Google Maps ist aus dem Alltag von Millionen Menschen nicht mehr wegzudenken. Über zwei Milliarden aktive Nutzerinnen und Nutzer verlassen sich monatlich auf den Dienst, um sich zu orientieren und ans Ziel zu gelangen. Doch die wenigsten kratzen an der Oberfläche dessen, was die Karten-App tatsächlich zu bieten hat. Unter der Haube verbergen sich Features, die den Alltag spürbar erleichtern können und die viele schlichtweg übersehen.
Parkposition speichern
Ein Problem, das wohl jeder kennt, der mit dem Auto in einer fremden Stadt unterwegs ist: Nach einem ereignisreichen Tag ist das geparkte Fahrzeug plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Auf großen Parkplätzen oder in unbekannten Vierteln wird die Suche zur Geduldsprobe. Google Maps beugt diesem Ärger vor. Sobald du dein Fahrzeug abgestellt hast, öffnest du die App und tippst auf den blauen Punkt, der deine aktuelle Position markiert. In den erscheinenden Optionen wischst du nach rechts, bis du die Schaltfläche „Parkplatz speichern“ siehst. Ein Tipp darauf setzt einen Pin mit dem Namen „Du parkst hier“ auf die Karte.
Der Clou: Sobald du am Ende des Tages zurück zu deinem Auto möchtest, tippst du einfach auf die Suchleiste. Google Maps schlägt dir den gespeicherten Parkplatz als oberstes Ergebnis vor. Ein weiterer Tipp startet die Navigation direkt dorthin. Bist du angekommen, entfernst du den Pin über einen Fingertipp auf das Symbol, das Hochwischen des Informationspanels und die Auswahl von „Löschen“. So simpel kann die Rückkehr zum Fahrzeug sein.
Vorausschauend Routen planen
Viele planen ihre Route vor Reiseantritt, übersehen aber eine entscheidende Option: die Integration der historischen Verkehrsdaten. Statt einfach auf „Starten“ zu drücken, wählst du nach Eingabe von Start- und Zielort die drei Punkte am oberen Bildschirmrand. Ein Menü öffnet sich, in dem du die Option „Start- oder Ankunftszeit festlegen“ findest. Hier bestimmst du nicht nur die Uhrzeit, sondern auch den Tag deiner Fahrt.
Google Maps greift auf die Verkehrsdaten vergangener Tage zurück und errechnet eine Zeitspanne für die Route. Zeigt die App für die aktuelle Verkehrslage etwa 22 Minuten an, kann die Prognose für den gewählten Tag zu einer ähnlichen Uhrzeit zwischen 18 und 24 Minuten liegen. Diese Vorhersage ermöglicht es dir, deine Abfahrt so zu legen, dass du nicht im Stau stehst und pünktlich ankommst. Du wirst nicht erst auf der Autobahn von der verlängerten Fahrzeit überrascht.
Abfahrtszeiten als Erinnerung einstellen
Die direkte Erinnerungsfunktion für die Abfahrt, die Google Maps früher bot, ist in Deutschland nicht mehr in der App verfügbar. Ein kleiner Workaround in der App holt die Funktion jedoch zurück. Dazu planst du wie gewohnt eine Route, wählst das Dreipunktemenü und legst im Menü „Start- oder Ankunftszeit festlegen“ die passende Zeit fest. Anstatt die Route zu starten, wählst du erneut das Dreipunktemenü und tippst auf „Wegbeschreibung teilen“. Obwohl diese Option eigentlich für Kontakte gedacht ist, kannst du sie an deinen Kalender senden. Suche im Teilen-Menü einfach deine Kalender-App aus.
Google Maps fügt den Link zur Route automatisch in den Betreff eines neuen Termins ein. Jetzt stellst du nur noch die Abfahrtszeit ein und legst eine Erinnerung fest, die einige Minuten oder Stunden vor der Abfahrt ertönt. Ist es so weit, tippst du auf den Link im Kalendereintrag und öffnest die Route direkt in Google Maps, ohne die Angaben erneut eingeben zu müssen. So vermeidest du, den idealen Abfahrtszeitpunkt zu verpassen.
