Warner Bros droht Verlust der Barbie-Rechte durch Vertragspanne

Warner Bros droht der Verlust der milliardenschweren Barbie-Franchise durch eine folgenschwere Vertragspanne.

Die fehlende Fortsetzungsklausel in den Barbie-Verträgen könnte zum Verlust der Rechte führen.
Highlights
  • Warner Bros hat es versäumt, eine Fortsetzungsoption für Greta Gerwig und die Hauptdarsteller in den Barbie-Vertrag aufzunehmen.
  • Ryan Gosling fordert eine zweistellige Millionenbeteiligung an den Kinoeinnahmen, was CEO David Zaslav strikt ablehnt.
  • Sollten bis Dezember keine neuen Verträge unterzeichnet sein, fallen die Barbie-Filmrechte an Mattel zurück.

Die Verhandlungen um die Zukunft der Barbie-Filmreihe sind offenbar dramatisch eskaliert: Warner Bros droht der Verlust der Barbie-Rechte durch eine Vertragspanne, die bei der Ausarbeitung der ursprünglichen Vereinbarung für den ersten Blockbuster übersehen wurde. Demnach hat das Studio es versäumt, im Vertrag verbindliche Klauseln zu verankern, die Regisseurin Greta Gerwig sowie die Hauptdarsteller Margot Robbie und Ryan Gosling für eine Fortsetzung verpflichtet hätten. Diese Unterlassung könnte nun dazu führen, dass die Rechte an der milliardenschweren Franchise noch vor Jahresende an den Spielzeugkonzern Mattel zurückfallen und ein Konkurrent das Projekt übernehmen könnte.

Vertragspannes droht den Verlust der Barbie-Rechte – ein teurer Fehler von Warner Bros

Die Ursache des Konflikts liegt in der Ausgestaltung der ursprünglichen Verträge für den ersten Barbie-Film von 2023. Nach Informationen der New York Times hatte die Rechtsabteilung von Warner Bros es versäumt, eine übliche Option für Fortsetzungen in die Verträge aufzunehmen. Solche Optionen sichern Studios für gewöhnlich die Rechte, Regisseur und Hauptdarsteller zu vorab festgelegten Konditionen auch für Nachfolgefilme verpflichten zu können. Ohne diese Klausel sind die Beteiligten nun völlig frei, neu zu verhandeln – und das tun sie mit aller Härte. Sollten bis Dezember dieses Jahres keine neuen Verträge unterzeichnet sein, tritt eine automatische Rückfallklausel in Kraft, die die gesamten Filmrechte an Mattel zurückgibt. Ein solcher Schritt wäre für Warner Bros ein herber Verlust, denn der Barbie-Film spielte weltweit über 1,4 Milliarden US-Dollar ein.

Warum der Verlust der Barbie-Rechte für Warner Bros besonders schmerzhaft wäre

Die Barbie-Franchise hat sich für Warner Bros als eine der profitabelsten Marken der letzten Jahre erwiesen. Der Film von Greta Gerwig sprengte alle Erwartungen und wurde zum erfolgreichsten Film des Studios im Jahr 2023. Ein Verlust der Rechte würde nicht nur die geplante Fortsetzung gefährden, sondern auch die Möglichkeit, Spin-offs oder Serien im gleichen Universum zu entwickeln. Mattel könnte dann die Rechte an jeden beliebigen Konkurrenten verkaufen, etwa an Netflix, Disney oder Amazon. Für Warner Bros käme dies einem strategischen Desaster gleich, da man eine der wenigen verlässlichen Blockbuster-Marken aus der Hand geben müsste.

Die Verhandlungen mit Ryan Gosling gestalten sich besonders schwierig

Ein zentraler Streitpunkt sind die Forderungen von Ryan Gosling, der in der Rolle des Ken für den Erfolg des Films maßgeblich mitverantwortlich war. Das Studio hat ihm den branchenüblichen Spitzengag von 20 Millionen US-Dollar angeboten. Gosling verlangt jedoch zusätzlich einen zweistelligen Millionenbetrag sowie eine prozentuale Beteiligung an den Kinoeinnahmen – eine Forderung, die Warner Bros unter der Führung von CEO David Zaslav strikt ablehnt. Zaslav, der das Studio seit 2022 durch einen strengen Sparkurs führt, weigert sich offenbar, solche Beteiligungsmodelle für eine Fortsetzung zu genehmigen. Die Gespräche sind laut Insidern festgefahren, und eine Einigung zeichnet sich derzeit nicht ab.

Greta Gerwig spielt taktisch klug – und hält sich bedeckt

Während die Verhandlungen mit Gosling vor allem ums Geld kreisen, spielt Regisseurin Greta Gerwig ihr eigenes Spiel. Noch vor zwei Jahren hatte sie öffentlich erklärt, keine Ideen für eine Fortsetzung zu haben. Inzwischen hat sie jedoch gemeinsam mit ihrem Ehemann Noah Baumbach eine vielversprechende Konzeption für einen zweiten Teil entwickelt. Um ihre Verhandlungsposition zu stärken, hält sie die Details jedoch geheim. Insidern zufolge ist sie bereit, das Drehbuch zu schreiben, sobald ein Vertrag unterzeichnet ist – doch zuvor will sie sich möglichst vorteilhafte Bedingungen sichern, darunter eine höhere Gage und kreative Kontrolle. Diese Taktik setzt Warner Bros zusätzlich unter Zeitdruck.

Wie es weitergehen könnte – Szenarien für die Barbie-Rechte

Warner Bros steckt in einer Zwickmühle. Einerseits will man die milliardenschwere Franchise nicht verlieren, andererseits scheut man die hohen Forderungen der Stars. Branchenbeobachter halten es für wahrscheinlich, dass das Studio letztlich nachgeben wird, um die Rechte zu behalten. Die Alternative – der Verlust der Marke – wäre wirtschaftlich weitaus schädlicher. Denkbar ist auch eine Art Interimslösung: Man könnte sich auf einen Vertrag mit Greta Gerwig und Margot Robbie einigen, während die Verhandlungen mit Ryan Gosling aufgeschoben werden. Allerdings würde eine solche Teilvereinbarung das Risiko nicht vollständig bannen, da Mattel bei Nichteinigung aller Parteien den gesamten Rechteverlust auslösen könnte.

Für die Fans bedeutet diese Situation vor allem eins: Der geplante Starttermin für die Barbie-Fortsetzung, den Warner Bros ursprünglich für 2027 anvisiert hatte, rückt in weite Ferne. Sollten die Rechte tatsächlich an Mattel zurückfallen, könnte ein neues Studio die Produktion ganz von vorne beginnen und womöglich eine völlig andere kreative Ausrichtung wählen. Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig sauber ausgearbeitete Verträge in der Filmbranche sind – und wie schnell ein Milliardenprojekt durch eine vermeintliche Kleinigkeit ins Wanken geraten kann.

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