{"id":51829,"date":"2026-09-11T01:32:43","date_gmt":"2026-09-10T23:32:43","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=51829"},"modified":"2026-09-11T01:32:43","modified_gmt":"2026-09-10T23:32:43","slug":"mantax-otax-android-malware-bedrohungspannen-analyse-gefahr-einschaetzung-schutzmassnahmen-sicherheitstipps-erkennung-entfernung-update-2025-deutschland-oesterreich-schweiz-oeko-test-stiftung-warentes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/mantax-otax-android-malware-bedrohungspannen-analyse-gefahr-einschaetzung-schutzmassnahmen-sicherheitstipps-erkennung-entfernung-update-2025-deutschland-oesterreich-schweiz-oeko-test-stiftung-warentes\/","title":{"rendered":"Mantax Otax verschl\u00fcsselt Dateien, stiehlt Daten und bel\u00e4stigt Opfer"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.android.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Android<\/a>a-Malware <strong>Mantax Otax<\/strong> kombiniert Ransomware und Spyware in einer einzigen Bedrohung: Sie verschl\u00fcsselt Dateien, stiehlt vertrauliche Daten und setzt ihre Opfer zus\u00e4tzlich mit massiven Bel\u00e4stigungsfunktionen unter Druck. Die indonesischen Betreiber verbreiten die Schadsoftware \u00fcber manipulierte APKs au\u00dferhalb des <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/toxicpanda-blockiert-google-play-durch-vpn-berechtigungen\/\" title=\"ToxicPanda blockiert Google Play durch VPN-Berechtigungen\" data-iacss-internal=\"1\">Google Play<\/a> Store und nutzen dabei gezielt Phishing- und Social-Engineering-Nachrichten, um Nutzer zur Installation zu bewegen.<\/p>\n<h2>Was ist Mantax Otax?<\/h2>\n<p>Mantax Otax ist eine Android-Malware, die Erpressung und \u00dcberwachung vereint. Sie dringt \u00fcber b\u00f6sartige Installationspakete in das System ein und fordert nach der Ausf\u00fchrung die Berechtigung zur Nutzung des Accessibility-Dienstes. Dieser Dienst ist eigentlich f\u00fcr die Bedienung von Android-Ger\u00e4ten mit eingeschr\u00e4nkter Motorik gedacht, verschafft der Malware aber nahezu uneingeschr\u00e4nkte Kontrolle \u00fcber das infizierte Smartphone.<\/p>\n<p>Sobald die Berechtigung erteilt ist, ruft die Malware die Domain ihrer Command-and-Control-Infrastruktur (C2) von GitHub ab und \u00fcbermittelt Informationen \u00fcber das Opfer: Standort, Mobilfunkanbieter, Android-Version und Ger\u00e4te-ID. Anschlie\u00dfend kann der C2-Server \u00fcber Firebase oder WebSockets Befehle an das Ger\u00e4t senden und dort ausf\u00fchren.<\/p>\n<h2>Mantax Otax verschl\u00fcsselt \u00e4ltere Android-Ger\u00e4te<\/h2>\n<p>Das Ransomware-Modul der Malware zielt auf Ger\u00e4te mit Android 9 oder \u00e4lteren Versionen. Die Begr\u00fcndung liegt in einer Android-Sicherheitsfunktion: Ab Android 10 schr\u00e4nkt \u201eScoped Storage\u201c den Zugriff von Apps auf den gemeinsamen Speicher erheblich ein. Dadurch l\u00e4sst sich die Dateiverschl\u00fcsselung nur noch auf das externe App-Verzeichnis anwenden, was den Schaden f\u00fcr das Opfer deutlich begrenzt. Auf \u00e4lteren Systemen hingegen durchsucht Mantax Otax den gesamten Shared Storage nach ausgew\u00e4hlten Dateitypen und verschl\u00fcsselt diese mit einem AES-Schl\u00fcssel, den der C2-Server individuell f\u00fcr jedes Opfer generiert.<\/p>\n<p>Nach der Verschl\u00fcsselung l\u00f6scht die Malware die Originaldateien und h\u00e4ngt an die verschl\u00fcsselten Dateien die Endung \u201e.enc\u201c an. Parallel ersetzt Mantax Otax auf dem Ger\u00e4t gespeicherte Bilder durch L\u00f6segeldhinweise und \u00f6ffnet einen Vollbild-Firebase-Chat, \u00fcber den die T\u00e4ter mit ihren Opfern verhandeln. Bemerkenswert: Sicherheitsforscher von Zimperium entdeckten eine Fehlkonfiguration des Firebase-C2-Servers, die es ihnen erlaubte, die Gespr\u00e4che zwischen Angreifern und Betroffenen einzusehen.