{"id":40660,"date":"2026-06-05T08:20:12","date_gmt":"2026-06-05T06:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=40660"},"modified":"2026-06-05T08:20:12","modified_gmt":"2026-06-05T06:20:12","slug":"metas-ki-app-enthaelt-code-fuer-unveroeffentlichte-gesichtserkennung-auf-smart-glasses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/metas-ki-app-enthaelt-code-fuer-unveroeffentlichte-gesichtserkennung-auf-smart-glasses\/","title":{"rendered":"Metas KI-App enth\u00e4lt Code f\u00fcr unver\u00f6ffentlichte Gesichtserkennung auf Smart Glasses"},"content":{"rendered":"<p>In der KI-App von <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/meta-faehrt-mitarbeiterueberwachung-zurueck\/\" title=\"Meta f\u00e4hrt PC-\u00dcberwachung von Mitarbeitern teilweise zur\u00fcck\" data-iacss-internal=\"1\">Meta<\/a> hat sich ein bemerkenswerter Code versteckt: Er enth\u00fcllt eine Gesichtserkennungsfunktion f\u00fcr die hauseigenen Smart Glasses, die bislang nicht \u00f6ffentlich bekannt war. Der Code ist zwar weder aktiv noch f\u00fcr Nutzer zug\u00e4nglich, zeigt aber, dass Meta weiterhin intensiv daran arbeitet, biometrische Erkennung auf die Brille zu bringen. Ein Sicherheitsforscher best\u00e4tigte, dass derzeit keinerlei biometrische Daten an die <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/destruction-allstars-server-schliessen-2026\/\" title=\"Destruction AllStars aus PS Store entfernt, Server schlie\u00dfen November 2026\" data-iacss-internal=\"1\">Server<\/a> von Meta gesendet werden \u2013 dennoch wirft die Existenz des Codes grundlegende Fragen zum Umgang mit Privatsph\u00e4re und \u00dcberwachung auf.<\/p>\n<h2>Was der entdeckte Code \u00fcber &#8222;NameTag&#8220; verr\u00e4t<\/h2>\n<p>Der von <em><a href=\"https:\/\/www.wired.com\/story\/meta-smart-glasses-facial-recognition-codenametag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Wired<\/a><\/em> analysierte Code tr\u00e4gt im Inneren der Meta-KI-App den Projektnamen &#8222;NameTag&#8220;. Die Funktion ist darauf ausgelegt, mit den Smart Glasses Gesichter von Personen zu erfassen und den Brillentr\u00e4ger sp\u00e4ter zu benachrichtigen, sobald eines der zuvor aufgezeichneten Gesichter wieder erkannt wird. Das erinnert an eine pers\u00f6nliche Gesichtsdatenbank, die auf dem Ger\u00e4t selbst l\u00e4uft und ohne aktive Serververbindung auskommt.<\/p>\n<p>Interessant ist, dass fr\u00fchere Versionen der App bereits Interface-Elemente f\u00fcr die Funktion enthielten. So fand sich ein &#8222;<a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/nyt-connections-antworten-hinweise-raetsel-1056\/\" title=\"NYT Connections: Antworten, Hinweise und Gruppen f\u00fcr R\u00e4tsel 1056\" data-iacss-internal=\"1\">Connections<\/a>aaaa&#8220;-Men\u00fc, das Nutzer aufforderte, &#8222;sich an die Menschen zu erinnern, die man getroffen hat&#8220;. Dies deutet darauf hin, dass die Entwicklung von NameTag schon seit geraumer Zeit im Unternehmen vorangetrieben wird \u2013 und das Projekt offenbar weit \u00fcber eine reine Ideenphase hinaus ist.<\/p>\n<h2>Metas wechselhafte Geschichte mit Gesichtserkennung<\/h2>\n<p>Meta ist kein Neuling im Bereich der Gesichtserkennung. Bereits auf Facebook betrieb das Unternehmen eine umfassende Gesichtserkennung zur Markierung von Fotos, stellte diese jedoch 2021 nach massiven Datenschutzbedenken ein. Drei Jahre sp\u00e4ter, 2024, f\u00fchrte Meta die Technologie auf Instagram und Facebook wieder ein \u2013 diesmal als Sicherheitsfunktion zur Erkennung von Gesichtern in betr\u00fcgerischen Werbeanzeigen.<\/p>\n<p>Der nun entdeckte Code passt in dieses Muster eines Unternehmens, das die technischen M\u00f6glichkeiten der Gesichtserkennung immer wieder auslotet, sich aber \u00f6ffentlich zur\u00fcckhaltend gibt. Die Smart Glasses von Meta \u2013 die in Kooperation mit <a href=\"https:\/\/www.ray-ban.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Ray-Ban<\/a> und Oakley vertrieben werden \u2013 k\u00f6nnten der n\u00e4chste logische Schritt sein, um die Technologie in den Alltag zu integrieren.