Ferrari-PC für 990.000 Yen ab Juli – nur 200 Stück in Japan

HP und Ferrari präsentieren ein aufwendig designtes Notebook in limitierter Auflage für den japanischen Markt.

200 Einheiten des Ferrari AI PC kommen im Juli zum Preis von knapp 5.600 Euro nach Japan.
Highlights
  • Das Notebook zeigt durch eine transparente Bodenplatte das Kühlsystem im Inneren.
  • Der Intel Core Ultra X7 358H und die Arc B390 GPU liefern Workstation-Leistung.
  • Das Design mit Ferrari-Schriftart und RGB-Beleuchtung ist an den Supersportwagen Daytona SP3 angelehnt.

HP und Ferrari haben gemeinsam einen Notebook-PC entwickelt, der im Juli in den Verkauf starten soll – und das zu einem Preis, der selbst eingefleischte Ferrari-Fans zumindest kurz innehalten lässt. Die auf 4.999 Exemplare weltweit limitierte „HP Limited Edition Scuderia Ferrari AI PC“ wird in Japan für 990.000 Yen (umgerechnet rund 5.600 Euro) angeboten. Von der japanischen Version mit landestypischer Tastaturbelegung werden lediglich 200 Stück verfügbar sein. Das Besondere: Der Preis erklärt sich nicht aus der reinen Rechenleistung, sondern aus einer Designphilosophie, die tief in der Welt von Ferrari verwurzelt ist.

Design als Kern: Wenn der Motor sichtbar wird

Das auffälligste Merkmal des Notebooks ist seine Unterseite. Statt sie mit einer simplen Abdeckung zu verschließen, haben die Designer eine Kombination aus Carbonfaser und Corning-Glas verbaut. Der Clou: Der Blick auf das Kühlsystem im Inneren wird bewusst freigegeben. HP und Ferrari beschreiben dies als direkte Übersetzung der italienischen Designphilosophie, bei der – etwa im Ferrari-Supersportwagen – der V12-Motor durch eine transparente Heckabdeckung sichtbar bleibt. Flavio Manzoni, Chief Design Officer bei Ferrari, wird mit dem Satz zitiert: „Es ist unsere Philosophie, Komponenten nicht zu verstecken, sondern sie hervorzuheben.“

Das gesamte Gehäuse ist im typischen Ferrari-Farbton „Rosso Magma“ gehalten, einem tiefen Metallic-Rot, das ebenfalls beim Daytona SP3 zum Einsatz kommt. Die Oberfläche wird durch CNC-gefräste Aluminiumelemente mit silikonbeschichteter Zirconium-Blast-Optik veredelt. Die Lüftungsgitter auf der Rückseite in konzentrischer Anleihe sind an den digitalen Hypermotor Ferrari F76 angelehnt – und dienen gleichzeitig als Abluftwege für die Wärmeabfuhr. Die Tastatur wiederum verwendet eine spezielle Ferrari-Schriftart, jede Taste verfügt über eine individuell steuerbare RGB-Hintergrundbeleuchtung.

Innenleben: Workstation-Klasse statt Gaming-Monster

Trotz der spektakulären Optik ist der Rechner kein Gaming-Notebook im klassischen Sinne. Unter der Haube arbeitet ein Intel Core Ultra X7 358H, ein 16-Kern-Prozessor (4P+8E+4LPE) aus der Panther-Lake-Architektur mit bis zu 4,8 GHz. Die Grafik übernimmt die integrierte Intel Arc B390 GPU, die auf der Xe3-Architektur basiert. HP ordnet das System der ZBook-Serie zu – also professionellen Workstations. Die 64 GB LPDDR5x Arbeitsspeicher und die 1 TB SSD runden die Ausstattung ab, ergänzt durch Windows 11 Pro.

Das Display misst 14 Zoll und arbeitet mit 3K-Auflösung auf einem Tandem-OLED+-Touchscreen mit bis zu 700 cd/m² Helligkeit und 120 Hz Bildwiederholrate. Die Konnektivität umfasst zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse mit DisplayPort 2.1, einen USB-C-Port mit 10 Gbit/s, HDMI 2.1, einen USB-A-Anschluss, eine 3,5-mm-Audiobuchse sowie Wi-Fi 7. HP Wolf Security für Unternehmen ist ebenfalls an Bord.

