{"id":44629,"date":"2026-07-23T21:30:26","date_gmt":"2026-07-23T19:30:26","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=44629"},"modified":"2026-07-23T21:30:26","modified_gmt":"2026-07-23T19:30:26","slug":"gewerkschaft-verklagt-bethesda-kanada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/gewerkschaft-verklagt-bethesda-kanada\/","title":{"rendered":"Gewerkschaft verklagt Bethesda wegen Versto\u00df gegen Arbeitsgesetze in Kanada"},"content":{"rendered":"<p>Die Gewerkschaft OneBGS hat rechtliche Schritte gegen den Spieleentwickler <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/fallout-5-bethesda-ankuendigung\/\" title=\"Fallout 5: Bethesda enth\u00fcllt neue Spiele nach Entlassungswelle\" data-iacss-internal=\"1\">Bethesda<\/a> eingeleitet. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe bewusst gegen kanadische Arbeitsgesetze versto\u00dfen, als es im Zuge der j\u00fcngsten Entlassungswelle bei <a href=\"https:\/\/xbox.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Xbox<\/a> Mitarbeiter in Montreal entlie\u00df. Die Klage wirft Bethesda vor, den betroffenen Besch\u00e4ftigten die gesetzlich minimal m\u00f6gliche Abfindung angeboten und gleichzeitig die Gewerkschaftsrechte missachtet zu haben.<\/p>\n<h2>Die Vorw\u00fcrfe im Einzelnen: Was wirft die Gewerkschaft Bethesda vor?<\/h2>\n<p>Laut der Gewerkschaft OneBGS verschickte Bethesda am 17. Juli \u2013 dem Tag, an dem das Unternehmen seine Roadmap f\u00fcr k\u00fcnftige <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/obsidian-neues-fallout-xbox\/\" title=\"Obsidian entwickelt neues Fallout als Xbox-Schl\u00fcsselprojekt\" data-iacss-internal=\"1\">Fallout<\/a>aa-Ver\u00f6ffentlichungen vorstellte \u2013 die K\u00fcndigungsschreiben an die kanadischen Mitarbeiter des <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/xbox-entlassungen-studios-restrukturierung\/\" title=\"Xbox entl\u00e4sst 3.200 Mitarbeiter und trennt sich von vier Studios\" data-iacss-internal=\"1\">Studios<\/a> in Montreal. Die betroffenen Angestellten sollten demnach die geringstm\u00f6gliche gesetzliche Abfindung erhalten: acht Wochen Gehalt als Ausgleich f\u00fcr die K\u00fcndigungsfrist, ausstehende Urlaubsverg\u00fctung und den sofortigen Verlust der Gruppenkrankenversicherung. Dies widerspreche den Zusicherungen aus einer Videokonferenz vom 6. Juli, in der den Mitarbeitern mitgeteilt worden war, dass sie bis September weiterbesch\u00e4ftigt blieben, w\u00e4hrend die Gewerkschaft mit dem Unternehmen \u00fcber die Abfindungsbedingungen verhandeln sollte.<\/p>\n<p>\u201eDiese Schreiben besagten, dass die Kanadier das absolute Minimum an Abfindung erhalten sollten: acht Wochen Gehalt als Ersatz f\u00fcr die gesetzliche Mindestk\u00fcndigungsfrist, offene Urlaubsverg\u00fctung und so weiter. Sie sollten auch sofort ihre Gruppenkrankenversicherung verlieren\u201c, erkl\u00e4rte die Gewerkschaft. \u201eBethesda und die Xbox-F\u00fchrung verdienen Millionen mit unserer Arbeit, und wenn wir das tun, werden wir entsorgt. Der Kreislauf, in dem Besch\u00e4ftigte f\u00fcr die Fehler des Managements bezahlen, endet hier.\u201c<\/p>\n<h2>Hintergrund: Auch CWA reicht Beschwerde gegen Microsoft ein<\/h2>\n<p>Die Klage von OneBGS ist Teil einer gr\u00f6\u00dferen Auseinandersetzung. Bereits zuvor hatten die Gewerkschaften CWA und CWA Canada gemeinsam eine Unfair-Labour-Practice-Beschwerde gegen Microsoft und seine T\u00f6chter Xbox, ZeniMax Media, id Software und Bethesda Game Studios eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Mitarbeiter entlassen, ohne die Gewerkschaften zu informieren oder mit ihnen zu verhandeln, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben sei, da Tarifverhandlungen \u00fcber einen neuen Kollektivvertrag liefen. Carmel Smyth, Pr\u00e4sidentin von CWA Canada, sagte dazu: \u201eDie Gewerkschaften haben Beschwerden gegen Microsoft eingereicht, weil das Unternehmen Mitarbeiter unrechtm\u00e4\u00dfig entlassen hat, ohne die Gewerkschaft zu benachrichtigen oder mit ihr zu sprechen, wie es der Arbeitgeber gesetzlich tun muss, wenn wir uns mitten in laufenden Tarifverhandlungen befinden.\u201c<\/p>\n<h2>Xbox \u00e4u\u00dfert sich zu den Anschuldigungen<\/h2>\n<p>Xbox hat auf die Vorw\u00fcrfe reagiert. In einer Stellungnahme hie\u00df es: \u201eWir respektieren das Recht unserer Mitarbeiter, ihre Stimme zu erheben, und wir erkennen an, dass dies eine schwierige Zeit f\u00fcr viele ist. Wir haben uns an die Gewerkschaft gewandt, um Verhandlungen \u00fcber die Folgen der Entlassungen zu beginnen, und wir sind diesem Prozess verpflichtet. Wir bleiben darauf konzentriert, die betroffenen Mitarbeiter w\u00e4hrend dieses \u00dcbergangs zu unterst\u00fctzen und gleichzeitig das Unternehmen f\u00fcr langfristige St\u00e4rke zu positionieren.\u201c Ob diese Aussage den Vorwurf der unterlassenen Konsultation entkr\u00e4ftet, werden die laufenden Verfahren zeigen.<\/p>\n<h2>Ausblick: Welche Konsequenzen drohen?<\/h2>\n<p>Die rechtlichen Auseinandersetzungen stehen noch am Anfang. Sollte die Klage von OneBGS oder die Beschwerden der CWA erfolgreich sein, drohen Bethesda und Microsoft Nachzahlungen, Strafen sowie die Auflage, k\u00fcnftige Entlassungen ordnungsgem\u00e4\u00df mit den Gewerkschaften zu verhandeln. Der Fall k\u00f6nnte weit \u00fcber Kanada hinaus als Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr die Rechte von Besch\u00e4ftigten in der Spieleindustrie dienen, in der Gewerkschaftsgr\u00fcndungen und -verhandlungen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Branche beobachtet die Entwicklung genau, denn sie zeigt, dass selbst gro\u00dfe Konzerne wie Microsoft bei der Umsetzung von Arbeitsgesetzen nicht \u00fcber den Gewerkschaften stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gewerkschaft OneBGS hat rechtliche Schritte gegen den Spieleentwickler Bethesda eingeleitet. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe bewusst gegen kanadische Arbeitsgesetze versto\u00dfen, als es im Zuge der j\u00fcngsten Entlassungswelle bei Xbox Mitarbeiter in Montreal entlie\u00df. Die Klage wirft Bethesda vor, den betroffenen Besch\u00e4ftigten die gesetzlich minimal m\u00f6gliche Abfindung angeboten und gleichzeitig die Gewerkschaftsrechte missachtet zu haben. 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