e4rtskompatibel. Sie steht ab der <strong>RTX-20-Serie und neueren GeForce-GPUs<\/strong> zur Verf\u00fcgung. In einer Zeit, in der viele KI-Features exklusiv der RTX-50-Serie vorbehalten bleiben, ist dieser Schritt zu begr\u00fc\u00dfen. Zum Start wird die Funktion in 27 Titeln unterst\u00fctzt, darunter Alan Wake 2, Cyberpunk 2077, DOOM: The Dark Ages und Hogwarts Legacy. Auch in Blenders Cycles-Engine soll sie ab Version 5.3 als Denoiser integriert werden.<\/p>\n<h2>Gaming auf Arm-SoCs: K\u00f6nnen und Grenzen<\/h2>\n<p>Die F\u00e4higkeit des RTX Spark, einen Titel wie Alan Wake 2 auszuf\u00fchren, ist ein wichtiger Meilenstein f\u00fcr Windows on Arm. Es war genau diese mangelnde Spielekompatibilit\u00e4t, die Qualcomms Snapdragon-X-Plattformen lange Zeit zum Nischenprodukt machte. NVIDIA und Microsoft haben aus den Fehlern gelernt. Gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/www.epicgames.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Epic Games<\/a> wurde die native Arm-Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Anti-Cheat-L\u00f6sungen Easy Anti-Cheat und BattlEye sichergestellt. <a href=\"https:\/\/www.riotgames.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Riot Games<\/a> best\u00e4tigte die Kompatibilit\u00e4t von <a href=\"https:\/\/www.leagueoflegends.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">League of Legends<\/a> und VALORANT, und PUBG von KRAFTON ist ebenfalls mit an Bord. Microsofts Emulationsschicht Prism wurde zudem speziell f\u00fcr die Architektur des RTX Spark optimiert, sodass auch x86-Spiele ohne native Arm-Version zum Laufen gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch \u201el\u00e4uft&#8220; ist nicht gleich \u201espielbar&#8220;. Wie schon bei der Enth\u00fcllung von Freeman gilt: Die Demos auf der Computex zeigten Titel wie <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/007-first-light-entwickler-begruesst-bond-debatte-als-positiv\/\" title=\"007: First Light Entwickler begr\u00fc\u00dft Bond-Debatte als positiv\" data-iacss-internal=\"1\">007 First Light<\/a> und Forza Horizon 6 auf dem RTX Spark, aber auch hier wurde auf die Darstellung konkreter FPS-Zahlen verzichtet. Aus unserer Sicht liegt das wahre Potenzial des RTX Spark nicht in der High-End-Spiele-Performance, sondern in anderen Bereichen. Die 128 GB Unified Memory sind eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Grundlage f\u00fcr lokale KI-Inferenz (Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern) und professionelle Kreativarbeiten in Adobe Photoshop oder Premiere Pro, f\u00fcr die der Hersteller eigene Optimierungen vornimmt. Das Gaming ist ein Beweis f\u00fcr die technische Machbarkeit, nicht das prim\u00e4re Verkaufsargument.<\/p>\n<p>Solange NVIDIA keine unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfbaren Leistungsdaten und Framerate-Zahlen f\u00fcr Spiele wie Alan Wake 2 liefert, bleibt eine Bewertung des RTX Spark als Gaming-Plattform spekulativ. Das eine Bild mag tausend Worte sagen \u2013 aber f\u00fcr eine seri\u00f6se Kaufentscheidung sind es die falschen. Der Marktstart im Herbst, bei dem Partner wie ASUS, Dell, HP, Lenovo, MSI und Microsoft eigene Modelle auf den Markt bringen werden, muss zeigen, was der Chip wirklich kann. Bis dahin gilt: Ja, der RTX Spark kann Alan Wake 2 starten. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NVIDIA hat erneut f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Jacob Freeman, der GeForce- Evangelist des Unternehmens, ver\u00f6ffentlichte auf X ein Bild, das einen mit dem neuen RTX Spark ausgestatteten Notebook zeigt \u2013 und darauf l\u00e4uft nichts Geringeres als Alan Wake 2, eines der derzeit grafisch anspruchsvollsten Spiele \u00fcberhaupt. 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