Steam-Machine-Klon aus China kostet halb so viel wie PS5

Ein günstiger Gaming-PC aus China soll die halbe PS5 kosten und den Konsolenmarkt aufmischen.

Der chinesische Steam-Machine-Klon bietet PC-Gaming im Wohnzimmer zu einem Bruchteil des PS5-Preises.
Highlights
  • Der chinesische Steam-Machine-Klon kostet nur etwa halb so viel wie eine PlayStation 5.
  • Dank cleverer Hardware-Auswahl übertrifft der Klon in Benchmarks die PS5 in einigen Disziplinen.
  • Die Zielgruppe sind preisbewusste Gamer, die von PS4 auf PC umsteigen möchten.

Ein neuer Gaming-PC aus China macht derzeit international Schlagzeilen: Ein sogenannter Steam-Machine-Klon soll im Preis nur halb so teuer sein wie eine PlayStation 5 und in der Theorie sogar leicht bessere Leistung als die Standard-PS5 bieten. Das Gerät positioniert sich damit als überraschend starke Alternative für preisbewusste Gamer, die PC-Spiele im Wohnzimmer erleben möchten – und stellt zugleich die Frage, ob das Konzept der Steam Machine nach Jahren der Stille doch noch eine Renaissance erleben könnte.

Was genau ist dieser Steam-Machine-Klon aus China?

Bei dem Gerät handelt es sich um einen kompakten Gaming-PC, der an das ursprüngliche Steam-Machine-Konzept von Valve anknüpft. Die Grundidee: Ein speziell für das Wohnzimmer optimierter Computer, der SteamOS oder eine vergleichbare Linux-basierte Oberfläche nutzt und sich mit einem Controller bedienen lässt. Der chinesische Hersteller setzt dabei auf clevere Hardware-Auswahl, um das Preis-Leistungs-Verhältnis drastisch zu verbessern. Statt auf teure Einzelkomponenten zu setzen, wird ein abgestimmtes System verbaut, das in der Summe deutlich unter den Kosten einer durchschnittlichen Gaming-Hardware liegt. Das Ziel ist ein Gerät, das Konsolenbesitzern einen einfachen Einstieg in die Welt des PC-Gamings ermöglicht.

Leistungsvergleich: Wie schlägt sich der Klon gegen PS5 und PS4?

Laut den verfügbaren Informationen übertrifft der chinesische Steam-Machine-Klon die Basisversion der PlayStation 5 in der Theorie in einigen Disziplinen. Zwar ist die PS5 mit ihrer kundenspezifischen SSD-Architektur und den optimierten Konsolen-APUs in vielen Spielen hervorragend eingestellt, doch die im Klon verbaute Hardware bietet rohe Rechenleistung, die vor allem bei PC-Portierungen und weniger stark optimierten Titeln zum Tragen kommt. Besonders deutlich fällt der Abstand zur PlayStation 4 aus: Hier liegt die Leistung des Klons um ein Vielfaches höher, was ihn auch für aktuelle Spiele in hohen Auflösungen und mit höheren Bildraten prädestiniert. Einzig die PlayStation 5 Pro, die mit ihrer leistungsgesteigerten GPU und verbesserten Raytracing-Einheiten antritt, bleibt außer Reichweite des chinesischen Systems.

Warum ist der Klon so viel günstiger als eine PS5?

Der niedrigere Preis erklärt sich durch mehrere Faktoren. Erstens entfallen bei einem PC-System die hohen Lizenzgebühren, die Konsolenhersteller an Plattforminhaber zahlen. Zweitens kommen oft ältere, aber immer noch sehr leistungsfähige Komponenten zum Einsatz, die in großen Stückzellen günstig eingekauft werden können. Drittens ist der chinesische Markt für Elektronik bekannt für seine effizienten Lieferketten und geringeren Produktionskosten. Der Hersteller verzichtet zudem auf teure Markenkomponenten und setzt auf No-Name-Teile, die in der Praxis jedoch kaum schlechter abschneiden als die Produkte bekannter Hersteller. Der Preisvorteil wird also nicht durch minderwertige Qualität erkauft, sondern durch clevere strategische Entscheidungen in der Konzeption.

