US-amerikanische Apple-Kunden, die in den vergangenen Jahren ein iPhone erworben haben, können nun im Rahmen eines 250-Millionen-Dollar-Vergleichs eine Entschädigung beantragen. Die Zahlung resultiert aus einer Sammelklage, die dem Konzern vorwarf, die Einführung der beworbenen Apple-Intelligence-Funktionen vorsätzlich verzögert zu haben. Je nach Gerät und Anzahl der erfolgreichen Anträge winken Auszahlungen zwischen 25 und 95 US-Dollar pro betroffenem iPhone.
Wer ist im Siri-Vergleich anspruchsberechtigt?
Der Vergleich gilt ausschließlich für Geräte, die in den USA gekauft wurden. Kunden aus Deutschland, Großbritannien, Kanada oder Frankreich sind nicht abgedeckt. Anspruch haben alle, die zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. März 2025 eines der folgenden iPhone-Modelle gekauft haben:
- iPhone 15 Pro
- iPhone 15 Pro Max
- iPhone 16
- iPhone 16e
- iPhone 16 Plus
- iPhone 16 Pro
- iPhone 16 Pro Max
Der Käufer muss der Ersterwerber sein und das Gerät für persönliche oder geschäftliche Zwecke genutzt haben. Ein Kaufbeleg ist nicht zwingend erforderlich, aber die Seriennummer des iPhones wird benötigt – sie findet sich in den Einstellungen unter Allgemein > Info.
Wie funktioniert die Antragstellung auf Entschädigung?
Berechtigte Verbraucher müssen ihre Ansprüche über die offizielle Website SmartphoneAISettlement.com einreichen. Die Frist läuft bis zum 21. Dezember 2026. Der Prozess ist bewusst niedrigschwellig gestaltet:
- Webseite aufrufen und auf „Date a Claim“ klicken.
- Vorhandene Claim-ID und PIN eingeben oder einen neuen Antrag starten.
- Art des Antrags wählen: privat oder geschäftlich.
- Persönliche Daten, Seriennummer des Geräts und bevorzugte Auszahlungsmethode (PayPal, Venmo, ACH oder Scheck) angeben.
- Eine eidesstattliche Erklärung zur Wahrheit der Angaben unterschreiben.
Für Geschäftskunden gelten leicht abweichende Regeln: Sie müssen zusätzlich eine Vorlage herunterladen, in der Seriennummer, Apple-Account-ID und Telefonnummer des jeweiligen Geräts aufgelistet werden. Die Auszahlung erfolgt in diesem Fall ausschließlich per ACH-Überweisung oder Scheck.
Wie hoch fällt die Entschädigung tatsächlich aus?
Die erwartete Zahlung beträgt schätzungsweise 25 US-Dollar pro qualifiziertem Gerät. Sollten nur wenige gültige Anträge eingehen, kann der Betrag auf bis zu 95 US-Dollar ansteigen. Umgekehrt sinkt die Summe, falls zahlreiche Ansprüche validiert werden. Der Gesamtfonds von 250 Millionen Dollar muss zudem Rechtsanwaltskosten, Steuern und Verwaltungsausgaben abdecken.
Warum wurde Apple überhaupt verklagt?
Der Hintergrund reicht zurück zur Worldwide Developers Conference im Juni 2024. Dort hatte Apple erstmals sein KI-System Apple Intelligence vorgestellt und angekündigt, die Funktionen würden bereits im Herbst desselben Jahres verfügbar sein. Tatsächlich jedoch verzögerte sich die Auslieferung mehrfach – zuerst auf 2025, später erneut. Erst im Herbst 2025 erschien ein Teil der versprochenen Funktionen, die vollständige Integration folgte sogar erst mit der Einführung von iOS 27 im Herbst 2026.
Diese wiederholten Verzögerungen führten zu Unmut unter den Käufern, die ihre Entscheidung für ein iPhone unter anderem auf das Versprechen der KI-Funktionen gestützt hatten. Die Klageschrift argumentierte, dass Apple mit der Werbung für nicht verfügbare Funktionen irreführend gehandelt habe. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe weiterhin, erklärte sich aber bereit, den Vergleich zu zahlen, um den Rechtsstreit zu beenden.
Welche Konsequenzen ergeben sich für Apples KI-Strategie?
Bemerkenswert ist die personelle Entwicklung: Während der Verzögerungen zog sich KI-Chef John Giannandrea aus seiner operativen Rolle zurück. Apple ging zudem eine Partnerschaft mit Google ein, um dessen Gemini-Modell für die Weiterentwicklung eigener KI-Funktionen zu nutzen. Ein Teil der heute verfügbaren Apple-Intelligence-Funktionen wurde ursprünglich bereits 2024 angekündigt – genau jene zeitliche Lücke, die den Nährboden für die Sammelklage bildete.
Der Fall dürfte als Warnung für die gesamte Branche dienen: Wer mit KIa-Fähigkeiten für Endkunden wirbt, muss die Lieferbarkeit zeitnah sicherstellen. Andernfalls drohen nicht nur Reputationsschäden, sondern handfeste finanzielle Konsequenzen in Milliardenhöhe. Für betroffene US-Kunden bleibt nun bis Ende 2026 Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen.