Die offene Beta von Marvel Tōkon: Fighting Souls auf dem PC ist seit dem 24. Juli 2026 verfügbar, doch statt Vorfreude herrscht Frustration. Spieler berichten von massiven Performance-Problemen und Gameplay-Fehlern, die das Spielerlebnis erheblich beeinträchtigen. Der Entwickler Arc System Works hat sich mittlerweile entschuldigt und arbeitet an Lösungen, während die Community die Zwangsanmeldung bei PlayStation Network und die ineffiziente CPU-Auslastung scharf kritisiert.
Die PC-Probleme von Marvel Tōkon: Fighting Souls im Detail
Die erste offene Beta des Kampfspiels Marvel Tōkon: Fighting Souls hätte eigentlich Vorfreude auf den Release am 6. August 2026 wecken sollen. Stattdessen dominieren auf Reddit und anderen Plattformen Beschwerden über schwerwiegende technische Mängel der PC-Version. Nutzer berichten von dramatischen Einbrüchen der Bildrate, selbst bei niedrigsten Grafikeinstellungen und aktiviertem Upscaling. Besonders auffällig ist die ungewöhnlich hohe Last auf einem einzelnen CPU-Kern, während die restlichen Kerne kaum ausgelastet werden. Dies deutet auf eine ineffiziente Thread-Verwaltung hin, die vermutlich durch den implementierten Anticheat und die von der PS5aa-Version übernommene Codebasis verursacht wird.
Die Performance schwankt eigenen Angaben zufolge innerhalb einer Spielsitzung drastisch, ohne dass dafür ein klarer Auslöser erkennbar wäre. Hinzu kommt, dass mehrere Hintergrunddienste von Sony parallel zum Spiel laufen, was die Systemressourcen zusätzlich belastet. Einige Spieler haben zudem festgestellt, dass bestimmte Grafikoptionen kaum oder gar nicht funktionieren und die erhoffte Stabilisierung ausbleibt.
Warum leidet die CPU-Auslastung so stark?
Die Ursache für die Performance-Probleme liegt höchstwahrscheinlich in der Architektur der PC-Portierung. Anders als native PC-Versionen nutzt die Beta offenbar eine Codebasis, die stark an die PlayStation 5 angelehnt ist. In Kombination mit dem Anticheat-System, das ebenfalls auf einen einzelnen Thread angewiesen ist, entsteht ein Flaschenhals, der die Framerate drastisch reduziert. Solche Probleme treten typischerweise auf, wenn Entwickler die Portierung ohne ausreichende Optimierung für die vielfältigen Hardwarekonfigurationen eines PCs vornehmen.
Kritik an der Steuerung und der PSN-Pflicht
Die technischen Schwierigkeiten sind nicht das einzige Ärgernis. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die knapp bemessene Eingabepufferung. Viele Spieler berichten, dass bestimmte Spezialbewegungen und Kombos nicht zuverlässig ausgeführt werden können, weil die Eingabefenster für Animation-Canceling extrem kurz sind. Die Tests von Nutzern zeigen, dass das Spiel einen Teil einer Befehlseingabe schlicht ignoriert, wenn die Tasten nicht exakt innerhalb des Cancel-Fensters gedrückt werden. In einem kompetitiven Kampfspiel kann dies über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Darüber hinaus sorgt die Verpflichtung zur Anmeldung bei PlayStation Network für Unmut. Spieler müssen sich nach jedem Schließen des Spiels erneut einloggen, was den Zugang zur Beta unnötig umständlich macht. Ein Nutzer kritisierte die Situation öffentlich und bezeichnete die Umsetzung als unzumutbar. Die Integration von PSN als verpflichtende Plattform für ein Spiel, das auf dem PC erscheint, wird von vielen als überflüssige Hürde angesehen, die keinen Mehrwert bietet.
Offizielle Stellungnahme und provisorische Workarounds
Arc System Works hat auf die Kritik reagiert und in einer Stellungnahme eingeräumt: „Wir sind uns der Gameplay- und Performance-Probleme bewusst, die derzeit die PC-Version von Marvel Tōkon: Fighting Souls betreffen.“ Das Studio bestätigte, dass die Entwickler die Ursachen aktiv untersuchen und an einem Patch arbeiten. Ein konkreter Zeitplan für die Behebung wurde jedoch nicht genannt.
Als vorläufige Maßnahme empfiehlt Arc System Works, die Option zur Shader-Precompilation in den Grafikeinstellungen zu aktivieren. Diese Funktion soll die größten Ruckler reduzieren, indem die Schattierungsberechnungen bereits vor dem Spielen durchgeführt werden. Allerdings berichten zahlreiche Spieler, dass selbst dieser Workaround nicht ausreicht und die Performance weiterhin instabil bleibt. Die Beta dient zwar genau dazu, solche Fehler vor dem Release zu identifizieren, doch angesichts des straffen Zeitplans bis zum 6. August 2026 bleibt nur wenig Raum für umfassende Nachbesserungen.
Die Community fordert neben Performance-Optimierungen auch eine Überarbeitung der Eingabepufferung und die Möglichkeit, das Spiel offline oder ohne PSN-Zwang zu nutzen. Ob Arc System Works diesen Forderungen nachkommen wird, ist noch offen. Der Druck auf das Studio ist jedoch hoch, da ein missglückter PC-Start das Vertrauen der Spieler nachhaltig beschädigen könnte.
Der Release von Marvel Tōkon: Fighting Souls am 6. August 2026 rückt näher, und die Entwickler stehen vor der Herausforderung, die gravierenden Probleme innerhalb weniger Tage zu beheben. Sollte dies nicht gelingen, droht ein Launch, der die negativen Schlagzeilen der Beta noch übertrifft. Die kommenden Patches werden zeigen, ob Arc System Works die Portierung in den Griff bekommt oder ob sich die Kritik an der PC-Version fortsetzt.