Die Veröffentlichung von Pragmata, Capcoms neuer Sci-Fi-Action-Titel, wirft bei vielen Spielern eine zentrale Frage auf: Wie viel Spielzeit bietet dieses geheimnisvolle Mondabenteuer? Die Antwort ist vielschichtig und hängt stark davon ab, wie tief man in die dystopische Welt eintauchen möchte. Während die Kernhandlung in einem vergleichsweise kompakten Rahmen erzählt wird, offenbart das Spiel eine überraschende Tiefe an optionalen Inhalten, die die Spielstunden deutlich in die Höhe treiben können. Dieser Artikel beleuchtet die genaue Dauer der Hauptstory und zeigt auf, welche Elemente für diejenigen bereitstehen, die Pragmata zu 100% abschließen wollen.
Die Dauer der Hauptkampagne: Ein fokussiertes Erlebnis
Für Spieler, die sich auf die zentrale Erzählung konzentrieren, bietet Pragmata eine prägnante und durchdachte Erfahrung. Eine durchschnittliche Durchspielzeit für die Hauptstory liegt bei etwa 13 Stunden. Diese Länge erweist sich als ideal, um die einzigartige Dynamik zwischen den Protagonisten Hugh und Diana sowie die düstere Atmosphäre der Mondbasis zu entwickeln, ohne dass sich die Mechaniken abnutzen. Capcom setzt hier auf eine lineare Struktur, die es ermöglicht, die Handlung zielgerichtet voranzutreiben und die speziellen Gameplay-Elemente wie das Echtzeit-Hacking in den Fokus zu rücken. Es ist eine bewusste Entscheidung für Qualität und Fokus statt für übermäßige Länge.
Die Welt erkunden: Optionale Zonen und Rückkehr-Mechaniken
Pragmata ist keineswegs ein reiner Korridor-Shooter. Schon früh wird deutlich, dass die Umgebungen verzweigte Pfade und versteckte Bereiche beherbergen. Ein entscheidendes Merkmal ist, dass bestimmte Bereiche zunächst unzugänglich sind und erst mit später im Spielverlauf erworbenen Fähigkeiten geöffnet werden können. Das Spiel ermutigt aktiv dazu, auf bereits besuchte Kartenabschnitte zurückzukehren. Eine kluge Kartensystematik zeigt dem Spieler an, welche Geheimnisse oder Sammelobjekte in einem Gebiet noch unentdeckt sind. Diese Metroidvania-ähnlichen Aspekte verlängern die Spielzeit erheblich, da sie ein planvolles Erkunden und Wiederbesuchen der Spielwelt erfordern.
Geheimnisse und Sammelobjekte
Verstreut in der Mondbasis finden sich zahlreiche Datenlogs, Hintergrundstory-Elemente und Aufrüstungsressourcen. Das Suchen und Finden aller dieser Objekte ist ein zentraler Bestandteil der Vollständigkeitsjagd. Sie belohnen den Spieler nicht nur mit tieferen Einblicken in die Lore und die Katastrophe, die die Erde heimgesucht hat, sondern sind oft auch direkt mit dem Progression-System verknüpft.
Das Progression-System: Ein Zeitfaktor für Vorbereitung und Anpassung
Ein wesentlicher Faktor, der die Spieldauer beeinflusst, ist das ausgefeilte Progression-System. Vom zentralen Refugium (Hub) aus kann der Spieler Hughs Gesundheit und Ausdauer verbessern, die Feuerkraft und Präzision seiner Waffen steigern, Dianas Hackkapazität erweitern und verschiedene Module und Knoten (Nodes) ausrüsten. Diese Module verändern das Gameplay spürbar, etwa durch spezielle Effekte bei Treffern oder verbesserte Verteidigungsoptionen. Wenn die Herausforderung zu groß wird oder man einfach optimal vorbereitet in die nächste Mission gehen möchte, ist es nahezu obligatorisch, Zeit in die Beschaffung von Ressourcen durch Exploration und das entsprechende Upgraden zu investieren. Dieser Schleifen-Aspekt trägt maßgeblich zur Gesamtspielzeit bei.
Herausforderungen und optionale Bosskämpfe
Neben der linearen Abfolge der Story-Bosse, die in unserem Test als Höhepunkte der Kampagne hervorgehoben wurden, birgt Pragmata weitere Herausforderungen. Es gibt schwierigere Arenen oder spezielle Kampftests, die optional absolviert werden können. Diese fordern ein meisterhaftes Verständnis der kombinierten Fähigkeiten von Hugh und Diana und bieten oft die lukrativsten Belohnungen. Das Absolvieren aller dieser Extrahürden kann mehrere zusätzliche Stunden beanspruchen.
Von der Story zum 100%: Die geschätzte Gesamtdauer
Die reine Hauptstory von etwa 13 Stunden ist somit nur die Spitze des Eisbergs. Ein Spieler, der sich die Zeit nimmt, alle optionalen Zonen zu erkunden, auf Fähigkeiten-basierte Rückkehr zu setzen, alle Sammelobjekte zu finden, das Progression-System weitgehend zu maximieren und die zusätzlichen Herausforderungen zu meistern, kann mit einer Gesamtspielzeit von 20 bis 25 Stunden oder mehr rechnen. Die genaue Zahl hängt von der individuellen Spielweise, der gewählten Schwierigkeit und der Effizienz beim Lösen der Hack-Puzzles und Umwelträtsel ab.
Gameplay-Identität: Was die Zeit füllt
Die einzigartige Mischung aus Third-Person-Action und strategischem Echtzeit-Hacking definiert den Rhythmus von Pragmata. Während Hugh mit präzisen Schüssen und dynamischer Bewegung kämpft, muss der Spieler parallel Dianas Hack-Minispiele steuern, um Feinde zu deaktivieren, Türmechanismen zu überwinden oder Kampfdrohnen zu übernehmen. Diese Dualität macht jeden Konflikt zu einer strategischen Aufgabe, die über reines Zielen und Feuern hinausgeht. Die Erkundung ist geprägt von Umweltpuzzles, die oft die Kombination beider Charaktere erfordern, und die Atmosphäre einer verlassenen, von KI kontrollierten Forschungsanlage trägt dazu bei, dass sich die investierte Zeit wie eine immersive Reise anfühlt.
Letztlich bestätigt Pragmata Capcoms Fähigkeit, ein intensives und atmosphärisches Erlebnis zu schaffen, dessen Wert nicht allein an der Stundenzahl der Hauptquest gemessen werden sollte. Die geschätzten 13 Stunden für die Story bieten ein dichtes, fokussiertes Abenteuer, während das sorgfältig implementierte Netz aus optionalen Inhalten, Rückkehrpfaden und tiefgreifender Charakterprogression für Entdecker und Completionists eine deutlich umfangreichere Erfahrung bereithält. Damit positioniert sich das Spiel als ein Titel, der sowohl Spieler mit begrenzter Zeit anspricht als auch jene, die bereit sind, sich vollständig in seine geheimnisvolle, von Robotern bevölkerte Welt zu vertiefen.