Die integrierte Arc B390 GPU liefert im Vergleich zur Vorgängergeneration (Arc 140T) eine Leistungssteigerung von rund 70 %. In einigen Benchmarks erreicht sie sogar das Niveau einer niedrig konfigurierten GeForce RTX 4050 Laptop und liegt rund 63 % vor der Radeon 890M. Für leichte Spiele ist die Leistung ausreichend – wer aber ein reines Gaming-Gerät erwartet, wird angesichts des Preises enttäuscht werden.

990.000 Yen – Was rechtfertigt den Preis?

Eine ehrliche Analyse zeigt: Rund 70 bis 80 Prozent des Kaufpreises entfallen auf den Namen Ferrari, das exklusive Design, die verwendeten Materialien und das Zubehör. Die gleiche Hardware-Plattform – Intel Core Ultra X7 mit Arc-B390-Grafik – verbauen Hersteller wie MSI, Samsung oder Lenovo in Notebooks ab etwa 1.300 US-Dollar (rund 1.200 Euro). Mit einem Preis von 990.000 Yen könnte man sich problemlos sowohl ein High-End-Gaming-Notebook mit RTX 4090 als auch ein MacBook Pro kaufen.

Doch HP und Ferrari verhehlen diesen Umstand nicht. Im Gegenteil: Der Preis ist Teil der Produktpositionierung. „Wir stellen ein Stück mehr her, als der Markt eigentlich verlangen würde“, ist ein bekanntes Ferrari-Prinzip, das hier auf die PC-Welt übertragen wird. Die auf 4.999 Einheiten begrenzte Auflage dient nicht nur der Exklusivität, sondern auch dem Werterhalt. Wer sich für diesen Rechner entscheidet, kauft kein Gebrauchsgerät, sondern ein Sammlerstück – vergleichbar mit einer Ferrari-Uhr oder einer signierten Modellauto-Edition.

Historischer Kontext: Supersportwagen-Laptops sind nichts Neues

Die Kombination aus Supersportwagen-Marke und PC-Hersteller hat Tradition. Bereits Mitte der 2000er Jahre verkaufte Acer mehrere Generationen des Ferrari 3200 und 4000 mit AMD-Turion-64-Prozessoren und einem auffälligen Carbonfaser-Deckel mit springendem Pferd – zu Preisen, die das Zwei- bis Dreifache eines Standard-Notebooks betrugen. ASUS wiederum kooperierte mit Lamborghini und brachte die VX-Serie auf den Markt, die Modelle wie den VX2S (ca. 4.000 US-Dollar) und VX7 (15,6 Zoll, GeForce GTX 460M) umfasste. Beide Serien verschwanden nach wenigen Jahren wieder, nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Kritik am schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der neue HP-Ferrari-PC unterscheidet sich laut Unternehmensangaben jedoch grundlegend von diesen Vorgängern: „Es geht nicht nur darum, ein Logo aufzukleben“, betont Stacy Wolff, Senior Vice President für Design-Sustainability bei HP. Das Designstudio von Ferrari habe rund zwei Jahre lang an der Materialauswahl, der Kühlarchitektur und dem haptischen Gesamterlebnis mitgewirkt. Die transparente Bodenplatte und das unsichtbare Touchpad, das erst bei Berührung durch eine Lichtlinie seine Position preisgibt, lassen sich tatsächlich nicht durch einfaches Branding erreichen. Dennoch bleibt die Frage, ob die handwerkliche Tiefe den Preis letztlich rechtfertigt – eine Frage, die jeder Käufer für sich selbst beantworten muss.

Für die meisten Menschen wird der HP Limited Edition Scuderia Ferrari AI PC ein kurioses Beispiel dafür bleiben, wie weit die Markenprämie im Zeitalter von KI-PCs getrieben werden kann. Für die 200 Käufer in Japan, die sich eine Einheit sichern, ist er vermutlich genau das, was Ferrari immer verspricht: ein Objekt der Begierde, das in seiner Garage – oder hier auf dem Schreibtisch – eine ganz eigene Geschichte erzählt. Der Verkauf startet im Juli ausschließlich über die offizielle HP-Website.

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