GamesAid, der führende Wohltätigkeitsverband der britischen Spieleindustrie, hat die Besetzung von sechs neuen Trustees in seinem Vorstand bekanntgegeben und gleichzeitig 82.000 Pfund für vier Hilfsorganisationen gesammelt. Mit dieser Entscheidung stellt sich die Organisation personell breiter auf und unterstreicht ihr Engagement für soziale Projekte, die Kinder und Jugendliche im Vereinigten Königreich unterstützen. Die frisch ernannten Führungskräfte bringen Expertise aus den Bereichen Equity, Finance, Gaming-Partnerschaften und kreative Innovation mit.
Neue Führungsriege: Fünf zusätzliche Trustee-Rollen besetzt
Der Vorstand von GamesAid wird künftig von Dom Shaw, Senior Officer für Equity, Diversity und Inclusion bei UKIE, als Vice Chair geführt. Catherine Anderson, Sekretärin bei Green Man Gaming, übernimmt das Amt der Secretary, während Amelia Suchy, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Mom to Mum, die Position des Treasurers bekleidet. Sie lösen Mark Washbrook (Head of Studio bei Beat Games) und Gavin Smith (Senior Commercial Manager bei Arbuthnot Latham) ab, die zuvor die Funktionen von Secretary und Treasurer innehatten.
- Dom Shaw – Vice Chair (UKIE EDI Senior Officer)
- Catherine Anderson – Secretary (Green Man Gaming)
- Amelia Suchy – Treasurer (Mom to Mum Mitgründerin und Direktorin)
- Greg Weller – Trustee (Generation Media, Leiter Gaming-Partnerschaften)
- Jon Paterson – Trustee (Barclays, Leiter Spiele und kreative Innovation)
- Matthieu Gras – Trustee (CineRPG CIC, Mitgründer und CEO)
Mit dieser personellen Erweiterung will GamesAid die strategische Ausrichtung stärken und gleichzeitig die finanzielle Kontrolle sowie die operative Transparenz erhöhen. Die neuen Trustees bringen nicht nur Erfahrung aus großen Unternehmen wie Barclays und Generation Media mit, sondern auch Einblicke in die Arbeit von Community-Initiativen und sozialen Start-ups.
82.000 Pfund: Spendenverteilung an vier Organisationen
Die 82.000 Pfund, die GamesAid durch Events, Tombolas, Verlosungen und andere Aktivitäten eingeworben hat, wurden zu gleichen Teilen an vier Hilfsorganisationen übergeben: AFK, Autistica, Rays of Sunshine Children’s Charity und Solving Kids‘ Cancer UK erhielten jeweils 20.500 Pfund. Die offizielle Übergabe der Schecks fand im Mai 2025 statt. Zusätzlich zu dieser Summe erzielte der Verband bei der Entwicklerkonferenz Develop:Brighton weitere 30.070 Pfund – unter anderem durch die Veranstaltungen „Stand Up for GamesAid“ und Mark Wards Charity Poker Tournament.
Die Gelder fließen in klar definierte Projekte:
- AFK – Beschaffung spezieller Mobilitätshilfen für Kinder.
- Rays of Sunshine Children’s Charity – Erfüllung von Gaming-bezogenen Wünschen für 15 schwer oder lebensverkürzend erkrankte Jugendliche.
- Autistica – Pilotierung eines Programms zur Beschäftigungsvorbereitung (Employment Readiness Program), das neurodivergente Jugendliche auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.
- Solving Kids‘ Cancer UK – Ausbau des Family Support Service, der betroffene Familien mit psychosozialer und praktischer Unterstützung begleitet.
Jede dieser Maßnahmen adressiert spezifische Bedarfe: von direkter medizinischer Hilfe über inklusive Bildungsangebote bis hin zu emotionaler Begleitung. Die Gaming-Industrie hat damit nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch eine Plattform geschaffen, um langfristig positive Veränderungen im Leben junger Menschen zu bewirken.
Warum diese Spendenkampagne besonders ist
Die Spendenkampagne fällt in eine Zeit, in der die Spielebranche mit konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen kämpft – Entlassungen, Konsolidierung und gestiegene Entwicklungskosten prägen die Nachrichtenlage. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Community dennoch so engagiert unterstützt. GamesAid-Vorsitzende Sara Veal betonte, dass die Branche erhebliche Schwierigkeiten zu bewältigen habe und es umso bedeutsamer sei, dass viele Menschen weiterhin ihre Zeit, Energie und finanziellen Mittel in die Arbeit von GamesAid investierten. Die Summe von 82.000 Pfund sei ein deutliches Signal: Trotz wirtschaftlichen Drucks bleibt der soziale Zusammenhalt innerhalb der britischen Game-Industrie intakt.
Die vier unterstützten Organisationen decken ein breites Spektrum ab – von lebensverkürzenden Erkrankungen bis zu neurodivergenten Jugendlichen, die einen Einstieg in den Arbeitsmarkt suchen. Gerade das Engagement für neurodivergente Menschen spiegelt einen Trend wider, der in der Spielebranche zunehmend Beachtung findet: Inklusion und Diversität werden nicht nur als Unternehmenswerte formuliert, sondern durch konkrete Förderprogramme umgesetzt. Autisticas Employment Readiness Program ist ein Beispiel dafür, wie Spenden direkt in nachhaltige Bildungsarbeit fließen können.
Die Mittel von GamesAid kommen aus der Branche – von Entwicklerstudios, Publishern, Dienstleistern und Einzelpersonen, die an Tombolas und Pokerturnieren teilnehmen. Die Tatsache, dass diese Einnahmen nicht an große Dachorganisationen, sondern gezielt an kleine, spezialisierte Hilfswerke gehen, macht die Arbeit von GamesAid besonders wirkungsvoll. Jeder Pfund kann dort eingesetzt werden, wo der Bedarf am konkretesten ist: für einen Rollstuhl, einen Gaming-PC für ein krankes Kind oder eine Beratungsstunde für eine Familie. Mit der neuen Vorstandsstruktur ist GamesAid gut aufgestellt, um diese Arbeit in den kommenden Jahren noch systematischer zu betreiben und weitere Partnerschaften zu erschließen.