{"id":40559,"date":"2026-06-04T15:44:48","date_gmt":"2026-06-04T13:44:48","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=40559"},"modified":"2026-06-04T15:44:48","modified_gmt":"2026-06-04T13:44:48","slug":"fsr-4-1-bleibt-rdna-3-5-apus-verwehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/fsr-4-1-bleibt-rdna-3-5-apus-verwehrt\/","title":{"rendered":"FSR 4.1 bleibt RDNA 3.5 APUs verwehrt"},"content":{"rendered":"<p>AMD sorgt f\u00fcr Verwirrung: W\u00e4hrend FSR 4.1 f\u00fcr \u00e4ltere Grafikkarten der Serien <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/fsr-41-rdna-2-xbox-series-x-ps5-pro\/\" title=\"FSR 4.1 kommt auf RDNA 2 und bringt Xbox Series X potenziell PS5-Pro-Niveau\" data-iacss-internal=\"1\">RDNA 2<\/a> und RDNA 3 best\u00e4tigt wurde, sollen die deutlich neueren APUs mit RDNA-3.5-Architektur leer ausgehen. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick kaum nachvollziehbar erscheint und vor allem Besitzer von Highend-Handhelds wie dem <a href=\"https:\/\/rog.asus.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">ROG Ally X<\/a> hart trifft.<\/p>\n<h2>Die gute Nachricht vom Mai \u2013 und die Entt\u00e4uschung im Juni<\/h2>\n<p>Am 14. Mai 2026 verk\u00fcndete <a href=\"https:\/\/www.amd.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Jack Huynh<\/a>, SVP und General Manager der Computing &amp; Graphics Division bei AMD, eine weitreichende Ausweitung von FSR 4.1. Die auf neuronalen Netzen basierende Upscaling-Technologie, bislang exklusiv f\u00fcr RDNA 4 (Radeon RX 9000), sollte r\u00fcckwirkend auch f\u00fcr die \u00e4lteren Architekturen bereitgestellt werden. RDNA 3 mit der Radeon RX 7000 Serie sollte demnach <strong>ab Juli 2026<\/strong> unterst\u00fctzt werden, RDNA 2 \u2013 also die Radeon RX 6000 Serie \u2013 <strong>Anfang 2027<\/strong>. \u00dcber 300 Spiele sollten zum Start kompatibel sein. Ein echter Paukenschlag und ein klares Signal an die Community, dass AMD die Kritik an der fragmentierten Unterst\u00fctzung ernst nimmt.<\/p>\n<p>Doch nur wenige Wochen sp\u00e4ter, auf der Computex 2026, folgte die Ern\u00fcchterung. David McAfee, CVP und General Manager des Client-Gesch\u00e4fts bei AMD, stellte klar: F\u00fcr integrierte GPUs auf Basis der <strong>RDNA-3.5-Architektur<\/strong> sei FSR 4.1 <strong>derzeit nicht geplant<\/strong>. Die interne Tendenz sei klar negativ, so das Echo aus Unternehmenskreisen. Eine merkw\u00fcrdige Schieflage: Eine neuere Architektur als RDNA 3 und RDNA 2 wird von der modernen Upscaling-Technologie ausgeschlossen.<\/p>\n<h2>Warum RDNA 3.5 au\u00dfen vor bleibt \u2013 die technischen Gr\u00fcnde<\/h2>\n<p>Die Ursache f\u00fcr diese kontraintuitive Entscheidung liegt in den physikalischen Beschr\u00e4nkungen integrierter Grafikl\u00f6sungen. FSR 4.1 setzt auf ein k\u00fcnstliches neuronales Netz, das f\u00fcr seine Berechnungen nicht nur Rechenleistung, sondern vor allem hohe Speicherbandbreite ben\u00f6tigt. Auf einer dedizierten <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/radeon-rx-9070-gre-start-1-juni-549-dollar\/\" title=\"Radeon RX 9070 GRE startet am 1. Juni global f\u00fcr 549 Dollar\" data-iacss-internal=\"1\">Radeon RX 9070<\/a> XT stehen daf\u00fcr bis zu 640 GB\/s zur Verf\u00fcgung. Ganz anders sieht es bei APUs aus: Strix Point, Krackan Point oder Gorgon Point m\u00fcssen sich den Speichercontroller mit der CPU teilen und greifen auf vergleichsweise langsame DDR5- oder LPDDR5X-Best\u00e4nde zu.<\/p>\n<p>Ein KI-gest\u00fctzter Upscaler generiert eine immense Anzahl von Speicherzugriffen \u2013 Bewegungsvektoren, Frame-Historie, Gewichte des neuronalen Netzes. Auf einer dedizerten GPU sind diese Zugriffe dank des eigenen, schnellen VRAMs gut abgefangen. In einer APU mit geteiltem Speicher hingegen f\u00fchrt die zus\u00e4tzliche Last schnell zu einem Engpass, der die erhoffte Bildqualit\u00e4t praktisch zunichtemacht. Der Aufwand w\u00e4re technisch m\u00f6glich \u2013 die INT8-Pfade von RDNA 3.5 k\u00f6nnten die Berechnungen grunds\u00e4tzlich bew\u00e4ltigen \u2013, aber der Nutzen w\u00e4re in den allermeisten F\u00e4llen marginal bis kontraproduktiv.