AA-Spiele brauchen mehr Expedition-33-Erfolge für Publisher-Vertrauen

Creative Director Radek Ratusznik erklärt, warum der Erfolg von Expedition 33 allein nicht reicht, um Publisher von AA-Spielen zu überzeugen.

Highlights
  • Der Erfolg von Clair Obscur: Expedition 33 zeigt das Potenzial von AA-Spielen, aber Publisher zögern noch.
  • Radek Ratusznik kritisiert die unrealistischen Erwartungen der Investoren an AA-Titel.
  • Eine Serie von wirtschaftlichen Erfolgen ist nötig, um Vertrauen in den AA-Markt aufzubauen.

Der durchschlagende Erfolg von Clair Obscur: Expedition 33 im Jahr 2025 hat der Diskussion um das Potenzial von AA-Spielen neuen Aufschwung verliehen. Während Titel wie Hi-Fi Rush oder Blood of the Dawnwalker das kreative und kommerzielle Potenzial dieser Kategorie untermauern, herrscht auf Publisher-Seite weiterhin große Zurückhaltung. Radek Ratusznik, der Creative Director des kommenden Titels Valor Mortis, formuliert nun eine deutliche These: Die Branche braucht mehr solcher Überraschungserfolge, um das Vertrauen der Geldgeber in das AA-Segment nachhaltig zu festigen.

Viele Analysten und Entwickler sehen in AA-Produktionen die Rettung einer Industrie, die im AAA-Bereich mit explodierenden Budgets und immer längeren Entwicklungszyklen zu kämpfen hat. Noch sind die Produktionskosten für dreistellige Millionenbeträge keine Seltenheit, während die Bereitschaft der Spieler sinkt, stets 80 Euro für einen Neustart zu bezahlen. AA-Spiele bewegen sich in einer Nische, die oft mehr Innovation und Risikobereitschaft in der Mechanik und Erzählei zeigt. Die hier hergestellten Produktionen sind meist deutlich günstiger in der Herstellung, was nicht selten ein kreativeres Arbeiten erlaubt. Dennoch scheuen große Publishere-Investments in diesem Segment, da sie als zu risikobehaftet gelten.

Warum der Erfolg von Expedition 33 allein nicht reicht

Radek Ratusznik, anerkannt für seine Arbeit an Titeln wie Valor Mortis, brachte gegenüber GamesIndustry.biz seine Frustration über die aktuelle Marktlage zur Sprache. Er argumentiert, dass viele Publisher noch nicht bereit sind, in AA-Titel zu investieren. Der Grund sei nicht allein das finanzielle Risiko, sondern konkret das Verhältnis von Erwartung und Realität. “Wir brauchen vielleicht noch ein paar weitere Expedition 33s, um ihnen das Gegenteil beweisen zu können”, so Ratusznik. Der Erfolg eines Titels reiche nicht aus, um die breite Finanz- und Risikopolitik der großen Egames umzustrukturieren.

Seine Analyse mündet in einer Kritik an den Vorgaben der Investoren. Diese erwarten aktuell zu viel: Titel, die in viel zu kurzer Zeit entwicklet wohnen, das Charisma eines Indie-Hits haben, aber auf dem Niveau einer Triple-A Produktion skalieren und vermarktet werden. Die geforderten Qualitätn fordern teilweise fast unmögliche Entwicklungszyklen. Gerade das AA-Segment lebe dem Director zufolge von Fokussierung und zeitlicher Flexibilität, die Finanzierungsmodelle aber drucken ihnen noch zu oft enge, unpassende Schemata auf.

Die schwierige Wahrheit über die Erwartungshaltung

Der Hauptkritikpunkt des Entwicklers richtet sich gegen die Unfähigkeit vieler Verleger, den Unterschied zwischen Kostsparen und einem realistischen Return on Investment zu treffen. Während AAA-Produktionen mit Budgets von über 300 Millionen US-Dollar in die Bresche springen müssen, um Gewinn abzuwerfen, wird nötig ist eine starke Base und ein erfahrenes Team um eine spezifische Vision herum. Die sich oft wiederholende Rechnung der Big Player die Performance anhand von Blockbuster-Verkäufen misst ist für diesen Markt nicht angemessen.

