{"id":50604,"date":"2026-08-31T01:31:39","date_gmt":"2026-08-30T23:31:39","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=50604"},"modified":"2026-08-31T01:31:39","modified_gmt":"2026-08-30T23:31:39","slug":"uta-dresch-docuware-coo-50604","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/uta-dresch-docuware-coo-50604\/","title":{"rendered":"Docuware-COO Uta Dresch: Vier Kinder und Karriere in der IT"},"content":{"rendered":"<p>Vier Kinder und Karriere in der IT \u2013 f\u00fcr Uta Dresch, Chief Operating Officer (COO) und General Manager bei <a href=\"https:\/\/www.docuware.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Docuware<\/a>, ist das kein Widerspruch, sondern gelebte Realit\u00e4t. Die promovierte Mathematikerin f\u00fchrt das operative Tagesgesch\u00e4ft eines der f\u00fchrenden Anbieter f\u00fcr Dokumenten-Management-Software und beweist, dass weibliche F\u00fchrungskarrieren in der Technologiebranche nicht an der Familienplanung scheitern m\u00fcssen. Ihr Erfolgsrezept ist jedoch nicht etwa ein strenger Plan, sondern eine Haltung, die sie bereits fr\u00fch in ihrer Laufbahn entwickelt hat: einfach fragen, gezielt f\u00f6rdern und konsequent f\u00fchren.<\/p>\n<h2>Der Weg zur COO: Von der Mathematik ins Software-Business<\/h2>\n<p>Uta Dresch stammt aus einem klassisch mathematischen Umfeld und entdeckte schon w\u00e4hrend des Studiums ihr Interesse an der Softwareentwicklung. Statt einer akademischen Laufbahn w\u00e4hlte sie den direkten Weg in die Industrie und bewarb sich auf Software-Engineer-Stellen. Diese Entscheidung, so betont sie r\u00fcckblickend, sei von dem Wunsch getrieben gewesen, theoretisches Wissen in praktische, skalierbare Produkte zu \u00fcbersetzen. Bei Docuware, einem Unternehmen mit Hauptsitz in M\u00fcnchen und globaler Pr\u00e4senz, stieg sie schlie\u00dflich zur Chief Operating Officer auf. In dieser Rolle verantwortet sie die Bereiche Produktentwicklung, Kundenservice und interne Prozesse \u2013 ein Aufgabengebiet, das sowohl technisches Verst\u00e4ndnis als auch ausgepr\u00e4gtes unternehmerisches Denken erfordert.<\/p>\n<p>Ihr Aufstieg zeigt ein Muster, das in der IT-Branche selten, aber umso wirkungsvoller ist: Dresch kombinierte fundierte Fachkenntnisse mit einer operativen Ergebnisorientierung. Sie fokussierte sich nicht auf reine Managementaufgaben, sondern blieb den Produkten und deren Architektur eng verbunden. Diese Doppelkompetenz, so erkl\u00e4ren Personalentwickler, verschafft in technologiegetriebenen Unternehmen oft den entscheidenden Vorteil, da sie Akzeptanz bei den Entwicklerteams schafft und gleichzeitig strategische Weitsicht erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h3>Vier Kinder und Karriere: Was ihr pers\u00f6nliches Erfolgsrezept ausmacht<\/h3>\n<p>Die Frage, wie sich eine Karriere auf Vorstandsebene mit der Verantwortung f\u00fcr vier Kinder vereinbaren l\u00e4sst, beantwortet Uta Dresch pragmatisch. Ihr Erfolgsrezept besteht aus drei Elementen: der aktiven Einforderung von Unterst\u00fctzung, der klaren Priorisierung und einem Netzwerk, das Vertrauen voraussetzt. Entscheidend sei, dass sie gelernt habe, fr\u00fchzeitig Fragen zu stellen \u2013 etwa nach flexiblen Arbeitsmodellen, nach Delegationsm\u00f6glichkeiten und nach der tats\u00e4chlichen Notwendigkeit von Anwesenheit. Diese Haltung des aktiven Nachfragens, die in vielen traditionellen Arbeitskulturen noch als Schw\u00e4che missverstanden wird, sieht sie als eine ihrer gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus pl\u00e4diert Dresch daf\u00fcr, dass Frauen im Berufsleben \u00f6fter \u201eNein\u201c sagen sollten \u2013 nicht aus Verweigerungshaltung, sondern aus strategischem Selbstmanagement. Wer st\u00e4ndig jede Aufgabe annehme, verliere die Kontrolle \u00fcber die eigene Zeit und die Qualit\u00e4t der Ergebnisse. Ihre Aussage: \u201eFragen, f\u00f6rdern, f\u00fchren\u201c \u2013 dieser Dreiklang sei keine Floskel, sondern ein operativer Leitfaden. Sie selbst habe ihn in jeder Karrierephase angewandt: vom ersten Bewerbungsgespr\u00e4ch bis zur heutigen F\u00fchrungsverantwortung.