{"id":44970,"date":"2026-07-30T04:14:07","date_gmt":"2026-07-30T02:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=44970"},"modified":"2026-07-30T04:14:07","modified_gmt":"2026-07-30T02:14:07","slug":"claude-ai-post-quanten-sicherheitstest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/claude-ai-post-quanten-sicherheitstest\/","title":{"rendered":"Claude AI knackt Post-Quanten-Sicherheitstest in unter vier Stunden"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/claude.ai\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Claude AI<\/a>, die neueste Iteration von Anthropics Mythos Preview AI, hat einen Post-Quanten-Verschl\u00fcsselungstest in weniger als vier Stunden geknackt und gleichzeitig einen 200- bis 800-mal schnelleren Angriff auf eine reduzierte Rundenversion von AES-128 entdeckt. Die Durchbr\u00fcche erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die National Institute of Standards and Technology (<a href=\"https:\/\/www.nist.gov\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">NIST<\/a>) die Standardisierung post-quanten-kryptografischer Verfahren vorantreibt und die Sicherheitsgemeinschaft nach Werkzeugen sucht, um Schwachstellen fr\u00fchzeitig zu identifizieren. Claude demonstriert damit, wie KI-Modelle selbst komplexe, lattices-basierte Algorithmen analysieren und verborgene Muster aufdecken k\u00f6nnen, die menschlichen Kryptografen entgangen w\u00e4ren.<\/p>\n<h2>Die Angriffe im Detail: HAWK-256 und AES-128<\/h2>\n<p>Im Fokus der Untersuchung standen zwei unterschiedliche kryptografische Verfahren: das digitale Signatursystem HAWK-256, das speziell f\u00fcr den Widerstand gegen Quantencomputer entwickelt wurde, und ein siebenrunden reduziertes AES-128. HAWK-256 befindet sich derzeit in der Evaluierungsphase durch das NIST und gilt als vielversprechender Kandidat f\u00fcr die Post-Quanten-\u00c4ra. Claude attackierte eine Forschungsversion von HAWK, die nur sieben der vorgesehenen Runden umfasste \u2013 eine g\u00e4ngige Methode, um die Sicherheitsreserven eines Algorithmus zu testen.<\/p>\n<p>Die Entdeckung einer verborgenen Symmetrie im Lattice-basierten Algorithmus von HAWK-256 erm\u00f6glichte eine drastische Reduzierung der effektiven Schl\u00fcssell\u00e4nge. Auf einem 96-Core-Server gelang die vollst\u00e4ndige Schl\u00fcsselwiederherstellung in rund drei Stunden und 42 Minuten. Parallel dazu optimierte Claude den bekannten Angriff auf eine siebenrunden-Version von AES-128, indem ein 256-Wege-Rateschritt eliminiert wurde. Beide Angriffe sind nach Angaben von <a href=\"https:\/\/www.anthropic.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Anthropic<\/a> nicht auf Produktionssysteme \u00fcbertragbar, da sie auf gezielt abgeschw\u00e4chte Forschungsversionen abzielen. Dennoch unterstreichen sie die F\u00e4higkeit von KI, systematisch kryptografische Schwachstellen zu identifizieren, bevor diese in reale Systeme einflie\u00dfen.<\/p>\n<h3>Die verborgene Symmetrie in HAWK-256<\/h3>\n<p>Die entscheidende Schwachstelle in der getesteten HAWK-Variante war eine versteckte Symmetrie in der Gitterstruktur des Algorithmus. Lattice-basierte Verfahren beruhen auf der mathematischen H\u00e4rte von Problemen wie dem \u201eShortest Vector Problem\u201c. Eine Symmetrie bedeutet, dass die verwendeten Gittervektoren nicht vollst\u00e4ndig zuf\u00e4llig sind, sondern wiederkehrende Muster aufweisen. Claude erkannte diese Muster und nutzte sie, um die effektive Schl\u00fcsselentropie so weit zu reduzieren, dass eine vollst\u00e4ndige Schl\u00fcsselextraktion m\u00f6glich wurde. Der Angriff ben\u00f6tigte etwa 3,7 Stunden Rechenzeit auf einem 96-Core-Server \u2013 ein f\u00fcr Kryptografen bemerkenswert kurzer Zeitraum. Anthropic betont, dass dieser Angriff nur auf die siebenrunden Forschungsversion anwendbar ist und keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Sicherheit des vollst\u00e4ndigen HAWK-256-Schemas zul\u00e4sst.<\/p>\n<h3>Der optimierte AES-128-Angriff<\/h3>\n<p>Der zweite Angriff zielte auf eine siebenrunden-Version von AES-128 ab. Vollst\u00e4ndiges AES-128 f\u00fchrt zehn Runden mathematischer Transformationen durch, doch reduziert auf sieben Runden wird es anf\u00e4llig f\u00fcr bestimmte algebraische Angriffe. Claude gelang es, einen bekannten Angriff durch die Eliminierung eines 256-Wege-Rateschritts zu beschleunigen. Die Verbesserung liegt nach Angaben von Anthropic um den Faktor 200 bis 800, je nach Implementierung. Auch dieser Angriff ist nicht praxisrelevant, da er auf eine abgespeckte Version des Standards abzielt. Er zeigt jedoch, dass KI selbst etablierte Verfahren auf neuartige Weise analysieren kann, um Optimierungspotenziale zu heben.