Dell Powerstore als externer Storage für Nutanix verfügbar

Dell Powerstore wird als externer Block-Storage für Nutanix-Cluster zertifiziert und eröffnet neue Möglichkeiten für VMware-Migrationen.

Die Integration von Powerstore in Nutanix-Cluster ermöglicht nahtlosen Speicher für Unternehmen bei der Migration von VMware.
Highlights
  • Dell Powerstore erweitert das Nutanix-Ökosystem um hochperformanten externen Block-Storage für anspruchsvolle Workloads.
  • Die iSCSI-basierte Anbindung von Powerstore an Nutanix-Cluster wurde von Dell und Nutanix gemeinsam zertifiziert.
  • Die Kooperation adressiert den wachsenden Bedarf an flexiblen Speicherlösungen im Zuge der VMware-Migration.

Die Partnerschaft zwischen Dell Technologies und Nutanix erreicht eine neue Ebene der Integration. Nachdem die Dell Powerflex-Plattform bereits als Speicherlösung für die Hyperconverged-Infrastruktur (HCI) von Nutanix zertifiziert wurde, öffnet Dell nun den Zugang zu seiner Enterprise-Storage-Familie Powerstore. Dieser Schritt adressiert einen wachsenden Bedarf im deutschsprachigen Raum: Unternehmen, die ihre virtualisierten Umgebungen modernisieren und dabei von VMware auf die Nutanix-AHV-Hypervisor-Plattform migrieren, suchen nach nahtlosen, leistungsfähigen Speicherlösungen, die ihre bestehenden Investitionen schützen.

Warum Powerstore als externer Storage für Nutanix?

Die Entscheidung, Powerstore als externen Block-Storage für Nutanix-Cluster verfügbar zu machen, ist eine direkte Reaktion auf die Marktdynamik. Viele Unternehmen betreiben Nutanix nicht mehr ausschließlich als reine HCI-Appliance. Sie benötigen dedizierte, hochperformante Storage-Systeme für bestimmte Workloads – etwa große Datenbanken, KI-gestützte Analysen oder langfristige Datenaufbewahrung. Powerstore, mit seiner NVMe-basierten Architektur und der integrierten KI-gestützten Datenverwaltung, füllt diese Lücke. Es ermöglicht den Betrieb von Nutanix-Clustern mit einem zentralen, skalierbaren Storage-Backend, ohne die Vorteile der Nutanix-Verwaltungsebene aufzugeben.

Die technische Integration im Detail

Die Anbindung erfolgt über standardisierte iSCSI-Protokolle. Dell und Nutanix haben hierfür einen gemeinsamen Validierungsprozess durchlaufen, der die Konfiguration, Failover-Szenarien und Lastverteilung zertifiziert. Für den Administrator bedeutet dies: Powerstore-LUNs werden im Nutanix-Interface als externe Datenspeicher sichtbar und können direkt in bestehende Storage-Pläne und Richtlinien integriert werden. Die Verwaltung erfolgt weiterhin über die Prism-Oberfläche, während das Powerstore-Management für die physikalische und logische Speicherverwaltung zuständig bleibt. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung von Quality-of-Service (QoS)-Profilen, die sicherstellt, dass kritische Anwendungen im Nutanix-Cluster priorisiert werden.

Welche Workloads profitieren am meisten?

Die Kombination aus Powerstore und Nutanix eignet sich besonders für Szenarien, in denen ein hohes Maß an Speicherleistung bei gleichzeitiger Skalierbarkeit gefragt ist. Typische Anwendungsfälle sind virtualisierte Microsoft SQL Server-Umgebungen, Oracle-Datenbanken sowie VDI-Infrastrukturen mit hohen I/O-Anforderungen. Auch für die Konsolidierung von Backup- und Recovery-Workloads bietet die Lösung Vorteile, da Powerstore native Snapshots und Replikationsfunktionen bereitstellt, die direkt mit den Nutanix-Backup-APIs harmonieren. Die Zertifizierung stellt sicher, dass Failover- und Failback-Szenarien fehlerfrei funktionieren – ein kritischer Punkt für Unternehmen, die ihre SLAs ernst nehmen.

