In Jordanien ist ein mutmaßliches Mitglied der Hackergruppe ShinyHunters festgenommen worden. Der Verdächtige, der unter dem Pseudonym „Rey“ operierte, kooperiert nach übereinstimmenden Ermittlerangaben umfassend mit dem FBI und gewährte den Strafverfolgern Zugriff auf seine Geräte. Bereits in der Vorwoche war in den Niederlanden ein weiteres Bandenmitglied gefasst worden.
Gestohlene FBI-Daten: Ein reales Sicherheitsrisiko
Die Gruppe, die zuvor unter anderem Rockstar Games und Pornhub mit Datenabflüssen und Erpressungsversuchen heimgesucht hatte, erbeutete nach Medienberichten authentische Personaldaten sämtlicher FBI-Mitarbeiter. Dies setzt die Belegschaft der Bundespolizei einem erheblichen Risiko aus, etwa durch gezielte Phishing-Angriffe oder Erpressungsversuche. Anders als bei früheren Coups der Bande gab es zunächst Hinweise, dass die Daten nicht veröffentlicht werden sollten.
Die Bande zieht sich zurück
Den Kriminellen scheint angesichts der massiven Gegenwehr bewusst zu werden, mit wem sie sich angelegt haben. Sowohl Reuters als auch andere Medien berichten, dass sie ihre bisherigen Kontakte bei ShinyHunters nicht mehr erreichen können. Die Webseite der Gruppe ist aus dem Darknet verschwunden. In einer Mail an die Nachrichtenagentur hieß es, man wolle „keine weitere Eskalation“ mit dem FBI. Ob dies auf Einsicht oder bloße Taktik zurückgeht, ist unklar – Nachsicht der Strafverfolger ist jedoch kaum zu erwarten.
Die Festnahme von „Rey“ und seine Kooperationsbereitschaft könnten den Fall entscheidend voranbringen. Die Demonstration von Durchsetzungsfähigkeit des FBI dürfte zudem Signalwirkung auf andere Cyberkriminelle haben: Wer sich mit US-Behörden anlegt, muss mit einer konsequenten internationalen Verfolgung rechnen.