{"id":55268,"date":"2026-09-26T13:50:18","date_gmt":"2026-09-26T11:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=55268"},"modified":"2026-09-26T13:50:18","modified_gmt":"2026-09-26T11:50:18","slug":"datenabgriff-hotelnet-solutions-phishing-welle-55268","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/datenabgriff-hotelnet-solutions-phishing-welle-55268\/","title":{"rendered":"Datenabgriff bei HotelNetSolutions l\u00f6st Phishing-Welle aus"},"content":{"rendered":"\n<p>Ausgerechnet die Vorfreude auf den Urlaub wird aktuell von Kriminellen verdorben. In Deutschland und den Nachbarl\u00e4ndern sind Hotelg\u00e4ste das Ziel einer Phishing-Welle, die per E-Mail und WhatsApp mit t\u00e4uschend echten Buchungsdaten arbeitet. Grundlage ist offenbar ein Datenabgriff bei HotelNetSolutions GmbH.<\/p>\n<h2>Datenabgriff bei HotelNetSolutions: Das ist bekannt<\/h2>\n<p>Der auf Hotelbuchungen spezialisierte Berliner Dienstleister HotelNetSolutions hat auf einer eigenen Informationsseite einen Sicherheitsvorfall einger\u00e4umt. Unbekannte verschafften sich \u00fcber eine Sicherheitsl\u00fccke Zugang zu Reservierungsdaten. Die Schwachstelle wurde nach Unternehmensangaben am 19.09.2026 geschlossen. Betroffen sind Reservierungen aus dem Zeitraum Januar 2026 bis einschlie\u00dflich 13.09.2026.<\/p>\n<p>Genau diese zeitliche Einordnung sorgt allerdings f\u00fcr Diskussionen. Das Unternehmen weist darauf hin, dass der Zeitraum der betroffenen Reservierungen nicht mit der Dauer des tats\u00e4chlichen unbefugten Zugriffs gleichgesetzt werden darf. Zun\u00e4chst hatte der Verdacht im Raum gestanden, die Angreifer k\u00f6nnten sich \u00fcber Monate Zugang zu den Systemen verschafft haben. Best\u00e4tigt hat sich das auf Nachfrage nicht. Sebastian D\u00fcpr\u00e9, Head of Operations bei HotelNetSolutions, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber heise online, f\u00fcr die aktuellen Vorf\u00e4lle liege kein Nachweis daf\u00fcr vor, dass der \u00fcber die am 19.09.2026 geschlossene Schwachstelle erfolgte Zugriff verantwortlich sei.<\/p>\n<p>F\u00fcr betroffene G\u00e4ste bleibt die Lage dennoch brisant. Die Angreifer nutzen die erbeuteten Daten, um t\u00e4uschend echte Zahlungsaufforderungen zu verschicken. Empf\u00e4nger werden etwa aufgefordert, eine offene Rechnung zu begleichen oder eine angebliche Anzahlung nachzuleisten. Nach Informationen von heise online sind bereits Hotelg\u00e4ste auf diese Masche hereingefallen und haben \u00dcberweisungen ausgel\u00f6st. HotelNetSolutions r\u00e4t deshalb zu erh\u00f6hter Wachsamkeit und einer kritischen Pr\u00fcfung jeder Zahlungsaufforderung.<\/p>\n<h2>Fr\u00fchere Warnung und die Rolle der Hotels<\/h2>\n<p>Bereits im M\u00e4rz 2026 berichtete G\u00fcnter Born in seinem Blog \u201eBorncity\u201c \u00fcber einen \u00e4hnlichen Phishing-Vorfall, bei dem mutma\u00dflich Daten aus dem Umfeld des Dienstleisters verwendet wurden. Im Mittelpunkt stand dabei die Plattform OnePageBooking.com. Ob es eine direkte Verbindung zu den aktuellen Vorf\u00e4llen gibt, lie\u00df HotelNetSolutions auf Anfrage offen. Nach eigenen Angaben des Unternehmens lie\u00dfen sich die missbr\u00e4uchlichen Abgriffe aus den vorhandenen Log-Dateien im Nachhinein \u201enicht belastbar\u201c zuordnen.<\/p>\n<p>Datenschutzrechtlich sehen sich in erster Linie die Hotels in der Pflicht. HotelNetSolutions tritt als Auftragsverarbeiter auf, die angeschlossenen Unternehmen gelten als Verantwortliche im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung. Deshalb m\u00fcssen die H\u00e4user ihre betroffenen G\u00e4ste informieren, wenn ein hohes Risiko f\u00fcr deren Rechte besteht. Nach Artikel 34 DSGVO ist das zwingend vorgeschrieben. Hinweise darauf gibt es bereits: heise online liegen erste Benachrichtigungen von Hotels an ihre G\u00e4ste vor.<\/p>\n<h2>Was Hotelg\u00e4ste jetzt tun sollten<\/h2>\n<p>Der beste Schutz gegen diese Form von Betrug ist ein aufmerksamer Umgang mit unaufgeforderten Zahlungsmails. Die folgenden Hinweise helfen, die Masche zu durchschauen:<\/p>\n<ul>\n<li>Zahlungsaufforderungen niemals sofort \u00fcberweisen. Besser das Hotel \u00fcber eine offizielle Telefonnummer anrufen und die Forderung direkt kl\u00e4ren.<\/li>\n<li>Auf Links und Anh\u00e4nge in der verd\u00e4chtigen Nachricht verzichten. Oft f\u00fchren diese auf gef\u00e4lschte Buchungsseiten, die t\u00e4uschend echt aussehen.<\/li>\n<li>Absenderadressen genau pr\u00fcfen. Phishing-Mails verwenden h\u00e4ufig Domains, die den echten Adressen der Hotels oder Buchungsportale sehr \u00e4hnlich sind.<\/li>\n<li>Keine Zugangsdaten oder TANs herausgeben. Hotels und Plattformen fragen niemals per E-Mail oder WhatsApp nach Passw\u00f6rtern oder Kreditkarteninformationen.<\/li>\n<li>Vorf\u00e4lle melden. Betroffene sollten Anzeige erstatten und im Zweifel die zust\u00e4ndige Datenschutzbeh\u00f6rde informieren.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Fazit: Lieber einmal mehr nachfragen<\/h2>\n<p>Der aktuelle Datenabgriff bei HotelNetSolutions zeigt, wie verwundbar die digitale Buchungskette zwischen Hotel, Plattform und Gast ist. Hotelg\u00e4ste k\u00f6nnen nicht verhindern, dass ihre Daten in falsche H\u00e4nde geraten. Sie k\u00f6nnen aber verhindern, dass aus einer ungepr\u00fcften Mail eine teure \u00dcberweisung wird. Der direkte Kontakt zum Hotel bleibt deshalb der sicherste Weg. Entscheidend wird nun sein, wie offen die betroffenen H\u00e4user informieren und wie schnell sich die Phishing-Welle eind\u00e4mmen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgerechnet die Vorfreude auf den Urlaub wird aktuell von Kriminellen verdorben. In Deutschland und den Nachbarl\u00e4ndern sind Hotelg\u00e4ste das Ziel einer Phishing-Welle, die per E-Mail und WhatsApp mit t\u00e4uschend echten Buchungsdaten arbeitet. Grundlage ist offenbar ein Datenabgriff bei HotelNetSolutions GmbH. 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