{"id":49923,"date":"2026-08-25T18:40:31","date_gmt":"2026-08-25T16:40:31","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=49923"},"modified":"2026-08-25T18:40:31","modified_gmt":"2026-08-25T16:40:31","slug":"whatsapp-passkeys-kontosicherheit-49923","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/whatsapp-passkeys-kontosicherheit-49923\/","title":{"rendered":"WhatsApp f\u00fchrt mehrere Passkeys ein und ersetzt PINs"},"content":{"rendered":"<p>Der Messenger-Dienst <a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">WhatsApp<\/a> hat umfassende Neuerungen f\u00fcr die Kontosicherheit angek\u00fcndigt. Mehrere Passkeys pro Konto, komplexere Zwei-Faktor-Passw\u00f6rter und mehr Kontext bei unbekannten Anrufen sollen die Nutzer k\u00fcnftig besser vor Account\u00fcbernahme und Betrug sch\u00fctzen. Die \u00c4nderungen betreffen die Art und Weise, wie sich Anwender k\u00fcnftig anmelden und wie sie eingehende Anrufe bewerten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Passkeys l\u00f6sen zunehmend klassische Passw\u00f6rter ab<\/h2>\n<p>Die Verbreitung von Passkeys hat bei WhatsApp eine beachtliche Marke erreicht. Nach Angaben des Unternehmens haben bereits \u00fcber eine Milliarde Nutzer weltweit einen solchen kryptografischen Anmeldeschl\u00fcssel eingerichtet. Diese Entwicklung passt zu einem breiteren Branchentrend: Passkeys gelten als die Zukunft der Authentifizierung im Internet, da sie das m\u00fchsame Erstellen und Verwalten von Passw\u00f6rtern \u00fcberfl\u00fcssig machen.<\/p>\n<p>Das Prinzip eines Passkeys unterscheidet sich grundlegend von herk\u00f6mmlichen Anmeldeverfahren. Anstatt sich ein Kennwort zu merken oder einen per SMS zugestellten Code abzutippen, best\u00e4tigt der Nutzer seine Identit\u00e4t direkt auf dem Ger\u00e4t. Dies geschieht in der Regel \u00fcber biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, alternativ \u00fcber den Bildschirmsperren-Code des Smartphones. Die eigentliche Authentifizierung findet dabei lokal auf dem Ger\u00e4t statt \u2013 die sensiblen Schl\u00fcsselmaterialien werden nicht an Server \u00fcbertragen, was den Angriffspunkt f\u00fcr Phishing-Attacken deutlich reduziert.<\/p>\n<h3>Mehrere Passkeys f\u00fcr verschiedene Ger\u00e4teplattformen<\/h3>\n<p>Bislang war die Einrichtung von Passkeys bei WhatsApp auf einen Schl\u00fcssel pro Konto beschr\u00e4nkt. Diese Einschr\u00e4nkung erwies sich f\u00fcr Nutzer als problematisch, die sowohl ein Android-Smartphone als auch ein iPhone verwenden. Da diese Plattformen sich keinen gemeinsamen kryptografischen Schl\u00fcssel teilen k\u00f6nnen, mussten sich betroffene Anwender bislang f\u00fcr ein Ger\u00e4t entscheiden. Diese Einschr\u00e4nkung entf\u00e4llt nun: Ab sofort k\u00f6nnen mehrere Passkeys pro Konto hinterlegt werden.<\/p>\n<p>Die Verwaltung erfolgt \u00fcber die App-Einstellungen unter dem Men\u00fcpunkt \u201eKonto&#8220; und dort bei \u201ePasskeys&#8220;. Nutzer, die ausschlie\u00dflich Ger\u00e4te einer Plattform einsetzen, ben\u00f6tigen in der Regel weiterhin nur einen Schl\u00fcssel \u2013 f\u00fcr parallelen Einsatz von Android und iOS ist die neue Funktion jedoch ein deutlicher Komfortgewinn.<\/p>\n<h2>Abschied von einfachen sechsstelligen PINs<\/h2>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt der Sicherheitsinitiative betrifft die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Bisher konnten Nutzer ein sechsstelliges numerisches Kennwort festlegen, das bei der Anmeldung auf einem neuen Ger\u00e4t zus\u00e4tzlich zum Einmalpasswort abgefragt wurde. Diese Praxis geh\u00f6rt nun der Vergangenheit an. Anstelle der numerischen Codes treten alphanumerische Passw\u00f6rter, die auch Sonderzeichen enthalten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Hintergrund dieser Versch\u00e4rfung ist die Erkenntnis, dass kurze numerische PINs ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Ein prominentes Problem sind schwache Kombinationen wie 012345 oder das allgegenw\u00e4rtige 123456, die sich in Sekundenschnelle erraten lassen. Selbst mit weniger offensichtlichen sechsstelligen Zahlenkombinationen ist die Entropie \u2013 das Ma\u00df f\u00fcr die Vorhersagbarkeit \u2013 deutlich geringer als bei einem alphanumerischen Passwort mit Sonderzeichen. Angreifer, die Zugriff auf ein gestohlenes Einmalpasswort haben, k\u00f6nnten bei der g\u00e4ngigen Zwei-Faktor-Authentifizierung potenziell auch die PIN sperren.