Microsoft September-Updates verursachen RDS-Ausfälle auf Windows Server

Microsoft bestätigt: September-Sicherheitsupdates legen Remotedesktopdienste lahm – Workaround per Gruppenrichtlinie verfügbar.

Highlights
  • Die September-Updates 2026 verursachen RDS-Ausfälle auf Windows Server 2012 und neuer sowie Windows 10 und 11.
  • Microsoft stellt einen Gruppenrichtlinien-basierten Workaround bereit, bis ein permanenter Fix erscheint.
  • Ein vollständiges Update-Rollback stellt die RDS-Funktionalität wieder her, setzt Systeme aber Sicherheitsrisiken aus.

Die Sicherheitsupdates vom September 2026 verursachen schwerwiegende Ausfälle der Remotedesktopdienste (RDS) auf Windows-Servern. Dies bestätigte Microsoft nun offiziell und reagiert auf weitreichende Meldungen aus der Systemadministrations-Community, wonach betroffene Systeme nach der Installation der aktuellen Patch-Day-Updates keine RDP-Verbindungen mehr zulassen. Die Störung betrifft Windows Server 2012 und neuere Versionen sowie Windows 10 und Windows 11.

Remotedesktopdienste nach Update-Installation instabil

Laut einem aktuellen Health-Update von Microsoft kann die RDS-Infrastruktur nach der Installation der September-Updates destabilisieren. Konkret berichten Administratoren von Verbindungsabbrüchen nach wenigen Minuten, vollständigen Anmeldefehlern oder Servern, die beim Start des Remotedesktop-Konfigurationsdienstes mit der Meldung „Bitte warten Sie auf die Remotedesktopkonfiguration“ hängen bleiben. In einigen Fällen half nur ein harter Neustart, um die Funktionalität kurzfristig wiederherzustellen.

Die Auswirkungen beschränken sich nicht allein auf RDP-Sitzungen. Microsoft bestätigt, dass auch die Microsoft Management Console (MMC), der RDS-Lizenzierungsdiagnose-Assistent und der Windows-Explorer unresponsiv werden können. Zudem kann die Windows-Update-Seite einfrieren und permanent einen Ladeindikator anzeigen, was die Fehlersuche zusätzlich erschwert. Ein besonders tückisches Detail: Bestehende Remotedesktopsitzungen lassen sich nach dem Auftreten des Fehlers nicht mehr sauber trennen oder abmelden, während gleichzeitig neue Verbindungsversuche während des Aufbauprozesses scheitern.

Workaround durch Gruppenrichtlinie verfügbar

Für Unternehmen, deren Systeme durch IT-Abteilungen verwaltet werden, stellt Microsoft einen Gruppenrichtlinien-basierten Workaround bereit. Dieser findet sich unter Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen und soll die Symptome vorerst eindämmen, bis ein permanenter Fix bereitsteht. Die Entwickler arbeiten mit Hochdruck an einer endgültigen Lösung, die über Windows Update ausgeliefert werden soll.

Für den Fall, dass der Zugriff auf virtuelle Maschinen über RDP vollständig blockiert ist, empfiehlt Microsoft, die betroffene VM anzuhalten und neu zu starten. Dies stellte sich in der Praxis als eine der wenigen sofort wirksamen Maßnahmen heraus, um die RDS-Konnektivität temporär wiederherzustellen. Allerdings handelt es sich hierbei um keine nachhaltige Lösung, da der Fehler nach unbestimmter Zeit erneut auftreten kann.

Administratoren setzen auf Update-Rollback

Viele Systemadministratoren griffen in den vergangenen Tagen zu einer drastischen, aber effektiven Methode: dem vollständigen Entfernen der fehlerhaften September-Updates. Dieser Schritt stellt die Remotedesktopfunktionalität zuverlässig wieder her – allerdings um den Preis, dass sämtliche Sicherheitskorrekturen, die mit dem aktuellen Patch Tuesday ausgeliefert wurden, ebenfalls verloren gehen. Das setzt Unternehmen einem erhöhten Sicherheitsrisiko aus und ist als Dauerlösung nicht zu empfehlen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Microsoft-Updates die Remotedesktopdienste beeinträchtigen. Bereits im März 2025 musste der Konzern einen ähnlichen Known-Issue beheben, der ebenfalls auf Aktualisierungen zurückging, die seit Januar 2025 ausgerollt wurden. Die damalige Problematik führte ebenfalls zu flächendeckenden RDS-Verbindungsabbrüchen, konnte aber nach Veröffentlichung eines Hotfixes endgültig gelöst werden. Die Wiederholung eines solchen Vorfalls wirft Fragen zur Qualitätssicherung und zum Testprozess der monatlichen Sicherheitsupdates auf.

Analyse der Fehlerursache und Ausblick

Obwohl Microsoft die genaue technische Ursache für die RDS-Ausfälle noch nicht detailliert offengelegt hat, deuten die Symptome auf ein Problem im Zusammenspiel der Update-Komponenten mit dem Remotedesktop-Sitzungs-Manager hin. Der „Please wait“-Hänger deutet auf einen Deadlock oder eine kritische Timeout-Situation in der Initialisierungsphase der Sitzung hin. Unternehmen, die auf eine hochverfügbare RDS-Umgebung angewiesen sind, müssen aktuell mit erheblichen Produktivitätseinbußen rechnen.

Als Übergangslösung sollten IT-Verantwortliche den von Microsoft bereitgestellten Gruppenrichtlinien-Workaround evaluieren und auf ihren Testsystemen prüfen, ob er im jeweiligen Umfeld die gewünschte Stabilität bringt. Parallel dazu empfehlen Sicherheitsexperten, die offiziellen Support-Kanäle von Microsoft zu beobachten und sofort zu handeln, sobald der dauerhafte Fix verfügbar ist. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie kritisch eine durchdachte Patch-Management-Strategie ist – mit klaren Rollback-Plänen und einer sorgfältigen Testphase in einer vom Produktivsystem isolierten Umgebung, bevor Sicherheitsupdates flächendeckend ausgerollt werden.

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