FritzOS 8.50 Beta bringt Smart Check und DNS-Filter

AVM bringt mit der FritzOS 8.50 Beta zwei neue Sicherheitsfunktionen: Smart Check zur Echtzeit-Diagnose und DNS-Filter für Netzwerkschutz.

Das Beta-Update von FritzOS 8.50 steht für sieben aktuelle Router-Modelle zur Verfügung und bringt erweiterte Sicherheitsfunktionen.
Highlights
  • Der Smart Check überwacht in Echtzeit den Zustand der Fritzbox, inklusive Telefonie und WLAN, und zeigt ihn in der MyFritz-App an.
  • Der DNS-Filter blockiert bekannte Schadsoftware- und Phishing-Seiten auf Router-Ebene und schützt alle Geräte im Heimnetzwerk.
  • Das Beta-Update ist für sieben Modelle verfügbar, darunter Fritzbox 5690, 7590 AX und 7530 AX.

AVM hat eine neue Beta-Version von FritzOS 8.50 veröffentlicht und damit die Spannung vor dem finalen Release weiter erhöht. Neben bereits bekannten Neuerungen aus den Vormonaten, wie der Integration von Matter und einer verbesserten App-Steuerung, kommen nun zwei zentrale Sicherheitsfunktionen hinzu: der intelligente Diagnose-Check „Smart Check“ und ein DNS-basierter Schutzfilter. Das Update ist ab sofort für sieben aktuelle Router-Modelle verfügbar.

Smart Check: Zustandsüberwachung der Fritzbox in Echtzeit

Bereits im Mai hatte AVM im Rahmen des Fritz-Labors erste Funktionen der Version 8.50 vorgestellt. Der Fokus lag damals auf der Überarbeitung der Nutzeroberfläche und der Unterstützung des Smart-Home-Standards Matter. Mit dem neuen Beta-Update steht nun der Smart Check im Mittelpunkt. Dieses Diagnose-Tool ist fest in die MyFritz-App integriert und zeigt den aktuellen Zustand der Fritzbox direkt auf dem Startbildschirm des Smartphones an.

Der Smart Check überwacht in Echtzeit zentrale Funktionen wie Telefonie, Heimnetzwerk und WLAN-Verbindungen. Er identifiziert Probleme wie eine fehlende Mesh-Verbindung zu einem Repeater oder eine instabile Internetverbindung. Die Information wird ohne Umwege über ein Web-Interface direkt auf dem Smartphone präsentiert. Damit untermauert AVM die Strategie, das Smartphone zur primären Schaltzentrale für das Heimnetz zu machen. Reagiert der Nutzer auf einen Hinweis, kann er direkt aus der App heraus die Fehlerbehebung einleiten, etwa den Repeater neu verbinden oder die WLAN-Konfiguration prüfen.

DNS-Filter: Schutz vor Malware und Phishing auf Router-Ebene

Die zweite, deutlich schwerwiegendere Neuerung des Beta-Updates ist der integrierte DNS-Filter. Diese Funktion schützt alle Geräte im Heimnetz, indem sie den Zugriff auf bekannte Schadsoftware- und Phishing-Seiten blockiert – und das direkt auf der Router-Ebene. Der Vorteil liegt auf der Hand: Anders als Softwarelösungen auf dem einzelnen Rechner oder Smartphone erfasst der DNS-Filter auch Geräte, die sich selbst nicht ausreichend schützen lassen, wie Smart-TVs, Überwachungskameras oder Smarthome-Komponenten.