Suche entlang der Route
Wer während der Fahrt einen Rastplatz, eine Tankstelle oder ein bestimmtes Restaurant sucht, muss nicht die Navigation unterbrechen. Wische während der aktiven Navigation einfach auf dem Bildschirm nach oben und wähle „Entlang der Route suchen“. Die App zeigt dir dann die Standorte geordnet nach ihrer Entfernung zum aktuellen Standort an. Noch komfortabler ist die Nutzung per Sprachbefehl, die dich voll auf den Verkehr konzentrieren lässt.
Weniger bekannt ist, dass diese Funktion auch vor Fahrtantritt genutzt werden kann. Nachdem du Start und Ziel eingegeben hast, tippst du auf das Dreipunktemenü und wählst „Entlang der Route suchen“ aus. So kannst du in Ruhe nach Ladestationen für dein Elektroauto oder nach einem bestimmten Schnellrestaurant suchen und die Stopps direkt der Navigation hinzufügen. Das spart Zeit und Nerven, besonders auf langen Strecken.
Luftlinie berechnen
Google Maps kann mehr als Straßenrouten. Du kannst auch die Luftlinie zwischen zwei Punkten messen. Das ist praktisch, um die ungefähre Größe von Gebäuden auf Satellitenbildern zu schätzen oder zu sehen, wie weit zwei Orte tatsächlich voneinander entfernt sind, wenn man nicht auf die Straßen angewiesen wäre. Um die Funktion zu aktivieren, rufst du den Startpunkt auf der Karte auf und tippst lange auf diesen Punkt. Im erscheinenden Menü wählst du „Entfernung messen“ aus.
Dann verschiebst du die Karte mit dem Finger zu deinem Zielpunkt. Durch Antippen des „Hinzufügen“-Buttons kannst du Zwischenschritte einfügen und so die Gesamtentfernung über mehrere Punkte hinweg messen. So lässt sich etwa die Länge einer Küstenlinie oder die Ausdehnung eines Areals bestimmen. Der letzte Punkt wird durch einen Fingertipp auf den Punkt mit dem Kreis gesetzt. Ein Tippen auf den Pfeil oben links beendet den Vorgang.
Inkognitomodus für mehr Privatsphäre
Googles Datensammlung ist ein bekanntes Thema. Der Kartendienst speichert, wohin du dich bewegst und wie lange du dich an bestimmten Orten aufhältst. Wer das nicht möchte, kann auf datenschutzfreundliche Alternativen ausweichen. Oder du nutzt einfach den integrierten Inkognitomodus von Google Maps. Er verhindert, dass deine Routen und besuchten Orte in deinem Google-Konto gespeichert werden. Die Aktivierung ist simpel: Tippe auf dein Profilbild in der App und wähle „Inkognitomodus aktivieren“. Der Modus bleibt so lange aktiv, bis du ihn auf demselben Weg deaktivierst.
Wichtig zu wissen: Im Inkognitomodus sind einige Funktionen eingeschränkt. Du kannst keine Pendelrouten nutzen, dein Suchverlauf wird deaktiviert, und Offline-Karten stehen nicht zur Verfügung. Auch gespeicherte Orte und die Medienintegration für Streaming-Dienste in der App sind blockiert. Der Modus ist dennoch ein wertvolles Werkzeug für alle, die ihre Bewegungsdaten nicht preisgeben möchten, ohne auf den Komfort von Google Maps verzichten zu müssen. Die versteckten Features zeigen, dass die App weit mehr kann, als nur von A nach B zu navigieren. Sie ist ein Werkzeug für Planung, Privatsphäre und Effizienz – vorausgesetzt, man kennt sie.