{"id":55556,"date":"2026-10-21T14:57:28","date_gmt":"2026-10-21T12:57:28","guid":{"rendered":"https:\/\/overcentral.com\/de\/?p=55556"},"modified":"2026-10-21T14:57:28","modified_gmt":"2026-10-21T12:57:28","slug":"athene-startup-award-it-sa-2025-55556","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overcentral.com\/de\/athene-startup-award-it-sa-2025-55556\/","title":{"rendered":"Firmware-Fuzzing und KI-Pentesting: F\u00fcnf Startups k\u00e4mpfen um Athene Award"},"content":{"rendered":"<p>Firmware-Fuzzing ohne Zielhardware, <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/ki-agenten-sicherheit-sandboxing-strategien-50534\/\" title=\"KI-Agenten brauchen mehr Schutz als Sandboxing\" data-iacss-internal=\"1\">KI-Agenten<\/a> als Pentester und eine Plattform f\u00fcr den Cyber Resilience Act: Die f\u00fcnf Finalisten des <a href=\"https:\/\/www.athene-center.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">Athene<\/a> Startup Awards UP26@<a href=\"https:\/\/www.it-sa.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-iacss-external=\"1\">it-sa<\/a> zeigen, wie breit das Spektrum moderner Cybersicherheitsl\u00f6sungen ist. Fuzzware, Squr, Complioty, Redcastle und Blindsight pr\u00e4sentieren sich am 28. Oktober auf der it-sa in N\u00fcrnberg der Jury und k\u00e4mpfen um Preisgelder von insgesamt bis zu 15.000 Euro. Das nationale Forschungszentrum f\u00fcr angewandte Cybersicherheit Athene und die N\u00fcrnbergMesse richten den Award aus.<\/p>\n<h2>Firmware-Fuzzing ohne Hardware: Fuzzware<\/h2>\n<p>Das Bochumer Unternehmen Fuzzware hat sich auf das H\u00e4rtetesten von Embedded-Software spezialisiert. Firmware-Fuzzing bedeutet, dass ein Programm automatisiert tausende variierter Eingaben an eine Software sendet, um Abst\u00fcrze und Schwachstellen zu provozieren. Der entscheidende Vorteil von Fuzzware: Das Team ben\u00f6tigt weder das physische Ger\u00e4t noch den Quellcode. Die kompilierte Firmware l\u00e4uft in einer emulierten Umgebung, eine automatische Hardwaremodellierung ersetzt das Original. Das Prinzip \u201eFuzz what you ship\u201c erlaubt skalierbare Tests in der Cloud. Dass die Methode praxistauglich ist, bewies das Team nicht nur bei den DEF CON Finals, sondern auch bei Pwn2Own in Japan, wo es den Titel \u201eMaster of Pwn\u201c und 215.000 <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/bitget-hackerangriff-nordkorea-55256\/\" title=\"Nordkoreanische Hacker stehlen 351,6 Millionen US-Dollar von Bitget\" data-iacss-internal=\"1\">US-Dollar<\/a> Preisgeld gewann. Mit dem Award-Geld will Fuzzware unter anderem den Einstieg in regelm\u00e4\u00dfige Firmware-Tests f\u00fcr Hersteller automatisieren.<\/p>\n<h2>KI-Pentesting als Dauerl\u00f6sung: Squr<\/h2>\n<p>Der einmalige Jahres-Pentest ist f\u00fcr viele Unternehmen teuer und deckt nur eine Momentaufnahme ab. Squr aus Weingarten setzt deshalb auf KI-Agenten, die Webanwendungen und APIs permanent angreifen. Die Plattform nutzt gefundene Schwachstellen kontrolliert aus und meldet nur diejenigen, die sich tats\u00e4chlich ausnutzen lie\u00dfen. Nach der Behebung pr\u00fcft das System erneut und stellt ein Zertifikat aus, das sich mit jedem sauberen Lauf aktualisiert. \u201eAuditoren freut das, Hacker nicht\u201c, bringt es Gr\u00fcnder Adam Lundqvist auf den Punkt. Der Dienst richtet sich an Unternehmen mit 20 bis 500 Besch\u00e4ftigten ohne eigenes Security-Team und startet bei 995 Euro im Monat. Seit dem Live-Gang im Oktober 2025 hat die Plattform bereits \u00fcber 200 Schwachstellen aufgedeckt. K\u00fcnftig soll die L\u00f6sung gefundene L\u00fccken sogar automatisiert schlie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>CRA-Konformit\u00e4t f\u00fcr den Maschinenbau: Complioty<\/h2>\n<p>Mit dem Cyber Resilience Act (CRA), der seit September 2026 eine Meldung von Schwachstellen binnen <a href=\"https:\/\/overcentral.com\/de\/cra-meldepflicht-startet-heute-24-stunden-frist-fuer-hersteller\/\" title=\"CRA-Meldepflicht startet heute: 24-Stunden-Frist f\u00fcr