Dragon Ball Xenoverse 2 ist fast aus dem Xbox Game Pass

Letztes Wochenende hat die Dragon Ball Games Battle Hour 2026 gezeigt, dass die Welt von Goku & Co. weiterhin pulsiert. Die Ankündigung weiterer DLCs für Sparking Zero oder neuer Einblicke in Dragon Ball Super: Beerus erfreuten die Fans. Doch der größte Paukenschlag war die offizielle Bekanntgabe von Dragon Ball Xenoverse 3 für 2027. Dieser Nachfolger kommt mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Vorgänger, der seit 2016 mit unzähligen Erweiterungen gepflegt wurde. Für alle, die den aktuellen Titel noch nicht gespielt haben, rückt nun eine Deadline in den Fokus: Dragon Ball Xenoverse 2 verlässt den Xbox Game Pass am 30. April. Damit bleibt nur noch ein Wochenende Zeit, dieses einzigartige Rollenspiel im Abo zu erleben, bevor man es selbst erwerben muss.

Ein Zeitreise-Abenteuer abseits des Kanons

Der Kern von Xenoverse 2 liegt nicht in der getreuen Nacherzählung der bekannten Saga, sondern in ihrer geschickten Verformung. Spieler schlüpfen in die Rolle eines selbst erstellten Zeitpatrouilleurs, der an der Seite von Trunks die Chronologie der Dragon-Ball-Welt beschützen muss. Diese Prämisse erlaubt es dem Spiel, die ikonischsten Momente der Serie auf den Kopf zu stellen. Die Handlung gewinnt ihren eigenen Drive dadurch, dass sie etablierte Ereignisse als Sprungbrett für absurde und unterhaltsame Szenarien nutzt. Anstatt lediglich Zuschauer der Schlachten zu sein, greift der Spieler-Charakter direkt in sie ein – und hinterlässt dabei oft ein kreatives Chaos.

Die fünf spielbaren Rassen, darunter Saiyajins, Menschen, Namekianer, Majins und Frost-Dämonen, bieten dabei verschiedene Grundwerte und Spielstile. Saiyajins etwa punkten mit enormer Angriffskraft auf Kosten der Verteidigung, während Namekianer sich durch Regeneration auszeichnen. Diese Unterschiede sind kein bloßes Gimmick, sondern fließen tief in das RPG-System ein. Jede Rasse erhält Zugang zu charakteristischen Transformationsfähigkeiten wie dem Kaioken. Saiyajin-Charaktere dürfen sich zudem durch das gesamte Spektrum der Super-Saiyajin-Formen arbeiten, von den klassischen Stufen bis hin zu Super Saiyajin Blue oder sogar Gohans Beast-Form aus dem Film Super Hero. Diese Vielfalt an Verwandlungen macht die Charakterentwicklung zu einem zentralen und lohnenden Aspekt des Spiels.

Four created characters fighting Great Ape Vegeta in Dragon Ball Xenoverse 2 Image: Dimps/Bandai Namco Entertainment

Die Freiheit, die Geschichte neu zu schreiben

Genau diese Bereitschaft, mit dem etablierten Kanon zu spielen, verleiht Xenoverse 2 seine unverwechselbare Identität. Wer die Dragon-Ball-Geschichte in ihrer reinen Form erleben möchte, greift idealerweise zu Titeln wie Dragon Ball Z: Kakarot. Xenoverse 2 hingegen lädt zu einer alternativen Realität ein, in der die Regeln der Zeit außer Kraft gesetzt sind. Hier kann es vorkommen, dass man gleichzeitig gegen Vegeta und Nappa in ihrer mächtigen Menschenaffen-Form antreten muss. Oder man findet sich in einem epischen Zwei-gegen-eins-Kampf gegen die Brüder Freeza und Cooler wieder, während der Planet Namek im Hintergrund in Zeitlupe explodiert.

Die Integration von Filmschurken, die im offiziellen Kanon keine Rolle spielen, als wesentliche Teile der Handlung ist ein weiteres Kennzeichen dieses Ansatzes. Diese Charaktere werden nicht als Nebenquest-Material behandelt, sondern als treibende Kräfte in einem komplexen Netzwerk aus zeitlichen Paradoxen. Das Spiel nimmt sich die Freiheit, Kontinuitäten zu ignorieren und dadurch frische, oft überraschende Konflikte zu schaffen. Dieser erzählerische Mut, gepaart mit dem tiefen Wunsch vieler Fans, „Was-wäre-wenn“-Szenarien durchzuspielen, bildet das eigentliche Herzstück des Spiels. Es ist eine Feier der kreativen Möglichkeiten, die das Dragon-Ball-Universum bietet, jenseits der strengen Vorgaben der Hauptserie.

