AMD wird die Preise seiner Radeon-RX-9000-Grafikkarten im dritten Quartal 2026 abermals erhöhen. Wie aus Berichten chinesischer Board-Partner hervorgeht, plant der Hersteller einen Aufschlag von zehn bis fünfzehn Prozent, der bereits im Juli in Kraft treten könnte. Grund für die neuerliche Preisrunde sind die massiv gestiegenen Kosten für GDDR6-VRAM, die AMD direkt an seine AIB-Partner weitergibt.
Warum steigen die Preise für AMDs Radeon-Grafikkarten?
Der Haupttreiber der Preiserhöhung sind die steigenden Beschaffungskosten für GDDR6-Speicher. AMD liefert die GPU-Dies zusammen mit dem VRAM als fertiges Kit an seine Partner aus. Steigen die Einkaufspreise für den Grafikspeicher, schlägt sich dies unmittelbar auf die Kosten nieder, die AMD den AIBs in Rechnung stellt. Der Spotpreis für GDDR6 ist seit Ende 2025 deutlich angestiegen, getrieben durch die anhaltend hohe Nachfrage aus dem KI-Sektor, die Speicherkapazitäten bindet und die Preise für alle Abnehmer in die Höhe treibt. Daher müssen Endkunden nun mit tieferen Taschen rechnen.
Bereits die zweite Preisanhebung innerhalb eines Jahres
Die Ankündigung stellt keinen Einzelfall dar, sondern reiht sich in eine Serie von Preisanpassungen ein. Bereits im Dezember 2025 wurde eine erste Erhöhung für die RX-9000-Serie bestätigt, der im Januar 2026 eine breitere Preisrunde folgte. AMD-Vizepräsident David McAfee hatte auf der CES 2026 weitere Anstiege nicht ausgeschlossen. Die aktuelle Entwicklung bestätigt diese Prognose und unterstreicht den anhaltenden Kostendruck im Grafiksegment. Es zeichnet sich ein klares Muster ab, bei dem Signal und Umsetzung in immer kürzeren Abständen aufeinanderfolgen.
Unterschiede zu NVIDIA und Modell-abhängige Preissteigerungen
Derweil hat der direkte Konkurrent NVIDIA seine AIB-Partner bislang nicht über eine unmittelbar bevorstehende Preiserhöhung informiert. Dies ist jedoch nur ein kurzfristiger Vorteil, denn NVIDIA hatte bereits im Mai die Preise für die RTX-5090-Modelle angehoben. Da GDDR7-Speicher deutlich teurer ist als GDDR6, wäre eine weitere Anhebung auch bei Team Grün wenig überraschend. Für Käufer von Radeon-Karten bedeutet die aktuell Entwicklung, dass insbesondere Modelle mit höherer VRAM-Bestückung stärker betroffen sein werden. Eine RX 9070 XT mit 16 Gigabyte GDDR6 müsste einen höheren absoluten Preisaufschlag verkraften als beispielsweise eine RX 9060 XT mit acht Gigabyte. Zudem können die AIB-Partner auf die von AMD veranschlagten Preise noch eigene Margen aufschlagen, was die Endkundenpreise zusätzlich in die Höhe treiben kann.
Analysen aus der Branche deuten darauf hin, dass die VRAM-Kosten den Rest des Jahres 2026 über weiter steigen werden. Mehrere Hersteller haben diese Einschätzung geteilt. Wer auf einen Preisverfall bei Radeon-Karten hofft, dürfte angesichts der ungebremsten KI-Nachfrage und der angespannten Speichermärkte vorerst enttäuscht werden. Stabilität ist aus heutiger Sicht nicht in Sicht.