Ein strategischer Schritt im Zuge der VMware-Migration

Der Zeitpunkt dieser Ankündigung ist kein Zufall. Die Übernahme von VMware durch Broadcom hat auf dem deutschen Markt für Verunsicherung gesorgt. Viele Unternehmen prüfen den Wechsel zu alternativen Hypervisoren wie Nutanix AHV. Genau hier setzt die erweiterte Dell-Kooperation an. Ein Kunde, der von VMware vSAN auf Nutanix wechselt, muss nicht zwingend seine gesamte Storage-Architektur neu denken. Er kann einen Powerstore-Cluster als zentralen Speicherpool nutzen und seine bestehenden LUNs und Datensicherungskonzepte weitgehend beibehalten. Das senkt die Migrationskosten und reduziert das Risiko von Datenverlusten während des Wechsels.

Powerstore vs. Powerflex: Die Abgrenzung

Es ist wichtig zu verstehen, dass Powerstore und Powerflex unterschiedliche Nischen bedienen. Powerflex ist eine softwaredefinierte Plattform, die als hyperkonvergenter oder zusammengeführter Storage (HCI/CSI) konzipiert ist. Powerstore hingegen ist ein dediziertes Storage-Array mit eigenem Controller, eigener Kühlung und redundanten Netzteilen – typisch für klassische Enterprise-Storage-Umgebungen. Die Wahl zwischen beiden hängt von der gewünschten Architektur ab: Wer vollständig auf Nutanix-Software setzen möchte und eine reine HCI-Umgebung anstrebt, bleibt bei Powerflex. Wer jedoch einen separaten, hochperformanten Speicher für dedizierte Workloads benötigt, greift zu Powerstore. Beide sind nun offiziell validiert und können je nach Workload-Mix auch kombiniert eingesetzt werden.

Wie funktioniert die Lizenzierung und Verfügbarkeit?

Die Nutzung von Powerstore als externer Storage für Nutanix setzt kein separates Add-on voraus. Der Kunde benötigt eine gültige Nutanix-Lizenz für die Clusternutzung sowie ein Powerstore-System mit der entsprechenden Kapazität. Die Konfiguration ist über die Dell-Support-Kanäle und die Nutanix-Hardware-Kompatibilitätsliste (HCL) abgesichert. Für Unternehmen, die eine Migration aus einer VMware- mit Powerstore-Umgebung planen, bietet Dell zudem unterstützte Migrationsservices an, die den Umstellungsprozess automatisieren und beschleunigen. Die Verfügbarkeit für den deutschen Markt ist ab sofort gegeben; erste Pilotkunden in der DACH-Region haben die Integration bereits erfolgreich getestet.

Was bedeutet das für die IT-Strategie in deutschen Unternehmen?

Die Ankündigung ist ein klares Signal für den europäischen Markt. Dell und Nutanix erkennen, dass Unternehmen nicht mehr in monolithischen Lösungen denken, sondern in heterogenen, aber orchestrierten Umgebungen. Die Zertifizierung von Powerstore gibt IT-Entscheidern die Freiheit, ihren Storage unabhängig vom Rechencluster zu dimensionieren. Das ist besonders für Unternehmen im deutschsprachigen Raum relevant, die aufgrund strenger Datenschutz- und Compliance-Vorgaben (DSGVO, BDSG, C5) oft eine flexible und nachvollziehbare Storage-Architektur benötigen. Mit Powerstore können sie Daten auf physisch getrennten Systeme halten, während die gesamte Virtualisierung über die Nutanix-Ebene läuft.

Ein Blick nach vorn

Die Integration von Powerstore in das Nutanix-Ökosystem ist mehr als nur eine weitere Kooperation. Sie ist ein Architekturmodell für die nächste Generation der Rechenzentren: weg von der strikten Trennung zwischen Server- und Speicherinfrastruktur, hin zu einer durchgängig orchestrierten Ebene, in der Workloads automatisiert die passende Ressource finden. Dell und Nutanix haben damit die Grundlage geschaffen, dass Unternehmen ihre bestehenden Powerstore-Investitionen schützen und gleichzeitig auf die flexible, softwaredefinierte Zukunft setzen können. Beobachter sollten genau darauf achten, wie schnell nun weitere Storage-Familien von Dell – etwa die Isilon/ PowerScale-Serie für NAS – folgen werden. Die Zeichen stehen auf eine tiefere, plattformübergreifende Integration, die das gesamte Speicher- und Virtualisierungsportfolio umfasst.

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