<\/p>\n<p>Hinzu kommt ein praktisches Argument: Wer mit einer integrierten GPU spielt, tut dies in der Regel bei niedrigen bis mittleren Aufl\u00f6sungen und reduzierten Details. Bei 720p oder 900p, den typischen Aufl\u00f6sungen f\u00fcr Handhelds, f\u00e4llt der visuelle Gewinn eines neuronalen Upscalers weit weniger ins Gewicht als bei 1440p oder 4K auf einem gro\u00dfen Monitor.<\/p>\n<h2>Wen es trifft: Handhelds und kompakte Gaming-PCs<\/h2>\n<p>Die Liste der betroffenen Plattformen ist lang. Sie umfasst die gesamte Ryzen AI 300 Serie mit den Chips Strix Point (Radeon 890M und 880M) und Krackan Point (Radeon 860M und 840M) sowie die Ryzen AI 400 Serie. Auch die kommenden Gorgon-Point-Varianten basieren auf RDNA 3.5.<\/p>\n<p>Besonders schwer wiegt der Ausschluss f\u00fcr die wachsende Klasse der PC-Handhelds. Das ROG Ally X von ASUS, das auf dem Ryzen AI Z2 Extreme mit einer Radeon 890M (16 Compute Units) setzt, ist ein prominentes Beispiel. Die k\u00fcrzlich vorgestellte 20th Anniversary Edition des Ger\u00e4ts teilt sich dieselbe Plattform. In diesen Ger\u00e4ten gibt es keine Option, eine dedizierte Grafikkarte nachzur\u00fcsten. Man ist ausschlie\u00dflich auf die integrierte GPU angewiesen. W\u00e4hrend Desktop-Besitzer einer Radeon RX 7000 im Juli FSR 4.1 erhalten, bleiben Handheld-Besitzer mit einer neueren Architektur bei FSR 3.1 sitzen.<\/p>\n<h2>Wie geht es weiter? Ein schwacher Hoffnungsschimmer<\/h2>\n<p>McAfee betonte auf der Computex, dass es sich bei der Aussage um den aktuellen Stand der Planung handele und nicht um eine endg\u00fcltige Entscheidung. Man pr\u00fcfe weiterhin Vor- und Nachteile. Angesichts der klaren internen Tendenz ist jedoch Skepsis angebracht. Eine Kehrtwende ist nicht unm\u00f6glich, aber unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>AMD steht in diesen Tagen ohnehin vor strategischen Herausforderungen. Angesichts steigender DDR5-Preise verl\u00e4ngert das Unternehmen die Lebensdauer der AM4-Plattform unter anderem mit Modellen wie dem Ryzen 7 5800X3D 10th Anniversary Edition (349 US-Dollar) und dem Ryzen 7 7700X3D (329 US-Dollar). Dass ausgerechnet die K\u00e4ufer der aktuellsten APU-Generation bei der Upscaling-Technologie hinter Besitzern \u00e4lterer Desktop-Grafikkarten zur\u00fcckstehen, ist ein schwer vermittelbarer Widerspruch \u2013 unabh\u00e4ngig von den technischen Zw\u00e4ngen.<\/p>\n<h3>Welche APUs sind von der fehlenden FSR-4.1-Unterst\u00fctzung betroffen?<\/h3>\n<p>Alle APUs mit RDNA-3.5-Architektur sind betroffen. Dazu z\u00e4hlen die Ryzen AI 300 Serie (Strix Point, Krackan Point) mit den Grafikl\u00f6sungen Radeon 890M, 880M, 860M und 840M sowie die Ryzen AI 400 Serie und die kommenden Gorgon-Point-Chips. Ger\u00e4te wie das ASUS ROG Ally X oder das ROG <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/rog-xbox-ally-x20-oled-tmr-sticks\/\" title=\"ROG XBOX Ally X20 feiert 20 Jahre mit OLED und TMR-Sticks\" data-iacss-internal=\"1\">Ally X20<\/a>, die auf dem Ryzen AI Z2 Extreme basieren, fallen ebenfalls unter diesen Ausschluss.<\/p>\n<h3>Warum wird FSR 4.1 nicht f\u00fcr RDNA 3.5 angeboten, wohl aber f\u00fcr \u00e4ltere Architekturen?<\/h3>\n<p>Der Grund liegt in den spezifischen Eigenschaften des neuronalen Upscalers: FSR 4.1 ben\u00f6tigt hohe Speicherbandbreite f\u00fcr seine KI-Modelle. W\u00e4hrend dedizierte Grafikkarten \u00fcber eigenen, sehr schnellen VRAM verf\u00fcgen, teilen sich APUs den Speicher mit der CPU. Die begrenzte Bandbreite von DDR5- oder LPDDR5X-Speicher macht den KI-basierten Upscaler in der Praxis ineffizient, da der Bandbreitenengpass die theoretischen Vorteile der Bildverbesserung zunichtemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AMD sorgt f\u00fcr Verwirrung: W\u00e4hrend FSR 4.1 f\u00fcr \u00e4ltere Grafikkarten der Serien RDNA 2 und RDNA 3 best\u00e4tigt wurde, sollen die deutlich neueren APUs mit RDNA-3.5-Architektur leer ausgehen. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick kaum nachvollziehbar erscheint und vor allem Besitzer von Highend-Handhelds wie dem ROG Ally X hart trifft. 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