ASUS erweitert sein Portfolio für Kreativprofis um das ProArt P14, das erste Notebook mit Nvidias neuem RTX Spark. Die offiziellen Spezifikationen zeigen nun detailliert, welche Konfigurationen zur Wahl stehen – und welche Kompromisse das kompakte 14-Zoll-Gehäuse mit sich bringt. Das System setzt auf einen vereinheitlichten Arbeitsspeicher, der CPU und GPU gemeinsam nutzen, und startet bereits bei 24 GB, während der Massenspeicher auf PCIe 4.0 und einen einzigen M.2-Steckplatz begrenzt bleibt.
Unified Memory: 24 GB Einstieg, 128 GB Maximum – aber was bedeutet das?
Das ProArt P14 (Modellnummer H7407BA) wird in fünf Speichervarianten angeboten: 24, 32, 48, 64 und 128 GB LPDDR5X. Der Arbeitsspeicher ist fest auf der Hauptplatine verlötet und lässt sich später nicht erweitern. Anders als bei herkömmlichen Notebooks, die über getrennten Systemspeicher (RAM) und Grafikspeicher (VRAM) verfügen, handelt es sich hier um einen einheitlichen Speicherpool. Die Grace-CPU (Arm-Architektur, 20 Kerne) und die Blackwell-RTX-GPU (6.144 CUDA-Kerne) sind über NVLink-C2C verbunden und greifen auf denselben Speicher zu.
Die 24-GB-Variante senkt die Einstiegshürde für das RTX-Spark-System, erfordert aber eine kluge Aufteilung des Speichers zwischen CPU und GPU. Je nachdem, wie viel Speicher der Grafikchip zugewiesen wird, ändern sich die Möglichkeiten für rechenintensive Anwendungen. Microsoft arbeitet nach eigenen Angaben an einer Funktion namens „IntelligentCarveout“ für Windows 11, die es Nutzern erlauben soll, den Anteil für GPU und KI-Beschleuniger selbst festzulegen. Die entsprechende experimentelle Build-Version 29648 wurde Mitte August 2026 veröffentlicht. Eine ähnliche Funktion bietet AMD bereits für die Ryzen-AI-Max-Serie auf Treiberebene.
Die 128-GB-Konfiguration zielt auf anspruchsvolle Workloads wie das Ausführen lokaler Large Language Models mit 120 Milliarden Parametern oder das Rendern von 3D-Szenen jenseits der 90-GB-Marke. Doch die kleineren Speichervarianten eröffnen auch preisbewussteren Kreativen den Zugang zur RTX-Spark-Plattform – wenn auch mit entsprechenden Einschränkungen bei der parallel nutzbaren Datenmenge.
PCIe 4.0 und nur ein M.2-Slot: Der Kompromiss für das kompakte Gehäuse
Während der Arbeitsspeicher flexibel konfigurierbar ist, zeigt sich beim Massenspeicher eine deutliche Limitierung. Das ProArt P14 unterstützt ausschließlich PCIe 4.0 für die M.2-SSD. Der schnellere PCIe-5.0-Standard kommt nicht zum Einsatz. Zudem steht lediglich ein einziger M.2-2280-Steckplatz zur Verfügung – deutlich weniger als bei vielen 15- oder 16-Zoll-Geräten, die oft zwei oder drei Slots bieten.
Asus weist in den offiziellen Unterlagen darauf hin, dass aufgrund oberflächenmontierter Bauteile in der Nähe des M.2-Steckplatzes nur einseitig bestückte SSDs verwendet werden können. Die Konsequenz: Wer mehr als die werkseitig verbauten 512 GB oder 1 TB Speicher benötigt, muss zu einer teuren einseitigen SSD mit hoher Kapazität greifen. Derzeit sind 4-TB-Modelle dieser Bauart aufgrund der angespannten DRAM-Preise deutlich teurer als doppelseitige Alternativen.