Kampfsystem zwischen Zugänglichkeit und Tiefe

Im direkten Vergleich zu technisch anspruchsvolleren Vertretern des Franchise wie Dragon Ball FighterZ mag das Kampfsystem von Xenoverse 2 oberflächlicher wirken. Es handelt sich um einen typischen Arena-Fighter, der die Signaturelemente der Serie gekonnt umsetzt: schnelle Nahkampf-Kombos, blitzschnelles Verfolgen des Gegners nach einem starken Treffer und eine schier endlose Flut an Ki-Attacken. Die Stärke des Systems liegt jedoch nicht in komplizierten Input-Ketten, sondern in seiner gelungenen Balance zwischen Zugänglichkeit und strategischer Vielfalt.

Auch Gelegenheitsspieler können durch simples Drücken der Leicht-Angriff-Taste effektive Kombos ausführen und sich in den Kämpfen behaupten. Dies öffnet die Tür für ein unmittelbar befriedigendes Spielerlebnis, ohne dass lange Einarbeitungszeiten nötig sind. Gleichzeitig bietet die Mechanik genug Raum für komplexere Manöver und das präzise Timing von Ausweich- und Konteraktionen. Die Bewegungsfreiheit in den 3D-Arenen, das gezielte Managen der Ki-Reserve für spezielle Angriffe und Ultimates sowie die Möglichkeit, Verbündete zu unterstützen, sorgen für eine erstaunliche taktische Tiefe, die sich erst nach und nach erschließt.

Charakterbau als zentrales Spielprinzip

Die wahre Tiefe von Xenoverse 2 offenbart sich jedoch im ausgetüftelten Charakter- und Build-System. Die anfängliche Wahl von Rasse und Geschlecht ist nur der erste Schritt. Spieler können das Loadout ihres Avatars detailliert anpassen, indem sie verschiedene Super- und Ultimative-Attacken, Ausweichtechniken und passive Fähigkeiten aus einem riesigen Pool freischaltbarer Moves kombinieren. Die Verteilung der Attributspunkte auf Gesundheit, Angriff (Ki- und Nahkampf), Ausdauer und Verteidigung definiert den Spielstil grundlegend.

Hier entfaltet sich das RPG-Herz des Spiels. Man kann einen fokussierten Nahkämpfer erschaffen, der alle Punkte in Schlagkraft und Nahkampf-Specials steckt und Gegner im Handumdrehen ausschaltet. Alternativ lässt sich ein reiner Ki-Benutzer konstruieren, der aus der Distanz mit verheerenden Strahlattacken wie dem Kamehameha das Schlachtfeld dominiert. Die verschiedenen Rassen prädisponieren für bestimmte Richtungen, schränken sie aber nicht ein. Das Experimentieren mit unterschiedlichen Builds, die Suche nach der perfekten Synergie zwischen Attacken, Statistiken und ausgerüsteten Gegenständen ist ein langfristiger und äußerst befriedigender Spieltreiber. Dieser Aspekt sorgt dafür, dass sich kein Charakter wie der andere anfühlt und die Motivation, neue Kombinationen zu testen, auch nach Dutzenden Spielstunden hoch bleibt.

Ein umfangreiches Paket kurz vor dem Abo-Ende

Die Menge an Inhalten, die Xenoverse 2 heute bietet, ist überwältigend. Der Hauptstory-Bogen führt durch die zentralen Zeitreise-Verwicklungen und bietet Dutzende Stunden Spielzeit. Darüber hinaus warten unzählige Parallel-Quests, Trainingsmissionen bei den Meistern des Universums und einsatzfähige Charaktere, die freigespielt werden können. Die jahrelange Support durch DLCs hat das Spiel zu einem wahren Koloss an Möglichkeiten erweitert, der Charaktere, Szenarios und Attacken aus nahezu jedem Winkel des Franchise integriert.

Der bevorstehende Abgang aus dem Xbox Game Pass am 30. April setzt nun ein klares Datum für alle, die das Spiel im Abo testen wollten. Es bleibt genau ein Wochenende Zeit, um in diese umfassende Dragon-Ball-Erfahrung einzutauchen, bevor sie den Katalog verlässt. Für Spieler, die den Titel dauerhaft ihr Eigen nennen möchten, ist die Lage weniger dringlich. Xenoverse 2 wird regelmäßig in den digitalen Stores stark rabattiert angeboten, sodass sich ein Kauf zu einem späteren Zeitpunkt fast immer lohnt.

Die Ankündigung von Xenoverse 3 für 2027 wirft einen langen Schatten nach vorne und verspricht eine neue Generation des Zeitpatrouille-Konzepts. Bis dahin bleibt Xenoverse 2 jedoch die definitive und unvergleichliche Erfahrung für alle, die selbst in die Geschichte eingreifen und die Grenzen des Dragon-Ball-Universums austesten möchten. Sein Abgang aus dem Game Pass ist eine letzte Gelegenheit, dies ohne zusätzliche Kosten zu tun, und für viele vielleicht der Anstoß, ein bereits klassisches Rollenspiel endlich zu meistern.

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