<\/p>\n<h2>Warum Frauen in der IT fr\u00fcher gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen<\/h2>\n<p>Ein zentraler Punkt in ihrem F\u00fchrungsansatz ist die \u00dcberzeugung, dass Frauen in der Technologiebranche deutlich fr\u00fcher gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen als heute \u00fcblich. Oft fehle es nicht an Talent oder Ambition, sondern an den richtigen Rahmenbedingungen in der Ausbildung und im Berufseinstieg. W\u00e4hrend m\u00e4nnliche Absolventen h\u00e4ufig von Mentoring-Programmen oder informellen Netzwerken profitieren, bleiben Frauen in der IT vielfach auf sich allein gestellt. Uta Dresch fordert daher ein Umdenken in Unternehmen: Statt abzuwarten, ob Frauen von selbst auf F\u00fchrungspositionen dr\u00e4ngen, sollten Firmen aktiv strukturierte F\u00f6rderprogramme aufsetzen \u2013 von gezielten Rotationsprogrammen \u00fcber interne Leadership-Akademien bis hin zu transparenten Bef\u00f6rderungskriterien.<\/p>\n<p>Diese Forderung deckt sich mit aktuellen Studien zur Diversit\u00e4t in der Tech-Branche. Laut einer Untersuchung des Digitalverbands Bitkom liegt der Frauenanteil in IT-Berufen in Deutschland bei rund 18 Prozent, in F\u00fchrungspositionen sogar noch deutlich darunter. Dresch analysiert die Ursachen nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene, sondern auch organisationsintern: \u201eViele Unternehmen haben gute Absichten, aber keine konsequente Umsetzung. Ein Diversit\u00e4tsziel ohne feste Ressourcen und messbare Meilensteine bleibt ein Symbol.\u201c Ihr eigenes Vorgehen bei Docuware basiert daher auf klaren KPIs: Sie misst die Anzahl weiblicher Bewerber in technischen Rollen, die Verbleibquote nach zwei Jahren und die Bef\u00f6rderungsrate \u2013 und leitet daraus konkrete Ma\u00dfnahmen ab.<\/p>\n<h3>F\u00fchrungsstil und Teamkultur: Flache Hierarchien, hohe Eigenverantwortung<\/h3>\n<p>Als COO eines mittelst\u00e4ndischen Technologieunternehmens mit rund 300 Mitarbeitern setzt Uta Dresch auf eine offene Kommunikationskultur. Sie beschreibt ihren F\u00fchrungsstil selbst als partizipativ und ergebnisorientiert. Entscheidungen werden nicht im stillen K\u00e4mmerlein getroffen, sondern im Austausch mit den Teams. Gleichzeitig erwartet sie von ihren Mitarbeitern ein hohes Ma\u00df an Eigeninitiative. Dieser Ansatz schaffe nicht nur bessere Produkte, sondern auch ein Arbeitsumfeld, das f\u00fcr Eltern und Menschen mit vielf\u00e4ltigen Lebensentw\u00fcrfen attraktiv sei.<\/p>\n<p>\u201eWir diskutieren viel, aber am Ende steht eine klare Entscheidung\u201c, sagt sie. Diese Mischung aus Offenheit und Verbindlichkeit sei entscheidend, um Innovationen voranzutreiben, ohne in endlosen Abstimmungsprozessen stecken zu bleiben. F\u00fcr die Belegschaft bedeutet das: flache Hierarchien, direkter Zugang zur F\u00fchrungsebene und eine hohe Entscheidungsfreiheit im eigenen Verantwortungsbereich. Eine Kultur, die gerade f\u00fcr Frauen mit Familienverantwortung attraktiv ist, da sie Flexibilit\u00e4t mit Verbindlichkeit kombiniert.