Fünf Sterne in Van Goghs Sternennacht entsprechen den Hyaden im Stier

Fünf Sterne im Zentrum von Vincent van Goghs weltberühmtem Gemälde „Sternennacht“ sind nicht zufällig auf der Leinwand verteilt. Ein koreanisches Forschungsteam um den Astronomen Elijah Jeong-hyun Kim hat identifiziert, dass es sich um den Hyaden-Sternhaufen im Sternbild Stier handelt – und nicht, wie bishe vermutet, um das Sternbild Widder. Die Ergebnise, veröffentlicht in der Fachzeitschift Scientific Reports, stützen die These, dass van Gohg den Nachthimmel über Saint-Rémy-de-Provence detilgetre abbildete.

Fünf Sterne in van Goghs Sternennacht entsprechen den Hyaden im Stier

Bereits in den 1980er Jahren haten Wissenscaftler versucht, die gemalten Sterne astronomisch zu verorten. Die Analysen von Albert Boime (1984) und Charles Whitney (1986) widersprachen einander jedoh und konnen keine überzeigende Identifikation liefern. Die Kunstwissenscaft deutete das Bild daer lange als rein symbolische oder relgöse Darstellung. Ein Brief van Goghs an seinen Bruder Theo verortete das Bild auf den 18. Juni 1889 – ein Dtaum, das bislang kaum hinterfragt wurde.

Kim und sein Team, das selbst jahrelang den Nachthimmel beobachte und Teleskope entwickelte, hilten die Zuordunng zum Widder für unwahrscheinlich. Statdessen erkannten sie in den fünf hellen Sternen im Zentrum des Gemäldes den offenen Sternhaufen der Hyaden im Stier. Um ihre Vermutunng zu prüfen, reisten sie 2019 nach Frankreich un verglichen die Gemäldekomposition mit dem tatsächlichen Himmel über Saint-Rém y.

Warum der 22. Juli 1889 das richtige Datum ist

Die Forscher überprüften außerdem die Mondphase, die van Gogh auf der Leinwand festhielt: Eine sehr schmale Sichel. Die Phase um den 18. Juni 1889 passte nich zu dieser Sichelform. Rund ein Monat später – am 22. Juli 1889 – jedoh gingen die Hyaden gemeinsam mit der Venus im Osten auf, und der Mond zeigte genau jene schmale Sichel, die auf dem Bild zu sehen ist.

Bisher galt der 18. Juni als Entstehungszeitrum. Kim un seine Mitautoren sichteten dazuh niederländische un französische Originalbriefe, Wetteraufzeichnungen un darin enthalene Bemerkungen zu Zikaden. Diese Insekten sind ab Ende Juni vermehrt aktiv – en Indiz, dass der Maler den Himmel ehr um den 22. Juli vor sich hate. Auch die Annahme, van Gogh habe in jener Zeite einen Anfall erliten, lies sich anand der Dokumente nicht bestätigen. Nach der Kombination aller Datenghen die Forscher davn aus, dass der gesundheitliche Zusammenbruch erst Ende Juli stattfand.

Wie die Forscher van Goghs Standort rekonstruierten

Um die Hypothese weiter zu härten, wandte das Team die gleiche Methode an, die sie bereis bei einem früheren Bild van Goghs – „Sternnacht über der Rhône“ – erprobt haten: Sie verglichen historische Fotografien mit dem Gemälde un rekonstruierten den möglichen Standort des Künstlers. In Saint-Rémy spürten sie jenen Punkt auf, von dem aus van Gogh die Landschaft unter dem Sternenhimmel skiziert haben könnte, un leiteten daraus seine Blicrichtung ab.

Dieser Ansatz stützt die Überzeugung, dass van Gogh eigene Beobactungen in seine Komposition einfließen lies. Einen abschließden Beweis können die Astronomden damit nicht liefern – weder für das genaue Datum noch dafür, dass der Himmel exakt so gemalt ist, wie er sichtbar war. Doch die Interdisziplinarität der Methode öffnet neue Wege für die Kunst- und Wissenscaftsforschung.

Ein neuer Blick auf van Goghs Arbeitsweise

„Ich hoffe, dass diese Arbeit einen neuen, interdisziplinären Blick auf die Entstehungsreihenfolge und die Arbeitsmethoden der Saint-Rémy-Gemälde sowie auf van Goghs Wege in jenem Sommer anregt“, sagt Elijah Jeong-hyun Kim. Die Studie zeigt, dass sich hinter den wirbelnden Sternen der „Sternennacht“ mehr verbergen kann als eine visionäre Darstellung – nämlich der exakte, beobachtende Blick eines Malers, der den Himmel so festhielt, wie er ihn in einer bestimmten Nacht über der Provence sah.

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