{"id":49302,"date":"2026-08-18T05:39:42","date_gmt":"2026-08-18T03:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=49302"},"modified":"2026-08-18T05:39:42","modified_gmt":"2026-08-18T03:39:42","slug":"mercedes-f1-it-team","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/mercedes-f1-it-team\/","title":{"rendered":"Mercedes-F1-IT-Team balanciert Innovation und Stabilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Das Mercedes-F1-IT-Team balanciert Innovation und Stabilit\u00e4t in einem Umfeld, das von extremen Datenmengen und zeitkritischen Entscheidungen gepr\u00e4gt ist. Michael Taylor, IT Director des <a href=\"https:\/\/www.mercedesamgf1.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Mercedes-AMG Petronas<\/a> Formel-1-Teams, verantwortet eine 18-k\u00f6pfige IT-Mannschaft, die einen der datenintensivsten Betriebsabl\u00e4ufe der Welt steuert. Die Rennwagen sind mit rund 300 Sensoren ausgestattet, die w\u00e4hrend der Fahrt mehr als eine Million Datenpunkte pro Sekunde generieren \u2013 mehr Daten, als die meisten Unternehmen in einem ganzen Monat verarbeiten.<\/p>\n<h2 id=\"it-balance-akt-nach-rennkalender\">IT-Balance-Akt nach Rennkalender<\/h2>\n<p>Das Spannungsfeld zwischen Innovation und Kontrolle baut sich in den meisten Unternehmen \u00fcber Quartale oder Jahre auf. In der Formel 1 ist es ein w\u00f6chentlicher Prozess. \u201eDas ist wirklich hart \u2013 und wir bekommen es nicht immer richtig hin. Branchenerfahrung ist bei Entscheidungen rund um Ver\u00e4nderungen wirklich wichtig\u201c, gesteht Taylor. Sein Team arbeitet in zwei unterschiedlichen Modi: Zwischen den Rennwochenenden sind die Mitglieder im Werk in Brackley, Gro\u00dfbritannien, t\u00e4tig. Der Hauptsitz des Mercedes-AMG-Teams dient der Konstruktion, Fertigung und dem Testen der Rennwagen sowie einem 60.000 Quadratmeter gro\u00dfen Technologiecampus, auf dem sich alles um Projektmanagement und Experimente dreht. Sobald das Rennwochenende naht, verlagert sich der Fokus vollst\u00e4ndig auf die Umsetzung. Diese Dualit\u00e4t pr\u00e4gt jede technologische Entscheidung: Dieselbe Agilit\u00e4t, die unter der Woche Innovationen vorantreibt, muss zum Grand Prix der Stabilit\u00e4t weichen. IT Director Taylor bezeichnet dies als \u201est\u00e4ndigen Kampf\u201c.<\/p>\n<h2 id=\"sap-modernisierung-im-grand-prix-tempo\">SAP-Modernisierung im Grand-Prix-Tempo<\/h2>\n<p>Wie kampferprobt das F1-IT-Team ist, zeigte sich bei der Modernisierung des SAP-Systems. Mercedes-AMG Petronas setzt seit 1999 auf die Plattform aus Walldorf. Sie bildet die Grundlage f\u00fcr den gesamten \u201eDesign-to-Track\u201c-Prozess \u2013 von der Freigabe des Fahrzeugdesigns \u00fcber Planung, Beschaffung, Fertigung, Tests und Entwicklung bis hin zum Wiederaufbau des Rennwagens an der Strecke. F\u00fcr die Migration setzten Taylor und sein Team auf \u201eRISE with SAP\u201c. Dabei gingen sie wie bei einem Boxenstopp vor: Alles wurde auf die Sekunde genau geplant und pr\u00e4zise ausgef\u00fchrt. Im Dezember 2024 wurde der Zeitplan erarbeitet, mit dem Ziel, das System im <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/prime-gaming-august-2026\/\" title=\"Prime Gaming August 2026: Steelrising und Airship: Kingdoms Adrift gratis\" data-iacss-internal=\"1\">August 2026<\/a> in Betrieb zu nehmen \u2013 genau abgestimmt auf die zweiw\u00f6chige Rennpause. \u201eDas ist der perfekte Zeitpunkt, um \u00c4nderungen vorzunehmen \u2013 erfordert jedoch auch, alles bis ins Detail zu planen\u201c, erkl\u00e4rt Taylor. Am Ende hatte das IT-Team die SAP-Migration sogar acht Wochen vor dem geplanten Termin abgeschlossen. Dies erkl\u00e4rt Taylor mit der Natur des Motorsports: \u201eWir sind Kontrollfreaks \u2013 das liegt an unserem Sport und seinem zeitgebundenen Charakter. Mein Team zieht es vor, Systeme selbst zu besitzen und zu verwalten, anstatt sich auf gro\u00dfe Systemintegratoren zu verlassen.