NVIDIA RTX 6090 2027: Leaker uneins über Launch-Zeitraum

Widersprüchliche Leaks zur RTX 6090: KI-Boom blockiert TSMC-Kapazitäten und verschiebt den Launch.

Highlights
  • Laut Leak von Moore's Law is Dead kommt die RTX 60 Serie im ersten Halbjahr 2027.
  • MEGAsizeGPU widerspricht und hält einen frühen Launch für völligen Unsinn.
  • GDDR7-Speicher wird knapp, da NVIDIA die Produktion für KI-Beschleuniger nutzt.

Die Gerüchteküche um NVIDIAs kommende Gaming-GPU-Generation kocht über. Während einige Leaker den Launch der RTX-6090-Reihe bereits für die erste Jahreshälfte 2027 prognostizieren, widersprechen andere Quellen dieser Einschätzung vehement. Der Zeitpunkt für den Marktstart des nächsten Grafikmonsters ist damit so ungewiss wie nie zuvor – und das aus strukturellen Gründen, die weit über bloße Spekulationen hinausgehen.

Interne Quellen behaupten: RTX 60 Serie kommt im ersten Halbjahr 2027

Der bekannte YouTube-Kanal „Moore‘s Law is Dead“ berief sich Mitte September auf einen angeblichen NVIDIA-Insider. Dessen Aussage zufolge peilt der Grafikspezialist den Launch der GeForce RTX 60 Serie auf Basis der Rubin-Architektur für die erste Hälfte des Jahres 2027 an. Ursprünglich sei die Markteinführung sogar für 2026 geplant gewesen.

Doch dann habe die Explosion der KI-Nachfrage die Wafer-Kapazitäten bei TSMC blockiert. Das milliardenschwere Geschäft mit Data-Center-Beschleunigern hat bei NVIDIA oberste Priorität. Dennoch, so der anonyme Informant weiter, habe man das Gaming-Projekt nicht auf Eis gelegt. „Wir könnten Rubin nicht bis 2028 hinauszögern. Das Projekt wurde vor Monaten abgesegnet und läuft mit konkreten Meilensteinen“, wird der Insider zitiert. Die Verzögerung sei kalkuliert, das Ziel aber weiterhin 2027.

Widerspruch aus der Leaker-Szene: „Völliger Unsinn“

Kaum war die Nachricht draußen, konterte der GPU-Experte MEGAsizeGPU. Er bezeichnete die Behauptungen über einen frühen Launch als „völlig haltloses Gerücht“. Seine Begründung ist pragmatisch: NVIDIA werfe derzeit massiv ältere 10nm-Chips (GA106) auf den Markt, um die begehrten Fertigungsslots in den modernen Knoten komplett den Data-Center- und Profi-Produkten zu überlassen. „Die Knappheit bei der RTX 50 Serie und den Notebook-RTX-40-Modellen wird anhalten. Wer ernsthaft glaubt, die RTX 60 sei bald in Massen verfügbar, der irrt“, so MEGAsizeGPU.

Damit nicht genug. Ein weiterer renommierter Leaker mit dem Pseudonym kopite7kimi, der in der Vergangenheit oft zutreffende Informationen lieferte, hatte zuvor bereits einen späteren Zeitraum genannt: Er rechnet mit einer Vorstellung der RTX 60 Serie erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 – also ein halbes Jahr nach den Prognosen von Moore‘s Law is Dead.

Die Verwirrung ist komplett. Tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass NVIDIA die gesamte geplante „RTX 50 SUPER“-Reihe nach der Gamescom 2026 faktisch gestrichen hat. Die Ressourcen fließen nun vollständig in die Rubin-Architektur. Der Schritt zeigt, wie angespannt die Lage ist: Selbst eine geplante Refresh-Generation ließ sich nicht mehr realisieren.

Warum der Launch so unsicher ist: GDDR7 und die KI-Maschine

Die widersprüchlichen Leaks sind kein Zufall, sondern die Folge eines tiefer liegenden Problems. NVIDIA kämpft mit einer strukturellen Verknappung der Lieferkette. Herzstück des Dilemmas ist der GDDR7-Speicher. Die hochmodernen 3-Gigabit-Chips, die für die RTX 50 SUPER vorgesehen waren, werden knapp – und zwar nicht, weil sie technisch schwierig zu fertigen sind, sondern weil NVIDIA selbst die gesamte verfügbare Produktion für seine KI-Beschleuniger abgreift.

Für die RTX 60 Serie wird der Druck noch größer. Sie benötigt noch schnellere Speichermodule, und die Nachfrage zum Launch übersteigt die einer reinen Refresh-Generation um ein Vielfaches. Solange NVIDIAs Data-Center-Geschäft die TSMC-Kapazitäten dominiert, bleibt für Gaming-Chips nur der Platz, der nach der KI-Produktion übrig ist. Eine klassische Zweijahres-Taktung für neue Architekturen ist unter diesen Bedingungen faktisch obsolet.

Preisschock vorprogrammiert?

Selbst wenn die RTX 60 Serie Anfang 2027 erscheint, dürfte das für Gamer ein teures Vergnügen werden. Die Kosten für GDDR7 steigen, die Lithografie-Knoten werden teurer, und die Preise für Basiskomponenten wie Spannungswandler und Leiterplatten ziehen an. Die unverbindliche Preisempfehlung von 1.999 US-Dollar für die aktuelle RTX 5090 ist in der Realität längst keine Obergrenze mehr. Viele Händler verlangen weit mehr. Es ist davon auszugehen, dass NVIDIAs nächste Flaggschiff-GPU die 2.000-Dollar-Marke endgültig hinter sich lässt.

Das Ergebnis ist eine verfahrene Situation: NVIDIA hat das Gaming als Cashcow längst durch das KI-Geschäft ersetzt. Die Roadmap ist nicht mehr planbar, weil externe Faktoren – allen voran die Kapazitätsvergabe bei TSMC – den Takt vorgeben. Ob die RTX 6090 nun im Frühjahr 2027, im Herbst 2027 oder erst 2028 auf den Markt kommt, ist fast nebensächlich. Entscheidend ist, zu welchem Preis sie erscheint und ob sie überhaupt in nennenswerten Stückzahlen verfügbar sein wird. Die Antwort auf diese Frage wird zeigen, wie weit die Priorität des Gamers im Hause NVIDIA tatsächlich gesunken ist.

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