EMEA-Netzausfälle steigen um 20 Prozent

Neue Daten von Cisco ThousandEyes zeigen einen deutlichen Anstieg der Netzwerkausfälle in der EMEA-Region, während globale Störungen zurückgehen.

Die EMEA-Region verzeichnete im Wochenvergleich 12 Cloud-Provider-Ausfälle, gegenüber 10 in der Vorwoche.
Highlights
  • EMEA-Netzausfälle stiegen um 20 Prozent im Wochenvergleich, während globale Störungen um 19 Prozent sanken.
  • Besonders betroffen waren Cloud-Provider, mit zwölf Vorfällen in der EMEA-Region im Zeitraum vom 3. bis 9. August.
  • Experten empfehlen Multi-Cloud-Architekturen und überprüfte Redundanzstrategien zur Absicherung gegen regionale Ausfälle.

Die EMEA-Region verzeichnet einen Anstieg der Netzwerkausfälle von 20 Prozent im Wochenvergleich, während die globale Zahl der Störungen um 19 Prozent zurückgeht. Zwölf Vorfälle bei Cloud-Anbietern in der EMEA-Region stehen zehn in der Vorwoche gegenüber. Die Daten von Cisco ThousandEyes zeigen einen anhaltenden Trend regionaler Divergenz.

Wochenvergleich: EMEA steigt, global sinkt

Für den Zeitraum vom 3. bis 9. August meldet ThousandEyes global 165 Cloud-Provider-Ausfälle – 19 Prozent weniger als in der Vorwoche (204). In EMEA stieg die Zahl dagegen von zehn auf zwölf. Das Segment der Collaboration-App-Networks blieb weltweit und in der Region zum dritten Mal in Folge störungsfrei.

Betrachtet man die Gesamtzahl aller Ausfälle (ISP, Cloud, Collaboration), so sank sie von 514 auf 502 auf globaler Ebene. In EMEA stieg sie von 52 auf 57. ISP-bezogene Störungen fielen global von 222 auf 254, während EMEA hier einen Anstieg von 24 auf 26 verzeichnete.

Jahresstatistik ab Februar 2026

Seit Februar zeigen die wöchentlichen Zahlen eine hohe Volatilität. Die globalen Gesamtausfälle schwankten zwischen 240 (13.–19. April) und 610 (20.–26. Juli). In der EMEA-Region lag die Spanne zwischen 29 (18.–24. Mai) und 105 (8.–14. Juni). Auffällig ist der drastische Anstieg von 33 auf 105 in der Woche vom 8. bis 14. Juni.

Bei den ISP-Ausfällen bewegte sich EMEA zwischen 13 und 48, mit einem Höchstwert in ebenjener Juniwoche. Cloud-Provider-Ausfälle in EMEA erreichten am 8.–14. Juni ebenfalls 47, was einer Verdopplung im Vergleich zur Vorwoche entspricht. Collaboration-App-Networks blieben in EMEA über weite Strecken stabil bei null, mit Ausnahme eines kurzen Ausbruchs auf fünf Vorfälle Ende April.

Bemerkenswerte Ausfälle zwischen dem 3. und 9. August

Superonline: Am 7. August kam es bei dem Istanbuler Anbieter zu einem Ausfall über eine Stunde und 15 Minuten. Neun Minuten reine Offline-Zeit betrafen zahlreiche nachgelagerte Anbieter in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den USA, Brasilien, Indien und weiteren Ländern. Der Ursprung lag in Knoten in Slough.

Microsoft: Ein Netzwerkausfall am 4. August dauerte insgesamt eine Stunde und acht Minuten. Betroffen waren Dienste in Microsoft-Umgebungen in mehreren Regionen, darunter Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Ägypten, Südkorea, Japan und Australien. Die Störung begann an Knoten in London, Lissabon und Minneapolis und weitete sich später auf Paris, Amsterdam und asiatische Zentren aus.

Ausblick: Regionale Verwundbarkeit bleibt

Die Daten belegen eine anhaltende Anfälligkeit der EMEA-Region speziell bei Cloud-Providern. Ursachen sind häufig konzentrierte Knoten in wenigen Hub-Städten wie London, Frankfurt und Amsterdam. Unternehmen sollten ihre Redundanzstrategien überprüfen und auf Multi-Cloud-Architekturen setzen, um sich gegen regionale Störungen abzusichern. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Aufwärtstrend anhält oder eine Entspannung eintritt.

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