<\/p>\n<h2>Spyware-Modul: Umfassender Datenklau auf dem Smartphone<\/h2>\n<p>\u00dcber die Verschl\u00fcsselung hinaus sammelt Mantax Otax eine breite Palette sensibler Daten. Die Malware ist in der Lage, Sperrbildschirm-PINs abzugreifen, um dauerhaft auf das Ger\u00e4t zugreifen zu k\u00f6nnen. Sie liest SMS-Nachrichten und Einmalpassw\u00f6rter (OTP), die f\u00fcr Zwei-Faktor-Authentifizierungen genutzt werden, und ruft Anrufprotokolle, Kontakte, Browserverlauf, installierte Apps, <a href=\"https:\/\/www.google.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Google<\/a>-Kontoinformationen sowie den Standort des Nutzers ab.<\/p>\n<p>Besonders perfide ist der Zugriff auf Messenger-Inhalte: \u00dcber simulierte Interaktionen mit dem Accessibility-Dienst extrahiert die Malware WhatsApp-Profile und Chatverl\u00e4ufe sowie Telegram-Konversationen. Zus\u00e4tzlich missbraucht sie die MediaProjection-API von Android, um Screenshots aufzunehmen, MP4-Videos vom Bildschirm zu erstellen und den Bildschirm nahezu in Echtzeit \u00fcber den Dateihosting-Dienst Catbox zu streamen. Sogar die Kameras des infizierten Ger\u00e4ts kann Mantax Otax fernsteuern, um Fotos aufzunehmen und an die Betreiber zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<h2>Bel\u00e4stigung als Druckmittel in Version 2<\/h2>\n<p>Mit Version 2 der Malware haben die Entwickler eine weitere Komponente hinzugef\u00fcgt: Bel\u00e4stigungsfunktionen, die das Opfer gezielt unter Druck setzen sollen. Dazu geh\u00f6ren wiederholt eingeblendete Dialogfenster, vollfl\u00e4chige Videos, schnelle \u201eJumpscare\u201c-Bilder und ferngesteuerte Text-to-Speech-Nachrichten, die \u00fcber die Lautsprecher des Ger\u00e4ts abgespielt werden.<\/p>\n<p>Diese Elemente wirken wie ein Wecker, der nicht abgeschaltet werden kann. Sie sollen die psychische Belastung erh\u00f6hen und das Opfer dazu bewegen, schneller auf die L\u00f6segeldforderung einzugehen. Die Kombination aus Datenverschl\u00fcsselung, Diebstahl intimer Informationen und offener Bel\u00e4stigung macht Mantax Otax zu einer besonders aggressiven Bedrohung f\u00fcr mobile Endger\u00e4te.<\/p>\n<h2>Wie sch\u00fctzt man sich vor Mantax Otax?<\/h2>\n<p>F\u00fcr Anwender ist die wichtigste Ma\u00dfnahme, keine APKs aus unbekannten Quellen zu installieren. Google Play ist zwar nicht vollst\u00e4ndig frei von Schadsoftware, aber das Risiko ist dort deutlich geringer. Zudem sollte man Apps, die den Accessibility-Dienst verlangen, besonders kritisch pr\u00fcfen, da dieser weitreichende Rechte gew\u00e4hrt. Nur vertrauensw\u00fcrdigen Publishern sollte man solche Berechtigungen erteilen.<\/p>\n<p>Auf aktuellen Android-Ger\u00e4ten mit aktivem Play-Protect-Dienst wird Mantax Otax bereits erkannt und blockiert, da Zimperium \u00fcber die App Defense Alliance (ADA) ein Sicherheitspartner von Google ist. Wer ein \u00e4lteres Ger\u00e4t ohne Updates betreibt, sollte sich bewusst sein, dass es weiterhin ein attraktives Ziel f\u00fcr derartige Hybrid-Malware bleibt.<\/p>\n<p>Die Entwicklung von Mantax Otax zeigt, wie Angreifer klassische Ransomware mit Spionagefunktionen und psychologischen Druckmitteln kombinieren. K\u00fcnftig d\u00fcrften \u00e4hnliche Schadprogramme zunehmen, die nicht nur Daten sperren, sondern auch die Privatsph\u00e4re der Opfer aushebeln. Umso wichtiger ist ein bewusster Umgang mit App-Berechtigungen und die regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle installierter Anwendungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Androida-Malware Mantax Otax kombiniert Ransomware und Spyware in einer einzigen Bedrohung: Sie verschl\u00fcsselt Dateien, stiehlt vertrauliche Daten und setzt ihre Opfer zus\u00e4tzlich mit massiven Bel\u00e4stigungsfunktionen unter Druck. 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