Apple bringt im Herbst 2026 offenbar lang erwartete Neuauflagen des Apple TV 4K und des HomePod mini auf den Markt. Beide Geräte erhalten ein Update des Innenlebens, während sich am Design kaum etwas ändern dürfte. Die Frage, die sich viele stellen: Warum hat das so lange gedauert?
Zwei Jahre Stillstand wegen Siri
Das aktuelle Apple TV 4K stammt vom November 2022, der HomePod mini sogar vom November 2020. Der darin verbaute S5-Chip basiert auf dem Jahr 2019 und stammt aus der Apple Watch Series 5. Beide Produkte wären längst überfällig für eine Auffrischung gewesen, doch Apple hielt die Auslieferung zurück – obwohl die Hardware offenbar fertig war.
Der Grund dafür war Siri. Wie Mark Gurman in seinem Newsletter „Power On“ vom 31. Mai berichtet, waren die neuen Modelle von Anfang an darauf ausgelegt, gemeinsam mit der nächsten Generation von Siri und den Funktionen von Apple Intelligence auf den Markt zu kommen. Die wiederholten Verzögerungen auf der Softwareseite führten dazu, dass die fertigen Geräte monatelang in den Lagern lagen.
„Die neuen Produkte waren für die Veröffentlichung zusammen mit dem Update für Siri und Apple Intelligence vorgesehen. Deshalb wurden sie Monat für Monat zurückgehalten. Die Software kommt nun nach mehreren Verschiebungen im Herbst“, heißt es in dem Bericht.
Die nächste Generation von Siri mit Apple Intelligence sollte ursprünglich im Herbst 2024 zusammen mit dem iPhone 16 erscheinen. Apple versprach eine schrittweise Einführung im Laufe des Jahres 2025, musste die Pläne im März 2025 jedoch offiziell verschieben. Letztlich wird die neue Siri erst mit iOS 27 im Herbst 2026 ausgeliefert. In der Zwischenzeit hatte Apple mit einer Sammelklage zu kämpfen, weil das Unternehmen für das iPhone 16 mit Siri-Funktionen warb, die es zum Zeitpunkt der Auslieferung gar nicht gab. Der Konzern einigte sich auf einen Vergleich in Höhe von 250 Millionen USaaa-Dollar (rund 39 Milliarden Yen).
Was sich bei Apple TV 4K und HomePod mini ändert
Apple TV 4K erhält mit dem A17 Pro den größten Sprung. Bisher arbeitet in der aktuellen Generation der A15 Bionic. Der A17 Pro ist ein 3-Nanometer-Chip, der erstmals im iPhone 15 Pro zum Einsatz kam und eine GPU mit Hardware-Beschleunigung für Raytracing bietet. Da Apple Intelligence mindestens einen A17 Pro und 8 GB Arbeitsspeicher voraussetzt, wird der neue Apple TV 4K KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät ausführen können. Zudem soll ein hauseigener N1-Netzwerkchip von Apple für Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 sorgen.
Die Fernbedienung Siri Remote könnte ebenfalls ein Update erhalten. Gurman zufolge sind die Änderungen hier jedoch eher klein und betreffen vor allem interne Komponenten. Am grundlegenden Design der Set-Top-Box – ein schwarzer Kasten im Stil des Industriedesigns von 2010 – wird sich nichts ändern.
HomePod mini bekommt nach mehr als fünf Jahren einen neuen Chip. Der alte S5 weicht entweder einem S9 oder S10. Gurman deutet auf den S9 hin, während ein Ende 2025 aufgetauchter Code im macOS-Kernel-Debug-Kit auf den S10 (Codename „B252“) aus der aktuellen Apple Watch hindeutet. In jedem Fall wechselt die CPU-Architektur von der A12- auf die A13-Basis, was die Leistung der Neural Engine deutlich verbessert.
Allerdings reicht auch der S9 oder S10 nicht aus, um Apple Intelligence lokal auf dem HomePod mini auszuführen. Dafür ist weiterhin mindestens ein A17 Pro nötig. Die neuen Siri-Funktionen des HomePod mini werden daher über die Cloud abgewickelt – genauer gesagt über Apples Private Cloud Compute.
Der Deal mit Google als Wendepunkt
Dass die neuen Modelle nun endlich kommen, hängt mit einer strategischen Neuausrichtung bei Apple zusammen. Im Januar 2026 gab das Unternehmen eine mehrjährige Partnerschaft mit Google bekannt. Das Gemini-Modell von Google wird zur Basis der nächsten Siri-Generation. Der Vertrag soll ein Volumen von rund einer Milliarde US-Dollar pro Jahr haben. Zwar betonte Tim Cook, dass Apple auch weiterhin an eigenen KI-Modellen arbeite, doch faktisch wird Gemini auf der Private-Cloud-Compute-Infrastruktur von Apple das Rückgrat der neuen Siri bilden.
Ende Mai wurde zudem bekannt, dass ein Teil der Siri-Anfragen künftig über Googles Cloud auf NVIDIA-KI-Chips verarbeitet werden könnte. Apples eigene Infrastruktur reicht offenbar nicht aus, um die riesigen Gemini-Modelle mit Parametern im Billionenbereich zu stemmen.
Die neue Siri in iOS 27 wird voraussichtlich als eigenständige App mit einem Chatbot-ähnlichen Interface daherkommen. Die offizielle Ankündigung ist für die WWDC 2026 am 8. Juni (bzw. in der Nacht zum 9. Juni deutscher Zeit) geplant. Die neuen Apple-TV-4K- und HomePod-mini-Modelle sollen dann im Herbst zusammen mit der finalen Version von iOS 27 beziehungsweise tvOS 27 in den Handel kommen.
Kaufberatung: Lohnt sich das Warten?
Wer jetzt über einen Kauf nachdenkt, sollte unbedingt bis zum Herbst warten. Das Apple TV 4K kostet im Apple Store derzeit 19.800 Yen (Wi-Fi) beziehungsweise 23.800 Yen (Wi-Fi + Ethernet), der HomePod mini liegt bei 14.800 Yen. Die Preise der neuen Modelle sind noch nicht bekannt, Experten rechnen aber mit einem ähnlichen Niveau oder einem leichten Anstieg auf 99 bis 129 US-Dollar.
Der entscheidende Unterschied beim Apple TV 4K ist die Apple-Intelligence-Fähigkeit. Der Sprung vom A15 zum A17 Pro bedeutet einen Generationssprung, der über die Unterstützung lokaler KI-Funktionen entscheidet. Beim HomePod mini ist die Situation etwas anders: Auch der neue Chip wird KI nicht lokal ausführen können, doch nach mehr als fünf Jahren ohne Update spricht kaum etwas dafür, noch ein Gerät mit dem veralteten S5-Chip zu kaufen – selbst wenn die äußeren Veränderungen minimal ausfallen.
Was bleibt, ist die Frage, ob die neue Siri diesmal hält, was Apple seit Jahren verspricht. Die WWDC 2026 wird zeigen, ob der Konzern seine Glaubwürdigkeit in diesem Bereich wiederherstellen kann. Die neuen Apple-TV-4K- und HomePod-mini-Modelle sind jedenfalls eng mit diesem Versprechen verknüpft.