Seit Jahren gehört die enge Verzahnung zwischen Samsung Gallery und Microsoft OneDrive zu den besonderen Vorzügen der Galaxy-Welt. Nutzer konnten ihre Fotos und Videos nahtlos zwischen dem Smartphone und dem Windows-Ökosystem synchronisieren, ohne sich zwingend an Google binden zu müssen. Damit ist nun Schluss: Samsung und Microsoft stellen die direkte Cloud-Kooperation ein. Wer seine Medien nicht verlieren will, sollte jetzt handeln.
Warum die Trennung von Samsung Gallery und OneDrive mehr als eine Randnotiz ist
Samsung bekleidet im modernen Computing-Universum eine seltene Doppelrolle. Die eigenen Flaggschiffe laufen mit Googles Android, gleichzeitig fertigt das Unternehmen zahlreiche Windows-PCs. Diese Brückenfunktion spiegelte sich bislang in einer tiefen Integration mit Microsoft OneDrive wider. Innerhalb der Galaxy Gallery ließen sich Aufnahmen direkt in die Microsoft-Cloud sichern – eine echte Alternative zu Google Photos, angereichert mit durchdachten Funktionen, die Googles Dienst bis heute vermissen lässt. Wer zusätzlich einen Windows-11-Rechner mit OneDrive nutzte, fand seine Bilder automatisch auf dem Desktop wieder.
Doch diese Ära endet zum Ende September 2026. Microsoft bestätigte bereits Mitte Mai, dass die Samsung Gallery „nicht mehr direkt mit OneDrive synchronisieren“ wird. Ab dem 1. Oktober lässt sich keine neue Verknüpfung mehr herstellen. Das Signal ist deutlich: Die Partnerschaft, die beiden Unternehmen jahrelang Vorteile brachte, wird aufgelöst.
Was genau ändert sich – und was bleibt erhalten?
Nach dem Stichtag verschwinden alle in OneDrive gespeicherten Fotos aus der Samsung-Gallery-App auf dem Smartphone. Auch auf Samsung-Fernsehern oder anderen vernetzten Haushaltsgeräten sind die Bilder dann nicht mehr sichtbar. Die Daten selbst bleiben jedoch unangetastet in der Microsoft-Cloud liegen und können jederzeit über die OneDrive-Website oder -App abgerufen und auf das Telefon heruntergeladen werden. Vor dem Wechsel bietet Samsung in der Galerie die Option „Originale herunterladen“ an, um die Bilder zurück ins lokale Speicher des Geräts zu holen.
Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Samsung die Unterstützung früher zurückfährt als ursprünglich kommuniziert. Wie Android Authority berichtete, ist bei Geräten, die nie eine OneDrive-Synchronisation eingerichtet hatten, die entsprechende Option in der Gallery-App gar nicht mehr vorhanden. Auch die neuen Galaxy Z Fold8 und Flip8, die für das kommende Samsung-Unpacked-Event erwartet werden, werden diese Funktion vermutlich von Haus aus nicht bieten.
Welche Alternativen zur Samsung-Gallery-Synchronisation gibt es?
Die gute Nachricht: Wer bei OneDrive bleiben möchte, kann dies weiterhin tun – nur nicht mehr direkt aus der Samsung-Gallery-App heraus. Stattdessen installiert man die offizielle OneDrive-App aus dem Google Play Store, meldet sich mit dem Microsoft-Konto an und aktiviert unter „Kontoprofil“ die Option „Kamera-Backup“. Nach der Freigabe der erforderlichen Berechtigungen werden neue Fotos und Videos automatisch in die Cloud geladen. Das mag weniger elegant sein als die tiefe Integration, erfüllt aber denselben Zweck.
Wer die Gelegenheit für einen grundlegenden Wechsel nutzen möchte, findet zahlreiche Alternativen:
- Google Photos bleibt mit seinen KI-Funktionen eine sehr komfortable Lösung. Allerdings sollten Nutzer die sich ständig lockernden Datenschutzrichtlinien Googles im Auge behalten, um zu vermeiden, dass Medien für Trainingszwecke verwendet werden.
- Dropbox und Amazon Photos bieten ebenfalls zuverlässige Synchronisationsdienste mit eigenen Apps.
- Wer die volle Kontrolle über seine Daten behalten möchte, setzt auf selbst gehostete Lösungen wie Immich (ein Open-Source-Google-Photos-Ersatz) oder Nextcloud (eine umfassende Cloud-Plattform, die weit über Fotos hinausgeht).
Diese Eigenlösungen erfordern jedoch eigene Hardware wie ein NAS oder einen Heimserver sowie grundlegende Netzwerkkenntnisse für die Einrichtung und Absicherung. Der Preis für die Unabhängigkeit ist der Verzicht auf den Komfort, den ein fertiger Cloud-Dienst bietet.
Praktische Handlungsempfehlung für betroffene Galaxy-Nutzer
Bis Ende September haben Anwender Zeit, ihre Daten zu ordnen. Wer seine Bilder und Videos dauerhaft lokal behalten möchte, öffnet die Samsung-Gallery-App und wählt die Funktion „Originale herunterladen“. Andernfalls stellt man rechtzeitig auf eine der genannten Alternativen um. Besonders der Wechsel zur OneDrive-App verläuft reibungslos, da die Microsoft-Cloud an sich bestehen bleibt – die direkte Verknüpfung zwischen den Diensten fällt lediglich weg.
Die Entscheidung von Samsung und Microsoft, diese Integration zu beenden, ist mehr als eine technische Umstellung. Sie zeigt, wie fragmentiert die Smartphone-Cloud-Landschaft trotz aller Partnerschaften bleibt. Galaxy-Nutzer verlieren einen der wenigen echten Vorteile, die das Samsung-Ökosystem von der reinen Android-Erfahrung abhob. Gleichzeitig öffnet der Schritt die Tür für unabhängigere Alternativen – und für eine bewusstere Entscheidung, wem man seine wertvollsten digitalen Erinnerungen anvertraut.