Hersteller\" data-iacss-internal=\"1\">24 Stunden<\/a> vorschreibt, w\u00e4chst der Druck auf Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen. Das M\u00fcnchner Startup Complioty hat sich auf Maschinen- und Anlagenbauer spezialisiert. Deren Problem: In jeder Maschine stecken dutzende zugekaufte Komponenten, f\u00fcr die st\u00e4ndig neue Sicherheitsl\u00fccken gemeldet werden. Compliotys Plattform erzeugt automatisch Software-St\u00fccklisten (SBOMs) und gleicht diese mit \u00fcber 90 Schwachstellenquellen ab. Das System erfasst auch industrietypische Systeme wie das TIA Portal, B&amp;R oder Codesys, f\u00fcr die Standarddatenbanken oft keine Eintr\u00e4ge liefern. Das Startup, das bereits den Athene SpeedUpSecure Accelerator und eine BMBF-F\u00f6rderung \u00fcber 800.000 Euro gewonnen hat, will das Award-Preisgeld in sein siebenk\u00f6pfiges Team investieren. In einem Jahr sollen 100 Kunden aus dem Maschinenbau die Plattform nutzen.<\/p>\n<h2>Rund-um-die-Uhr-SOC f\u00fcr den Mittelstand: Redcastle<\/h2>\n<p>Viele mittelst\u00e4ndische Unternehmen haben Firewall und Virenschutz, aber niemanden, der die Sicherheitswarnungen rund um die Uhr auswertet. Diese L\u00fccke nutzen Angreifer aus, indem sie sich oft wochenlang unbemerkt in Netzwerken bewegen. Redcastle aus Heubach bietet ein KI-gest\u00fctztes Security Operations Center (SOC) als Dienst an. Die KI bewertet die eingehenden Alarme und leitet nur die kritischen F\u00e4lle an menschliche Analysten weiter. Das Modell arbeitet effizient: \u00dcber 50 Millionen Alarme wurden verarbeitet, aber nur rund 18.000 landeten tats\u00e4chlich bei einem Analysten. Die Kunden erhalten priorisierte F\u00e4lle mit konkreten Handlungsempfehlungen. Gr\u00fcnder Stefan K\u00f6hler m\u00f6chte einen m\u00f6glichen Preisgewinn in den Ausbau des Analystenteams stecken, vor allem in die Ausbildung junger Kr\u00e4fte aus der Region. Parallel arbeitet das Unternehmen an der ISO-27001-Zertifizierung und der Markteinf\u00fchrung eines eigenen XDR-Agenten.<\/p>\n<h2>Transparenz und Sicherheit f\u00fcr KI-Systeme: Blindsight<\/h2>\n<p>Der f\u00fcnfte Finalist kommt aus Z\u00fcrich und adressiert ein wachsendes Problem: Shadow AI und gezielte Angriffe auf K\u00fcnstliche Intelligenz. Blindsight hat eine Software entwickelt, die Unternehmen einen vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick \u00fcber ihren KI-Einsatz verschafft und die Systeme absichert \u2013 gegen Prompt Injection, bei der Angreifer Befehle in die Eingabe schleusen, oder Data Poisoning, der Manipulation von Trainingsdaten. Die L\u00f6sung l\u00e4uft lokal beim Kunden oder in dessen Private Cloud, die Daten verlassen das Unternehmen nicht. Gr\u00fcnder Guilherme Santos, selbst Ethical Hacker, stellte fest, dass vielen Firmen schlicht die Transparenz \u00fcber ihre KI-Landschaft fehlt. Mit dem Award erhofft sich das sechsk\u00f6pfige Kern-Team Sichtbarkeit f\u00fcr eine bevorstehende Finanzierungsrunde. In zw\u00f6lf Monaten peilt das Startup einen wiederkehrenden Jahresumsatz von rund 1,75 Millionen Euro an.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnf Finalisten zeigen die gesamte Spannbreite der Cybersicherheit: von der klassischen Firmware-Analyse \u00fcber regulatorische Compliance bis zur Sicherung moderner KI-Systeme. Der Athene Startup Award UP26@it-sa bietet ihnen die B\u00fchne, um Investoren und die Fach\u00f6ffentlichkeit von ihren innovativen Konzepten zu \u00fcberzeugen. Die Entscheidung der Jury auf der it-sa in N\u00fcrnberg wird zeigen, welchem Ansatz das gr\u00f6\u00dfte Zukunftspotenzial bescheinigt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Firmware-Fuzzing ohne Zielhardware, KI-Agenten als Pentester und eine Plattform f\u00fcr den Cyber Resilience Act: Die f\u00fcnf Finalisten des Athene Startup Awards UP26@it-sa zeigen, wie breit das Spektrum moderner Cybersicherheitsl\u00f6sungen ist. Fuzzware, Squr, Complioty, Redcastle und Blindsight pr\u00e4sentieren sich am 28. 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