<\/p>\n<h2>Ethische Implikationen und Datenschutzbedenken<\/h2>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, mit einer Brille unauff\u00e4llig Gesichter zu scannen und sp\u00e4ter wiederzuerkennen, birgt enormes Missbrauchspotenzial. Auch wenn Meta betont, keine zentrale Gesichtsdatenbank aufbauen zu wollen, bleibt die Frage, wer letztlich die Kontrolle \u00fcber die erfassten biometrischen Daten hat. Ein Szenario, in dem die Brille in Echtzeit Personen identifiziert, ohne dass diese es wissen oder einwilligen, widerspricht den geltenden Datenschutzprinzipien in der EU und vielen anderen Rechtsr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Bef\u00fcrworter verweisen auf potenzielle Vorteile: F\u00fcr sehbeeintr\u00e4chtigte Menschen k\u00f6nnte eine Brille, die Gesichter erkennt und ansagt, eine echte Hilfe im Alltag sein. Doch dieser Nutzen wiegt die Risiken einer allgegenw\u00e4rtigen, unsichtbaren Gesichtserkennung nicht auf. Kritiker warnen vor einer neuen Stufe der \u00dcberwachung, die im \u00f6ffentlichen Raum praktisch nicht zu kontrollieren w\u00e4re.<\/p>\n<h2>Warum der Zeitpunkt der Berichterstattung brisant ist<\/h2>\n<p>Laut anonymen Meta-Quellen, die mit der <em>New York Times<\/em> sprachen, zeigte sich das Unternehmen intern interessiert daran, die Funktion in einem &#8222;dynamischen politischen Umfeld&#8220; einzuf\u00fchren. Die Begr\u00fcndung: Zivilgesellschaftliche Gruppen, die Meta \u00fcblicherweise f\u00fcr solche Vorst\u00f6\u00dfe kritisieren, h\u00e4tten dann ihre Ressourcen auf andere Themen konzentriert. Diese Taktik \u2013 wenn sie tats\u00e4chlich verfolgt wurde \u2013 w\u00e4re ein bezeichnendes Licht auf die strategische Planung des Konzerns.<\/p>\n<h2>Metas offizielle Stellungnahme<\/h2>\n<p>Meta-Sprecher Ryan Daniels lie\u00df auf Anfrage mitteilen: &#8222;Unabh\u00e4ngig von rei\u00dferischen Berichten sind die Fakten einfach: Wir haben schon zuvor gesagt, dass wir solche Funktionen erkunden, und was Sie sehen, ist lediglich ein Beleg f\u00fcr diese Erkundung. Es wurde nichts an Kunden ausgeliefert, und es wurde noch keine endg\u00fcltige Entscheidung getroffen, was hier getan wird. Falls wir uns f\u00fcr eine Einf\u00fchrung entscheiden, werden wir einen durchdachten Ansatz w\u00e4hlen und dies mit vollst\u00e4ndiger Transparenz tun.&#8220;<\/p>\n<p>Die Aussage ist klar: Meta stellt die Existenz des Codes nicht in Abrede, relativiert ihn aber als blo\u00dfe Erkundungsarbeit. Dass jedoch bereits Interface-Elemente existieren und der Funktionsumfang im Code detailliert beschrieben ist, deutet darauf hin, dass die Arbeiten weit fortgeschritten sind.<\/p>\n<h2>Was bedeutet NameTag f\u00fcr die Zukunft der Smart Glasses?<\/h2>\n<p>Derzeit gibt es keine konkreten Hinweise darauf, dass NameTag in einer der n\u00e4chsten Generationen der Meta-Smart-Glasses zum Einsatz kommen wird. Dass der Code aber \u00fcberhaupt existiert und immer wieder in neuen Versionen der App auftaucht, zeigt, dass das Unternehmen die Option ernsthaft pr\u00fcft. Die Technologie selbst ist reif, die Hardware leistungsf\u00e4hig genug \u2013 was fehlt, ist der gesellschaftliche und regulatorische Rahmen, der einen solchen Schritt absichert.<\/p>\n<p>Meta steht vor einem Dilemma: Einerseits will das Unternehmen die technischen Grenzen seiner Ger\u00e4te ausreizen, andererseits darf es das Vertrauen der Nutzer nicht verspielen. NameTag k\u00f6nnte eine der umstrittensten Funktionen werden, die jemals auf einer Consumer-Brille ausgeliefert wurde. Die Entscheidung dar\u00fcber, ob und wann der Code aktiviert wird, d\u00fcrfte Meta nicht allein im Silicon Valley treffen \u2013 sie wird auch von Gesetzgebern, B\u00fcrgerrechtlern und nicht zuletzt den K\u00e4ufern selbst abh\u00e4ngen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der KI-App von Meta hat sich ein bemerkenswerter Code versteckt: Er enth\u00fcllt eine Gesichtserkennungsfunktion f\u00fcr die hauseigenen Smart Glasses, die bislang nicht \u00f6ffentlich bekannt war. 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