Die Einschränkungen sind dem flachen und leichten Gehäuse geschuldet: Das ProArt P14 misst nur 13,9 mm in der Höhe und wiegt 1,48 kg. In diesem Formfaktor ist ein zweiter Steckplatz oder ein Kühlsystem für PCIe 5.0 schwer unterzubringen. Kreative, die große Datenmengen schnell verarbeiten müssen, sollten daher die Speicherkonfiguration vor dem Kauf sorgfältig planen.
Weitere technische Details: Display, Akku, Anschlüsse
Asus stattet das ProArt P14 mit einem 14 Zoll großen OLED-Display aus. Die Auflösung beträgt 2880 × 1800 Pixel (3K), die Bildwiederholfrequenz liegt bei 120 Hz. Das Panel ist touch- und stylusfähig. Die Spitzenhelligkeit im HDR-Modus gibt Asus mit bis zu 1.600 cd/m² an, das Basismodell erreicht immerhin 1.100 cd/m². Der DCI-P3-Farbraum wird zu 100 Prozent abgedeckt, eine PANTONE-Zertifizierung und eine entspiegelte Beschichtung sind an Bord.
Der Akku hat eine Kapazität von 90 Wh. Geladen wird über USB-C: Das mitgelieferte Netzteil leistet 140 Watt, kompatible Kabel unterstützen bis zu 240 Watt. Ein proprietäres Ladegerät ist nicht nötig. Die Anschlussausstattung umfasst:
- 3× USB 4.0 Gen 3 Type-C
- 1× USB 3.2 Gen 2 Type-A
- 1× HDMI 2.1
- 1× SD-Kartenleser (SD 4.0)
- 1× 3,5-mm-Kopfhöreranschluss
Die drahtlose Konnektivität wird durch Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 abgedeckt. Das Gehäuse erfüllt die Militärnorm MIL-STD 810H, und die Sicherheitschips TPM 2.0 sowie Microsoft Pluton sind integriert. Farblich stehen Neo White und Nano Black zur Wahl.
Marktstart und Preisspekulation: Erste Chargen ausverkauft
Asus kündigt die Markteinführung des ProArt P14 für den Herbst 2026 an. Konkrete Preise für die einzelnen Konfigurationen sind noch nicht bekannt. Allerdings sorgt das Gerät bereits für Aufsehen im Handel. S.Y. Hsu, Co-CEO von Asus, erklärte im Rahmen der Q2-Ergebnisse, dass die ersten Auslieferungen an Vertriebspartner bereits vollständig vorbestellt seien, und man die Produktion hochfahre. Auch MSI berichtet von einer ähnlich hohen Nachfrage aus China, Taiwan und den USA.
Diese Vorverkäufe beziehen sich auf Großhandelsbestellungen, nicht auf Einzelkunden. Die tatsächliche Endkundennachfrage wird sich erst nach Erscheinen der ersten Testberichte zeigen. Analysten von Morgan Stanley hatten auf der Computex 2026 Preise von mindestens 1.799 US-Dollar (rund 29.000 Yen) für die Einstiegsvariante mit N1-Chip und 2.899 US-Dollar (rund 46.000 Yen) für die N1X-Spitzenversion geschätzt. Wo das ProArt P14 mit 24 GB Unified Memory preislich liegen wird, bleibt abzuwarten.
Bis zur finalen Bewertung des Gesamtsystems müssen noch zentrale Fragen geklärt werden: Wie schlägt sich die Arm-basierte Grace-CPU im Alltag mit Windows-Anwendungen? Wie lange hält der Akku unter realistischer Last? Und wie gut skaliert die Leistung mit der Speicherkonfiguration? Das ProArt P14 zeigt, dass Asus mit RTX Spark einen mutigen Schritt in Richtung einheitlicher Speicherarchitekturen geht – die Praxis wird zeigen, ob der Kompromiss bei der Speichererweiterung für die Zielgruppe der Kreativen tragbar ist.