<\/p>\n<h2>Was bedeutet das f\u00fcr die Post-Quanten-Kryptographie?<\/h2>\n<p>Die Ergebnisse sind aus mehreren Gr\u00fcnden bedeutsam. Erstens best\u00e4tigen sie, dass KI-Modelle in der Lage sind, kryptografische Schwachstellen systematisch zu finden, bevor sie in Produktionssystemen eingesetzt werden. Zweitens liefern sie wertvolle Daten f\u00fcr die Weiterentwicklung von Post-Quanten-Verfahren. Die Entdeckung der Symmetrie in HAWK-256 hilft den Entwicklern, das <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/ps6-hybrid-handheld-design-preis-ueber-1000-euro\/\" title=\"PS6 f\u00fcr \u00fcber 1.000 Euro braucht radikales neues Design\" data-iacss-internal=\"1\">Design<\/a> robuster zu gestalten, indem sie solche Muster vermeiden. Drittens zeigt der Angriff auf AES-128, dass KI auch bei etablierten Standards Beschleunigungen erzielen kann, die f\u00fcr die Grundlagenforschung relevant sind.<\/p>\n<p>Anthropic stellt klar, dass keiner der Angriffe eine unmittelbare Bedrohung f\u00fcr aktuelle kryptografische Systeme darstellt. Die getesteten Versionen sind bewusst abgeschw\u00e4cht, und die vollst\u00e4ndigen Algorithmen \u2013 HAWK-256 mit voller Rundenanzahl und AES-128 mit zehn Runden \u2013 bleiben nach aktuellem Kenntnisstand sicher. Der Wert der Arbeit liegt vielmehr in der Methodik: KI kann als Werkzeug dienen, um Sicherheitsreserven fr\u00fchzeitig zu evaluieren und menschliche Blindstellen zu kompensieren. Die Kosten f\u00fcr die beiden Projekte beliefen sich auf rund 100.000 US$ pro Projekt an API-<a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/samsung-smartthings-api-gebuehren-oktober\/\" title=\"Samsung f\u00fchrt Geb\u00fchren f\u00fcr SmartThings API-Zugriff ein\" data-iacss-internal=\"1\">Geb\u00fchren<\/a>, insgesamt 200.000 US$ \u2013 ein Bruchteil dessen, was manuelle Analysen vergleichbaren Umfangs kosten w\u00fcrden.<\/p>\n<h2>Kosten und Autonomie der KI-gest\u00fctzten Forschung<\/h2>\n<p>Bemerkenswert ist der Grad der Autonomie, den Claude bei der Durchf\u00fchrung der Forschung erreicht hat. Anthropic berichtet, dass die KI den Gro\u00dfteil der Analyse eigenst\u00e4ndig durchf\u00fchrte; menschliche Eingriffe beschr\u00e4nkten sich auf die \u00dcberwachung und Verifikation der Ergebnisse. Die API-Kosten von 200.000 US$ f\u00fcr beide Projekte unterstreichen, dass solche Angriffe zwar rechenintensiv, aber im <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/z-fold-8-ultra-vergleich\/\" title=\"Samsung Galaxy Z Fold 8 und Fold 8 Ultra: Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich\" data-iacss-internal=\"1\">Vergleich<\/a> zu klassischen Forschungskampagnen erschwinglich sind. Dies er\u00f6ffnet die Perspektive, dass KI-basierte Sicherheitsanalysen k\u00fcnftig routinem\u00e4\u00dfig vor der Standardisierung neuer kryptografischer Verfahren eingesetzt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Entwicklung f\u00e4llt in eine Zeit, in der NIST die Standardisierung von Post-Quanten-Verfahren vorantreibt. Derzeit werden mehrere Kandidaten evaluiert, darunter lattices-basierte, code-basierte und multivariate Verfahren. Die F\u00e4higkeit von KI, selbst subtile Muster in diesen komplexen mathematischen Strukturen zu erkennen, k\u00f6nnte die Evaluierungsprozesse beschleunigen und die Sicherheit der finalen Standards erh\u00f6hen. Gleichzeitig mahnen Kryptografen, dass KI nicht nur als Angriffswerkzeug, sondern auch als Verteidigungsinstrument verstanden werden muss \u2013 etwa indem sie bei der Generierung sichererer Parameter hilft.<\/p>\n<p>Die Zukunft der Kryptografie wird zunehmend von KI gepr\u00e4gt sein. Claude hat gezeigt, dass maschinelles Lernen nicht nur Muster in Daten, sondern auch in mathematischen Beweisen und Algorithmen erkennen kann. W\u00e4hrend heutige Angriffe noch auf abgeschw\u00e4chte Versionen beschr\u00e4nkt sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis KI auch vollst\u00e4ndige Implementierungen auf Schwachstellen pr\u00fcft. Die Kryptografie-Community steht vor der Herausforderung, diese neuen F\u00e4higkeiten zu integrieren \u2013 sowohl als Angriffsvektor als auch als Schutzmechanismus. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob KI den Sicherheitsstandard insgesamt erh\u00f6ht oder neue Angriffsm\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet, die noch schwerer zu antizipieren sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Claude AI, die neueste Iteration von Anthropics Mythos Preview AI, hat einen Post-Quanten-Verschl\u00fcsselungstest in weniger als vier Stunden geknackt und gleichzeitig einen 200- bis 800-mal schnelleren Angriff auf eine reduzierte Rundenversion von AES-128 entdeckt. 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