\u201c<\/p>\n<h2 id=\"assets-schutzen-im-high-speed-umfeld\">Assets sch\u00fctzen im High-Speed-Umfeld<\/h2>\n<p>Geistiges Eigentum zu sch\u00fctzen hat in der Formel 1 einen hohen Stellenwert \u2013 allerdings mit dem Unterschied, dass die Assets eine kurze Halbwertszeit aufweisen. Sobald ein neues Bauteil am Auto montiert und fotografiert wurde, erh\u00e4lt die Konkurrenz Einblicke. Der eigentliche Vorteil liegt nicht nur im Bauteil selbst, sondern in den \u00dcberlegungen, der Modellierung, der Simulation, den Fehlermodi, den Kompromissen und der Entwicklungsrichtung, die dabei eingeflossen sind. Um diese effektiv zu sch\u00fctzen, ist eine offensive Security-Strategie erforderlich. Der Sicherheitsverantwortliche des Mercedes-F1-Teams berichtet direkt an Taylor. Das Team testet aktiv die eigenen Abwehrma\u00dfnahmen. \u201eVerhalte dich wie ein Hacker, denke wie ein Hacker, arbeite wie ein Hacker. Wir machen uns Gedanken dar\u00fcber, wie wir Bedrohungen abwehren k\u00f6nnen, ohne das Erlebnis der Endbenutzer zu beeintr\u00e4chtigen\u201c, sagt Taylor. In einer Kultur, die technisches Handeln f\u00f6rdert, wirke sich eine \u00fcbertriebene Sicherheitspolitik schnell kontraproduktiv aus: \u201ePerfektion ist der Feind des Fortschritts. Wenn die Sicherheit dem Business im Weg steht, werden Mittel und Wege gefunden, die Ma\u00dfnahmen zu umgehen.\u201c Die Aufgabe der Security bestehe nicht darin, das Unternehmen auszubremsen, sondern den sicheren Weg zum einfachsten Weg zu machen.<\/p>\n<h2 id=\"ki-pace-ohne-uberschwang\">KI-Pace ohne \u00dcberschwang<\/h2>\n<p>Weil sich k\u00fcnstliche Intelligenz rasant weiterentwickelt, f\u00fchrt Taylors Team regelm\u00e4\u00dfig unternehmensweite Pilotprojekte durch. Beispielsweise experimentieren sie mit Machine Learning f\u00fcr Simulationen, agentenbasierten Workflows in der Produktionsplanung und Coding-Assistenten f\u00fcr Entwickler. Dabei widersteht Taylor dem Drang, die Dinge zu \u00fcberst\u00fcrzen: \u201eWir sind noch dabei, unseren Weg zu finden. Eine Einheitsl\u00f6sung gibt es nicht. In sechs bis zehn Monaten werden wir entscheiden, was wir in gro\u00dfem Ma\u00dfstab umsetzen.\u201c Vom Hype um autonom agierende KI l\u00e4sst er sich nicht anstecken: \u201eIch bin nach wie vor fest davon \u00fcberzeugt, dass es menschliche Aufsicht braucht. Wenn unsere Belegschaft mit der KI harmoniert, werden wir den echten Nutzwert der Technologie sehen \u2013 dort, wo sie unsere Mitarbeiter erg\u00e4nzt.\u201c KI hat die Messlatte in Sachen Datenmanagement h\u00f6her gelegt: \u201eGut genug bedeutet jetzt auch mehr Transparenz, klarere Berechtigungen und eindeutigere Zust\u00e4ndigkeiten. Man muss noch bewusster entscheiden, auf welche Daten die KI zugreifen darf.\u201c<\/p>\n<p>Taylors Rat an CIOs in anderen Branchen ist tr\u00fcgerisch simpel: \u201eBeginnen Sie mit den Konsequenzen, nicht mit der Technologie. Sobald man diese versteht, kann man entscheiden, was die strengsten Kontrollen erfordert, was \u00fcberwacht und aufbewahrt werden muss und an welchen Stellen es einfach nur einer besseren Grundhygiene bedarf.\u201c Dieser Ansatz \u2013 Geschwindigkeit mit Kontrolle zu verbinden, Menschen in Entscheidungsprozesse einzubinden und eine Governance zu etablieren, die gut genug ist \u2013 bietet einen Rahmen, der \u00fcber die Boxengasse hinausweist.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel ist im Original bei unserer Schwesterpublikation CIO.com erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Mercedes-F1-IT-Team balanciert Innovation und Stabilit\u00e4t in einem Umfeld, das von extremen Datenmengen und zeitkritischen Entscheidungen gepr\u00e4gt ist. Michael Taylor, IT Director des Mercedes-AMG Petronas Formel-1-Teams, verantwortet eine 18-k\u00f6pfige IT-Mannschaft, die einen der datenintensivsten Betriebsabl\u00e4ufe der Welt steuert. 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