<\/p>\n<p>Was ist ein alphanumerisches Passwort mit Sonderzeichen? Es ist eine Zeichenfolge, die sowohl Buchstaben (gro\u00df und klein) als auch Ziffern und Sonderzeichen wie !, ? oder # enth\u00e4lt. Ein Beispiel w\u00e4re \u201eSicher!2024#WhatsApp&#8220;. Diese Kombination bietet eine erheblich h\u00f6here Sicherheit gegen Brute-Force-Angriffe als eine sechsstellige Zahl, da die Anzahl m\u00f6glicher Kombinationen exponentiell steigt.<\/p>\n<p>Bestehende Konten sind von der Neuerung unmittelbar betroffen. WhatsApp r\u00e4t Nutzern, die bislang schwache numerische PINs verwendet haben, diese umgehend auf das neue Format umzustellen. Die bisherigen sechsstelligen Codes werden durch die alphanumerischen Passw\u00f6rter ersetzt. F\u00fcr die Nutzer bedeutet dies: Wer schon vorab ein starkes, langes Passwort verwendet hat, wird kaum Unterschiede bemerken \u2013 wer jedoch auf bequeme Zahlenfolgen setzte, sollte das Sicherheitsverhalten \u00fcberdenken.<\/p>\n<h2>Mehr Kontext bei Anrufen von unbekannten Nummern<\/h2>\n<p>Die dritte Neuerung betrifft den Schutz vor Betrugsversuchen \u00fcber Anrufe. WhatsApp hat auf Android-Ger\u00e4ten eine Funktion eingef\u00fchrt, die bei Anrufen von nicht gespeicherten Kontakten zus\u00e4tzliche Hinweise einblendet. Anwender erfahren vor der Annahme des Anrufs, ob dieser aus dem Ausland stammt oder ob eine gemeinsame Gruppe mit dem Anrufer besteht.<\/p>\n<p>Diese Kontextinformationen erm\u00f6glichen eine fundiertere Entscheidung, ob ein Gespr\u00e4ch angenommen werden sollte. Insbesondere Anrufe aus fremden L\u00e4ndern ohne vorherigen Kontakt sind ein bekanntes Muster von Betrugsversuchen. Angreifer versuchen dabei h\u00e4ufig, unter dem Vorwand einer angeblichen Dringlichkeit Druck aufzubauen \u2013 etwa mit Behauptungen \u00fcber angebliche Sicherheitsvorf\u00e4lle oder Verwandte in Notlagen. Die neuen Anzeigen helfen dabei, solche Anrufe schneller als verd\u00e4chtig zu erkennen.<\/p>\n<p>Die Verf\u00fcgbarkeit ist vorerst auf Android beschr\u00e4nkt. F\u00fcr die iOS-Version des Messengers l\u00e4sst der Mutterkonzern Meta offen, ob und wann die Funktion nachgeliefert wird. Die Einf\u00fchrung dieser Anruffunktion ist Teil einer breiteren Anstrengung, die zunehmend ausgefeilten Betrugsmaschen einzud\u00e4mmen, die \u00fcber Messenger-Dienste verbreitet werden.<\/p>\n<p>Die gemeinsam eingef\u00fchrten Funktionen zeichnen ein klares Bild der Sicherheitsstrategie: WhatsApp setzt auf einen mehrschichtigen Ansatz. Die Passkey-Technologie adressiert die Schwachstellen der traditionellen Authentifizierung, die komplexeren Zwei-Faktor-Passw\u00f6rter erschweren gezielte Konto\u00fcbernahmen, und die zus\u00e4tzlichen Kontextinformationen bei unbekannten Anrufen zielen auf die menschliche Komponente der Betrugspr\u00e4vention. Ob sich die Ma\u00dfnahmen in der Praxis bew\u00e4hren, wird sich an der Reaktion der Nutzer auf die neuen Anforderungen zeigen \u2013 und daran, ob die Dunkelziffer der erfolgreichen Account\u00fcbernahmen tats\u00e4chlich zur\u00fcckgeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Messenger-Dienst WhatsApp hat umfassende Neuerungen f\u00fcr die Kontosicherheit angek\u00fcndigt. Mehrere Passkeys pro Konto, komplexere Zwei-Faktor-Passw\u00f6rter und mehr Kontext bei unbekannten Anrufen sollen die Nutzer k\u00fcnftig besser vor Account\u00fcbernahme und Betrug sch\u00fctzen. Die \u00c4nderungen betreffen die Art und Weise, wie sich Anwender k\u00fcnftig anmelden und wie sie eingehende Anrufe bewerten k\u00f6nnen. 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