Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) hat im dritten Quartal einen neuen Gewinnrekord erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Rekordgewinn von TSMC ist vor allem auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz zurückzuführen. Mit 763 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet rund 21 Milliarden Euro) lag der Nettogewinn um mehr als zwei Drittel über dem Vorjahreswert. Der Umsatz stieg im Dreimonatszeitraum um 51 Prozent auf 1,49 Billionen Taiwan-Dollar.
KI-Nachfrage treibt TSMC zu Bestwerten
Der Konzern produziert unter anderem Chips für die Chipriesen Nvidia und AMD sowie für Apple. Insbesondere die Aufträge für KI-Rechenzentren, die vor allem in den USA massiv ausgebaut werden, bescheren TSMC eine anhaltende Auftragsschwemme. Die Bruttomarge erreichte im dritten Quartal 66,4 Prozent – das bedeutet, dass nach Abzug der Herstellungskosten knapp zwei Drittel des Umsatzes als Bruttogewinn übrig bleiben. Verwaltungs- und Vertriebskosten sind in dieser Kennzahl noch nicht enthalten.
| Kennzahl | Wert (Q3 2024) |
|---|---|
| Nettogewinn | 763 Mrd. Taiwan-Dollar (~21 Mrd. Euro) |
| Umsatz | 1,49 Billionen Taiwan-Dollar (+51 % zum Vorjahr) |
| Bruttomarge | 66,4 % |
| Geplanter Investitionsrahmen 2024 | Bis zu 64 Mrd. US-Dollar |
| Anzahl gleichzeitig gebauter/erneuerter Fabriken | 20 |
Zuversichtlicher Ausblick für das vierte Quartal
Auch für die kommenden Monate zeigt sich TSMC optimistisch. Im laufenden vierten Quartal peilt das Unternehmen eine Bruttomarge zwischen 65 und 67 Prozent an – genau im Bereich der Markterwartungen. Beim Umsatz legt TSMC die Latte etwas höher: 52,3 bis 54,3 Milliarden US-Dollar (bis zu 48,6 Milliarden Euro) sollen es werden. Das liegt über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Der Konzern geht davon aus, dass die Nachfrage nach KI-Chips weiterhin stark bleiben wird und auch das klassische Geschäft mit Smartphone- und PC-Prozessoren anzieht.
20 Fabriken gleichzeitig im Bau
Um dem rasanten Wachstum gerecht zu werden, baut TSMC seine Produktionskapazitäten massiv aus. Allein in diesem Jahr will das Unternehmen bis zu 64 Milliarden US-Dollar in neue Anlagen investieren. Derzeit arbeitet TSMC parallel am Bau oder an der Erneuerung von insgesamt 20 Fabriken. Die neuen Werke entstehen sowohl in Taiwan als auch im Ausland, darunter in den USA, Japan und Deutschland. Mit diesen Investitionen sichert sich der Auftragsfertiger langfristig die Technologieführerschaft und kann die steigende Chipnachfrage bedienen, ohne Engpässe zu riskieren.
Die Kombination aus Rekordgewinn, optimistischem Ausblick und massiven Investitionen unterstreicht die zentrale Rolle von TSMC in der globalen Halbleiterindustrie. Während sich der KI-Boom weiter beschleunigt, wird der Konzern voraussichtlich auch in den kommenden Quartalen neue Bestmarken aufstellen. Die Frage ist weniger, ob TSMC weiter wächst, sondern wie schnell es seine Kapazitäten ausbauen kann, um den nie dagewesenen Bedarf zu decken.