Der Filter arbeitet, indem er jede Anfrage einer Webadresse gegen eine Liste bekannter gefährlicher Seiten prüft. Wird eine solche Adresse erkannt, unterbindet die Fritzbox die Verbindung, bevor ein Kontakt zum Server hergestellt wird. AVM erklärt den Mechanismus so: Sobald ein Gerät im Heimnetz eine gesperrte Adresse aufruft, blockiert die Fritzbox die Anfrage automatisch. Für den Nutzer besteht zudem die Option, auf frei verfügbare und von der Community gepflegte Sperrlisten zurückzugreifen. Damit kann der Filter individuell erweitert werden, um auch Werbung, Tracker oder Botnetze aus dem Heimnetz fernzuhalten. Der Schutz erstreckt sich über das gesamte Netzwerk, ohne dass auf den Endgeräten eine zusätzliche Software installiert werden muss.

Wie funktioniert der DNS-Filter technisch?

Der DNS-Filter (Domain Name System) greift bereits bei der Namensauflösung ein. Sobald ein Gerät eine Website aufrufen will, wird eine Anfrage an den DNS-Server gesendet, um die IP-Adresse der Seite zu ermitteln. Der Router prüft diese Anfrage gegen seine Sperrliste. Ist die Domain dort gelistet, wird die Anfrage verworfen und die Seite nicht geladen. Der Nutzer oder das Gerät erhält keine Antwort – die Verbindung wird unterbrochen, bevor ein Datenpaket ausgetauscht werden kann.

Priorisierung für Videokonferenzen und Ausfallschutz via Mobilfunk

Neben den Sicherheitsaspekten führt die Beta-Version eine automatische Priorisierung für Echtzeitkommunikation ein. Anwendungen wie Videokonferenzen, Voice-over-IP oder Cloud-Gaming erhalten im Netzwerk automatisch eine höhere Bandbreite, um eine stabile Verbindung zu gewährleisten. Das System erkennt den Datenverkehr und stuft ihn entsprechend ein, ohne dass der Nutzer manuelle QoS-Einstellungen (Quality of Service) vornehmen muss.

Ergänzt wird dies durch die Erweiterung des Ausfallschutzes FritzFailsafe. Bislang war diese Funktion vor allem für ältere Modelle mit separatem Mobilfunkmodem bekannt. Nun steht sie auch für die 4G- und 5G-Modelle der aktuellen Serie zur Verfügung. Entscheidend ist die neue Betriebsart: Der Router kann nun zunächst die stabilere LAN-Verbindung als primäre Leitung nutzen. Fällt diese aus oder wird die Verbindung unterbrochen, schaltet das Gerät automatisch auf die Mobilfunkverbindung um. Dieser Wechsel erfolgt nahtlos, sodass laufende Videokonferenzen oder Downloads nicht abbrechen.

Smarthome, SOS-Rufe und Matter-Patibilität

Das Update bringt darüber hinaus neue Energiesparfunktionen und Automatisierungsmöglichkeiten für das Smarthome. Nutzer können etwa Szenarien definieren, die auf Basis von Zeitplänen oder Ereignissen ausgelöst werden. Die im Mai angekündigten SOS-Rufe über die Fritzbox sind ebenfalls Bestandteil der Beta. Dies ermöglicht es, über das DECT-Telefon oder die App einen Notruf abzusetzen, der über die Fritzbox geleitet wird. Zudem bestätigt AVM die Kompatibilität der Fritzbox 5690 Pro mit dem Matter-Standard, was die Einbindung von Geräten unterschiedlicher Hersteller in das Smart-Home-System der Fritzbox ermöglicht.

Ein finales Releasedatum für FritzOS 8.50 nennt AVM weiterhin nicht. Wer die neuen Funktionen testen möchte, kann die Beta-Version für die Modelle Fritzbox 5690, 5690 Pro, 5590 Fiber, 7690, 7590 AX, 7590 und 7530 AX von der Fritz-Labor-Website herunterladen. Die Einführung des DNS-Filters und des Smart Check zeigt, dass AVM den Router zunehmend als zentrale Sicherheits- und Managementinstanz des digitalen Haushalts positioniert, die nicht nur die Verbindung bereitstellt, sondern aktiv vor Gefahren schützt und den Zustand des Netzwerks transparent macht.

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