Wizards of the Coast hat im Rahmen der WeeklyMTG-Show am 14. Juli erstmals konkrete Einblicke in das mit Spannung erwartete Magic: The Gathering-Universes-Beyond-Set zu Star Trek gegeben. Im Zentrum der Ankündigung standen vier neue Commander-Decks, die es Spielerinnen und Spielern ermöglichen, die legendärsten Konflikte aus sechs Jahrzehnten Sternenflottengeschichte nachzustellen. Die Decks vereinen frische Mechaniken mit tief in der MTG-Historie verwurzelten Spielkonzepten.
Vier Fraktionen, vier Spielstile: Die Commander-Decks im Überblick
Jedes der vier Decks repräsentiert eine zentrale Macht des Star-Trek-Universums und führt eigene Mechaniken ein, die das jeweilige Fraktionsgefühl authentisch abbilden sollen. Die Spanne reicht von der kollektiven Bedrohung durch die Borg bis hin zur taktischen Überlegenheit der Föderation.
„We Are the Borg“: Das Esper-Deck unter der Borg-Königin
Das Deck „We Are the Borg“ ist in den Farben Esper (Weiß, Blau, Schwarz) gehalten und wird von der Borg-Königin angeführt. Seine Kernmechanik heißt Assimilieren und erlaubt es, eine Kreatur aus dem Friedhof eines Gegners unter der eigenen Kontrolle ins Spiel zu bringen – als Borg-Artefaktkreatur mit einem +1/+1-Marker. „Die Idee entstand ursprünglich nur für die Commander-Decks, aber mir gefiel sie so gut, dass ich sie auf weitere Karten ausgeweitet habe“, erklärte Chefspieldesigner Gavin Verhey während des Streams. „Der Borg beim Assimilieren zuzusehen, ist einfach zu ikonisch.“
Das Deck spielt sich ähnlich wie die berüchtigten Sliver-Kreaturen: Jede assimilerte Artefaktkreatur gewährt Boni auf alle anderen Artefaktkreaturen im eigenen Zug – das Kollektiv wächst und stärkt sich gegenseitig. Eine Vorschau auf die Kommandeurkarte selbst gab es noch nicht, doch eine Version der Borg-Königin im schwarzen Welcome-Deck zeigt bereits die Stoßrichtung: Sie verleiht allen Artefaktkreaturen +2/+0 und assimiliert beim Betreten des Schlachtfelds eine Kreatur aus dem Friedhof eines Gegners. Dass die Borg in der Serie lebende Wesen mit Nanosonden infiltrieren, während das Spiel auf den Friedhof zurückgreift, ist eine verzeihliche Abstraktion – schließlich stehen besiegte Kreaturen für das ultimative Ende einer Bedrohung.
Klingonische Aggression: Das Mardu-Deck mit Worf
Fans der Klingonen bekommen mit Worf, dem Sicherheitschef der Enterprise, ein Mardu-Deck (Rot, Weiß, Schwarz). Es setzt auf aggressive Karten, die das gesamte Schlachtfeld beeinflussen und auf direkte Konfrontation ausgelegt sind. Die Mechanik belohnt offensive Spielzüge und dürfte vor allem Spieler ansprechen, die mit breitflächigen Strategien und opferbereiten Kreaturen arbeiten wollen.
Die Landungstruppe: Spocks Bant-Deck
Das Bant-Deck (Grün, Weiß, Blau) steht unter dem Kommando von Spock und ist als „Landing Party“-Deck konzipiert. Es zitiert die Ära der Originalserie aus den 1960er-Jahren und setzt auf die altbekannte Landfall-Mechanik, die jedes Mal ausgelöst wird, wenn ein Land unter eigener Kontrolle ins Spiel kommt. Das Deck wird voraussichtlich die Lander-Token nutzen, die bereits im Sci-Fi-Set Edge of Eternities eingeführt wurden, und ermöglicht so flexible Strategien, die um Geländevorteile und Erkundung kreisen.
Flaggschiff der Föderation: Picards Jeskai-Flottendeck
Das vierte Deck ist das Jeskai-Deck (Blau, Rot, Weiß) der Föderationsflotte unter Captain Jean-Luc Picard. Es konzentriert sich auf das Ziehen von Karten und das Stationieren von Raumschiffen. Anders als Edge of Eternities, das mit einem ersten Raumschiff-Kommandeur aufwartete, bleibt das Star-Trek-Set hier bodenständiger: Picard selbst ist der Anführer, während die Schiffe als Unterstützungskarten dienen. Das Basis-Set wird insgesamt drei Versionen der Enterprise enthalten – die ikonische NCC-1701 sowie ihre Nachfolger – daneben dürfen Spieler mit der Voyager und weiteren Schiffen aus den 1980er- und 1990er-Jahren rechnen. Wer also schon immer eine Flotte aus Sternenflotten-Schiffen kommandieren wollte, wird hier fündig.
Wann erscheint das Set und welche Versionen gibt es?
Alle vier Commander-Decks werden sowohl in einer regulären als auch in einer Collector’s Edition erscheinen. Der Release von Magic: The Gathering – Star Trek ist für den 13. November geplant. Weitere Kartenenthüllungen sind ab dem 17. Juli im Rahmen der MagicCon: Amsterdam zu erwarten.
Was ist die Assimilieren-Mechanik und wie funktioniert sie?
Die Assimilieren-Mechanik erlaubt es, eine Kreaturenkarte aus dem Friedhof eines Gegners unter deiner Kontrolle ins Spiel zu bringen. Die Kreatur wird dabei als Borg-Artefaktkreatur mit einem +1/+1-Marker nachgerüstet. Diese Mechanik spiegelt die Fähigkeit der Borg wider, technologische und biologische Lebensformen in ihr Kollektiv zu integrieren und deren Eigenschaften für sich nutzbar zu machen.
Warum ist dieses Set für MTG-Spieler besonders relevant?
Die Ankündigung markiert einen weiteren Meilenstein in der Universes-Beyond-Strategie von Wizards of the Coast. Mit Star Trek wird eine der einflussreichsten Science-Fiction-Marken aller Zeiten in das Magic-Universum integriert. Die vier Decks bieten nicht nur nostalgische Momente für Trekkies, sondern führen mit Assimilieren und den Lander-Token neue mechanische Werkzeuge ein, die langfristig das Spiel bereichern könnten. Besonders spannend: Die Borg-Mechanik erinnert stark an die Sliver, erweitert das Genre der Artefakt-Kreaturenstrategien jedoch um eine völlig neue Dimension – das aktive Übernehmen gegnerischer Ressourcen.
Die Entscheidung, auf einen Raumschiff-Kommandeur zu verzichten, ist bemerkenswert. Stattdessen setzt Wizards auf Picard als Taktiker an der Spitze einer Flotte, was die Rollenverteilung innerhalb der Föderation authentischer abbildet als ein reines Vehikel-Deck. Ob sich dieser Ansatz spielerisch bewährt oder ob die Community einen eigenständigen Captain-Kommandeur vermissen wird, dürfte sich erst nach dem Release im November zeigen. Die MagicCon in Amsterdam wird in wenigen Tagen erste weitere Puzzlestücke liefern.