Nach Jahren der Funkstille meldet sich der Entwickler des ambitionierten Fußball-Simulationsspiels „Man of the Match“ mit einem exklusiven Update zurück. In einem Gespräch mit FGZ bestätigte CEO Gilad Tsur-Mayer, dass das Projekt keineswegs eingestellt wurde, sondern sich weiterhin in einem intensiven Entwicklungsprozess befindet. Das Free-to-Play-Spiel, das 2023 erstmals angekündigt wurde, soll eine neue Ära der digitalen Fußballsimulation einläuten – doch bis zur Veröffentlichung wird es noch Geduld brauchen.
Warum herrschte so lange Stille um „Man of the Match“?
Die vergangenen Jahre waren auffällig ruhig um das Projekt. Auf die Frage nach den Gründen für die anhaltende Funkstille erklärte Tsur-Mayer, dass dies durchaus beabsichtigt sei. Man wolle derzeit kein großes Aufsehen erregen, da der Fokus komplett auf der Entwicklung liege. „Wir haben sogar gezielt einige Inhalte zurückgezogen, die wir vorbereitet hatten“, so der CEO. In dieser Phase benötige das Studio keine zusätzliche Öffentlichkeit. „Wir arbeiten lieber leise, machen weiter Fortschritte und werden dann ein paar Monate vor der geplanten Vorstellung Lärm machen – und das Spiel für sich sprechen lassen.“ Diese Strategie der verhaltenen Kommunikation soll sicherstellen, dass die Community ein fertiges und beeindruckendes Produkt präsentiert bekommt, anstatt mit unfertigen Versprechungen konfrontiert zu werden.
Welche technologischen Meilensteine wurden bereits erreicht?
Die Vision von „Man of the Match“ ist es, eine Fußballsimulation zu schaffen, die sich wie ein echtes Spiel anfühlt – kein Arcade-Erlebnis, sondern die Authentizität, Wucht und Unberechenbarkeit des realen Sports. Um dies zu erreichen, hat das Studio eine eigene Technologie entwickelt, die die Grenze zwischen Videospiel und realer TV-Übertragung verschwimmen lassen soll. Dieses System trägt den internen Codenamen „FUSE“.
Laut Tsur-Mayer hat die Entwicklung dieser Technologie etwa ein Jahr in Anspruch genommen. Derzeit sind alle Kernfunktionen für die Offensive implementiert: Dribblings, Pässe, Schüsse, Volleys und Kopfbälle. Nachdem diese Systeme für einen einzelnen Spieler perfektioniert wurden, konnte man sie auf mehrere Spieler ausweiten und ein grundlegendes Multiplayer-Fundament schaffen. Der aktuelle Entwicklungsschwerpunkt liegt nun auf der defensiven Spielmechanik und den dazugehörigen Systemen. Ein kurzer Clip, der bereits gezeigt wurde, demonstriert das nicht-scriptete Animationssystem, das selbst im frühen Stadium bereits flüssig und natürlich wirkt.
Wann kann die Community mit einem Test spielen?
Ein konkretes Release-Datum oder einen Termin für den Early Access kann Tsur-Mayer noch nicht nennen. „Ich denke, es ist noch ein wenig zu früh, um sich auf bestimmte Daten festzulegen.“ Allerdings gibt es einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr: „Was ich sagen kann, ist, dass wir hoffen, das Kern-Gameplay später in diesem Jahr einer begrenzten Anzahl von Spielern zugänglich zu machen.“ Das primäre Ziel dieser geschlossenen Testphase sei es, wertvolles Feedback zu sammeln und sicherzustellen, dass man sich in die richtige Richtung bewege, bevor man den Kreis der Tester erweitert.
Wie ist der aktuelle Stand bei Finanzierung und Partnern?
Die Finanzierung des Projekts ist ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung. Aktuell sei man unabhängig von großen Publishern. „Wir haben kürzlich eine kleine Investition erhalten, die uns geholfen hat, weiterzumachen“, bestätigte der CEO. Parallel dazu befinde man sich in Gesprächen mit mehreren Investoren für die nächste Finanzierungsrunde. Dies deutet darauf hin, dass das Studio zwar solvent ist, aber für die Skalierung der Produktion und die Vermarktung des Spiels weitere finanzielle Mittel benötigt werden.
Was ist „Man of the Match“ und welche Features sind geplant?
Die Bandbreite der geplanten Features ist ambitioniert und zielt darauf ab, eine umfassende Fußballwelt zu erschaffen. Das Spiel soll nicht nur eine neue Simulation sein, sondern ein komplettes Ökosystem bieten. Hier eine Übersicht der wichtigsten Funktionen:
- Free-to-Play und Play-to-Earn: Das Spiel wird kostenlos spielbar sein und ein Play-to-Earn-Modell integrieren.
- Mobile Face-Scanning-Technologie: Spieler können mit ihrem Smartphone realistische 3D-Avatare ihrer selbst erstellen.
- Duale Karrierepfade: Nutzer können zwischen einer aktiven Spielerkarriere auf dem Platz und der Rolle als Club-Manager wählen.
- Echtes 11v11-Multiplayer: In den Matches wird jeder Spieler auf dem Feld von einer echten Person gesteuert.
- Strukturierter Spielplan: Statt zufälligem Matchmaking gibt es einen festen Ligakalender mit geplanten Spielterminen.
- Immersiver Zuschauermodus: Fans können Live-Spiele von virtuellen Stadionplätzen aus verfolgen.
- Club-Infrastruktur-Management: Der Aufbau und die Verwaltung des Vereins inklusive Stadion-Upgrades und Personalentscheidungen sind Teil des Spiels.
- Cross-Platform-Kompatibilität: Das Spiel wird für PC und alle großen Konsolen erscheinen.
Ein ehrlicher Blick auf die Herausforderungen
Abschließend zeigte sich Gilad Tsur-Mayer einsichtig und dankbar für die Geduld der Community. „Wir versuchen, nicht nur im Gesamtkonzept zu innovieren, sondern in jedem Bereich, den wir anfassen.“ Er bat um Verständnis für die lange Ruhephase und versicherte, dass das Team unermüdlich an einem einzigartigen Spiel arbeite. „Ich hoffe aufrichtig, dass euch gefällt, was wir bauen, wenn die Zeit gekommen ist, es richtig zu zeigen.“ Für alle, die sich ein neues Fußballspiel mit dieser Tiefe wünschen, bleibt die Nachricht positiv: Das Projekt lebt und macht Fortschritte – auch wenn der endgültige Spielfluss noch eine Weile auf sich warten lassen wird.