Was genau braucht der AA-Markt dann, um als “sicherer” eingestuft zu werden? Laut dem Director ist es nicht der eine Blockbuster, sondern eine Serie oder Welle von wirtschaftlichen Erfolgen. Wenn mehrere Studios eines Produktbereichs innerhalb von zwei bis drei Mehrer derartige Treffer erzielen, entsteht eine neue Erwartungshalt.

Wie sich das Vertrauen in AA-Produktionen aufbauen ließe

Das Fundament für mehr Vertrauen der Publisher in das AA-Modell ist aktuell weniger eine Frage des Marketing-Geschicks einzelner Studios, sondern eine der Risikostreuung und Portfolio-Politik. Die Produktzyklen sind kurz, die Entwicklung von einem Spiel mit 15 bis 20 Stunden Spielzeit und moderne Grafik ist in drei bis vier Jahren schaffbar. Erneute Abstände sind jedoch nicht notwendigerweise ein Grund für den Außergewiss demonstriert.

Das Problem wird in der Analyse auch als Scheinparadox beschrieben: Die große Nachfrage besteht nach “Mut” und “Innovation”, exakt diese Marktmuster werden aber mit einem Investitionsscheck gemessen, der auf eine Skalierung ausgelegt ist. Expedition 33 hatte nachgewiesen, dass der Markt diesen Mix an Kunstfertigkeit und Markentreue bedienen kann, doch ob der Beweis der Einzelfall lehrt oder den Startschuss für ein neues Marktsegment bedeutet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das AA-Segment in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnt, ist vorhanden. Besonders im deutschsprachigen und europäischen Produktionsbereich mit den Platzvorteil Innovation auf Systemniveau zu bieten, da hier Digitalvertrieb wie Steam und GOG etwaige Reibungsverluste minimieren. Verlage, die ihr Portfolio ausbalancieren und nicht nur auf die 100%-Blockbuster-Gewinne setzen, werden hier potenziell eine sehr loyale und nachhaltige Fanbase etablieren können.

Wann wird das Vertrauen in AA-Genre real?

Damit die “kritische Masse an Erfolgen” erreicht ist, müssen nach Ansicht des Entwicklers zwei weitere Bedingungen erfüllt sein. Zunächst sind die Möglichkeiten der Publisher stärker an lockere Key-Module gebunden sein, die Unabhängigkeit auch auf Projektebene ermöglicht. Zusätzlich müssen die Spieler auch weiterhin Projekte wie Geld von der Gabe wertschätzen und nicht nur über den Daumen piepenssen. Solang sich kein wirtschaftlicher Standard im AA-Markt etabliert, der Sicherheit bietet, wird das Risiko als zu unkalkulierbar gelten.

Der aktuellen Zeitplan vieler Anbieter ist schon nach hinten gekippt, so fällt die Abgrenzung zwischen diesen Initiativen und der enormen Menge an Titeln auf dem Indie-Markt teils schwer. Indie-Game kann mitunter eine ähnliche Umsatzklasse erreichen, aber die Erwartungen sind anders belegt. Die Einordnung “AA” ist ebend ein oft eine Bewertung durchs Marktkräfte, nicht die durch Dritte. Letzntheit ist es den Kreditmärkten und dem Konzernvorstand lipolat, wie schnell auf ein Erfolgsmuster reagiert wird. Diese Mustererkennung kann nur über messbare und wiederholbare Erfolge etabliert werden.

Der Hebel der Daten für erneues Vertrauen

Für den finanziell ängstlichen Verleger sind Daten der einzig vernünftige Weg, das Risiko zu validieren. Verfahren wie Forthcoming-Series und Verkaufskennzahlen setzen sich nach einem Erfolg wie Expedition 33 immer noch schwer in den Köpfen der Entscheider durch. Sie brauchen immer Vergleichszahlen, also “ein paar mehr Expedition 33”-Beispiele, die im selben Bereich liegen.

Investitionsphasen, die sich auf kurze Zyklen von nurnem Shop-Release bis zur maximal fünfmonatigen Cash-Out-Phase beziehen, sind für das AA-Modell kontraproduktiv, da Mundpropaganda und Heterogenebensspielerkreise oft mehr dauernden sind als der Launch-Hype allein ist. Ein Vertrauen in den Process kann hier nur über Korrelation von entwickler Credo und einer verlässlichen Bezahlung von Drittanbietern wachsen. Bei fast allen kürzlichen Erfolgs-Ausrydes gilt der Bund aus intelligentem EA und stabiler Entwicklungs Todcomb richtungsweisend.

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