<\/p>\n<h2>IT-Branche im Wandel: Neue Anforderungen an die operative F\u00fchrung<\/h2>\n<p>Die Rolle des Chief Operating Officers hat sich in den letzten Jahren grundlegend ver\u00e4ndert. War der Posten fr\u00fcher stark auf Kostenkontrolle und Prozessoptimierung ausgelegt, verlangt der Markt heute eine strategischere Ausrichtung. Bei Docuware, das cloudbasierte Dokumenten-Management-L\u00f6sungen anbietet, bedeutet dies: Die COO muss die Produktstrategie mit den operativen F\u00e4higkeiten der Organisation abstimmen, globale Kundenbed\u00fcrfnisse antizipieren und gleichzeitig die digitale Transformation des eigenen Unternehmens vorantreiben. Uta Dresch beschreibt dies als eine permanente Challenge, bei der mathematisches Denken hilft: \u201eMan muss Muster erkennen, Annahmen testen und iterative Verbesserungen zulassen \u2013 das ist methodisch nicht weit von der Arbeit an einem komplexen Algorithmus entfernt.\u201c<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass sie diese Herausforderungen nicht als Hindernis, sondern als Gestaltungsspielraum betrachtet. Ihr Werdegang zeigt, dass eine Karriere in der IT f\u00fcr Frauen nicht nur m\u00f6glich, sondern auch erf\u00fcllend sein kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. \u201eEs geht nicht darum, M\u00e4nnern etwas zu beweisen, sondern darum, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen: Was will ich erreichen? Wen brauche ich daf\u00fcr? Und wie gehe ich kompromisslos meinen Weg?\u201c, so Dresch.<\/p>\n<h3>Zukunftsausblick: Neue Wege f\u00fcr Frauen in der Tech-Branche<\/h3>\n<p>F\u00fcr die kommenden Jahre sieht Uta Dresch in der IT-Branche einen zunehmenden Bedarf an F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten, die sowohl technisches Verst\u00e4ndnis als auch soziale Kompetenz vereinen. Gerade der Fachkr\u00e4ftemangel zwinge Unternehmen dazu, ihr Recruiting zu diversifizieren und bisher vernachl\u00e4ssigte Talentpools zu erschlie\u00dfen. Sie prognostiziert, dass Frauen, die heute die richtigen Fragen stellen und sich gezielt f\u00f6rdern lassen, in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis zehn Jahren verst\u00e4rkt in Top-Positionen aufr\u00fccken werden. Voraussetzung sei jedoch, dass die Unternehmen selbst den Wandel gestalten \u2013 mit konkreten Angeboten zur Kinderbetreuung, flexiblen Arbeitszeitmodellen und vor allem einer Unternehmenskultur, die Leistung nicht an Anwesenheit misst.<\/p>\n<p>Uta Dresch selbst ist das beste Beispiel daf\u00fcr, dass Mathematik und Mutterschaft, operative Exzellenz und Familienleben sich nicht ausschlie\u00dfen. Ihre Botschaft an junge Frauen in der Tech-Branche ist klar: \u201eTraut euch, den ersten Schritt zu machen. Fragt nach, was ihr braucht \u2013 und f\u00fchrt dann konsequent. Die IT braucht mehr Frauen, die nicht nur mitreden, sondern mitentscheiden.\u201c Dieser Pragmatismus, gepaart mit mathematischer Pr\u00e4zision und einem klaren F\u00fchrungsanspruch, d\u00fcrfte auch k\u00fcnftig Ma\u00dfst\u00e4be setzen \u2013 f\u00fcr Docuware und \u00fcber die Branche hinaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Kinder und Karriere in der IT \u2013 f\u00fcr Uta Dresch, Chief Operating Officer (COO) und General Manager bei Docuware, ist das kein Widerspruch, sondern gelebte Realit\u00e4t. Die promovierte Mathematikerin f\u00fchrt das operative Tagesgesch\u00e4ft eines der f\u00fchrenden Anbieter f\u00fcr Dokumenten-Management-Software und beweist, dass weibliche F\u00fchrungskarrieren in der Technologiebranche nicht an der Familienplanung scheitern m\u00fcssen. 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