Welche Zielgruppe spricht der Steam-Machine-Klon an?

Die primäre Zielgruppe sind Gamer, die bisher mit einer PlayStation 4 oder einer älteren Konsole spielen und auf der Suche nach einem deutlichen Leistungssprung sind, aber nicht das Budget für eine PS5 oder einen teuren Gaming-PC haben. Auch Nutzer, die bereits eine umfangreiche Steam-Bibliothek besitzen und diese endlich auf dem Fernseher im Wohnzimmer spielen möchten, profitieren von dem Angebot. Der Klon ist zudem eine interessante Option für Fans von Indie-Titeln und älteren PC-Spielen, die auf Konsolen oft nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sind. Das Gerät spricht also eine Nische an, die sowohl preissensible als auch technikaffine Spieler umfasst.

Die historische Bedeutung des Steam-Machine-Konzepts

Das ursprüngliche Steam-Machine-Projekt von Valve aus dem Jahr 2015 galt als ambitionierter Versuch, das PC-Gaming ins Wohnzimmer zu bringen und gleichzeitig eine Alternative zu den geschlossenen Konsolen-Ökosystemen von Sony, Microsoft und Nintendo zu schaffen. Doch die Initiative verlief im Sand – zu wenige Hersteller brachten Geräte auf den Markt, die Auswahl an Spielen war limitiert und die Bedienung über SteamOS blieb hinter den Erwartungen zurück. Dass nun ein chinesischer Hersteller das Konzept wieder aufgreift, zeigt, dass die Idee nie wirklich tot war. Der Zeitpunkt könnte günstiger sein als je zuvor: Steam selbst hat mit dem Steam Deck gezeigt, dass Linux-basiertes Gaming inzwischen alltagstauglich ist, und die Nachfrage nach günstigen Spieleplattformen ist ungebrochen hoch.

Technische Einordnung: Was bedeutet „in der Theorie besser“ konkret?

Die Formulierung „in der Theorie besser“ ist mit Bedacht gewählt. In synthetischen Benchmarks und bei Spielen, die auf PC-Hardware optimiert sind, wird der Klon tatsächlich höhere Rohwerte erzielen als eine PS5. In der Praxis hängt die tatsächliche Leistung jedoch stark von der Software-Optimierung ab. Konsolen profitieren von einer einheitlichen Hardware-Umgebung, die es Entwicklern erlaubt, das letzte Quäntchen Leistung herauszuholen. Ein PC-System mit Standardkomponenten erreicht diesen Grad an Optimierung selten. Im Durchschnitt kann man aber davon ausgehen, dass der Klon in den meisten aktuellen Spielen auf Augenhöhe mit der PS5 agiert oder sie in einigen Titeln sogar leicht übertrifft – vor allem dann, wenn Wert auf hohe Bildraten statt auf native 4K-Auflösung gelegt wird.

Marktkontext und Ausblick

Die Ankündigung dieses Steam-Machine-Klons fällt in eine Zeit, in der die Preise für Gaming-Hardware weltweit hoch sind und viele Spieler nach kostengünstigen Alternativen Ausschau halten. Während Sony und Microsoft mit ihren Konsolen weiterhin den Massenmarkt bedienen, wächst die Nische der preiswerten PC-Alternativen stetig. Sollte sich das Gerät am Markt etablieren, könnte dies weitere Hersteller ermutigen, ähnliche Konzepte zu verfolgen. Die entscheidende Frage wird sein, wie gut der Hersteller den Kundensupport und die Software-Pflege organisiert. Denn ein günstiger Preis allein reicht nicht aus – langfristige Updates, Treiber-Stabilität und eine aktive Community sind für den Erfolg einer solchen Plattform mindestens genauso wichtig. Der chinesische Klon hat das Potenzial, das Steam-Machine-Konzept endlich zu dem zu machen, was es ursprünglich einmal versprach: eine echte, bezahlbare Alternative zu den etablierten Konsolen.

Diesen Artikel teilen