Ein ambitioniertes Mod-Projekt katapultiert die Grand-Theft-Auto-Trilogie der PlayStation-2-Ära in ein neues Zeitalter: Der Modder „Dryxio“ hat eine technische Meisterleistung vollbracht, die es ermöglicht, „GTA 3“, „Vice City“ und „San Andreas“ simultan in Echtzeit erleben zu können. Das Herzstück dieser Kreation sind interaktive Portale, die den Spieler nicht nur zwischen den Spielwelten transportieren, sondern auch direkte Interaktionen zwischen den parallel laufenden Welten erlauben.
Spielbare Portale erschaffen ein GTA-Multiversum in Echtzeit
Die grundlegende Idee des Mods ist ebenso simpel wie verblüffend. Anstatt die Spiele zu emulieren oder als separate Fenster zu starten, laufen „GTA 3“, „Vice City“ und „San Andreas“ gleichzeitig in einer einzigen Direct3D-Instanz. Der Clou: Der Spieler steuert in „San Andreas“ den Protagonisten CJ, der in der Grove Street vor drei leuchtenden Portalen steht. Jedes Portal gewährt den Blick in eine der anderen Spielwelten – und zwar nicht als statische Videotextur, sondern als Live-Übertragung des parallel laufenden Spiels.
Wie funktioniert die technische Umsetzung des Multiversum-Mods?
Die technische Basis ist bemerkenswert. Der Modder erklärte, dass alle drei Titel über ein einheitliches Direct3D-Rendering laufen müssen. Praktisch bedeutet dies, dass drei vollständige Spielinstanzen im Hintergrund aktiv sind. Die Portale sind so programmiert, dass sie nicht nur das Bild der anderen Spiele einfangen, sondern auch als nahtlose Übergänge fungieren. Betritt der Spieler ein Portal, wird er sofort in die entsprechende Spielwelt versetzt und übernimmt die Kontrolle über den dortigen Protagonisten – Tommy Vercetti in Vice City oder den namenlosen Protagonisten in Liberty City. Von diesem Punkt an kann die Kampagne oder die offene Welt des jeweiligen Titels nahtlos weitergeführt werden.
Interaktion zwischen den Spielwelten: Schüsse hallen durch das Multiversum
Um zu beweisen, dass es sich nicht um eine bloße optische Täuschung handelt, zeigt Dryxio in einem Demonstrationsvideo eine beeindruckende Interaktion. Der Spieler, positioniert in der Welt von „San Andreas“, feuert aus einer Waffe direkt durch das Portal, das in die „Vice City“-Welt führt. Das bemerkenswerte Ergebnis: Die Projektile landen tatsächlich in der parallelen Spielwelt und die NPCs von Vice City reagieren auf den Beschuss. Dies unterstreicht, dass die Spiele nicht nur visuell in einem gemeinsamen Raum präsentiert werden, sondern auf einer Ebene der Datenverarbeitung miteinander verbunden sind.
Warum ist dieser Mod für die GTA-Community so bedeutend?
Der Mod ist mehr als eine technische Spielerei; er ist eine Machbarkeitsstudie für das Konzept eines spielbaren Multiversums. Er adressiert die Sehnsucht vieler Spieler nach einer vereinten, erweiterten Erfahrung ihrer Lieblingsklassiker. Während offizielle Remasteraaa-Sammlungen oft nur verbesserte Texturen bieten, schafft dieser Mod eine völlig neue Meta-Ebene des Spielens. Er transformiert lineare Einzeltitel in einen weitläufigen, zusammenhängenden Sandkasten, in dem die Grenzen zwischen den ikonischen Schauplätzen der frühen 2000er-Jahre verschwimmen. Dies wirft zudem ein Schlaglicht auf die ungenutzten Möglichkeiten der aktuellen Spiel-Engine-Architektur.
Verfügbarkeit und Ausblick des Projekts
Trotz der beeindruckenden gezeigten Leistung ist der Mod derzeit nicht öffentlich zugänglich. Dryxio bezeichnet das Projekt als Work in Progress, ohne einen Namen oder einen konkreten Veröffentlichungstermin zu nennen. Es handelt sich um einen experimentellen Proof of Concept, der zeigt, was durch tiefgreifende Modifikationen an den bestehenden Render-Pipelines möglich ist. Die Community wartet nun gespannt darauf, ob der Modder sein Werk eines Tages der Öffentlichkeit zugänglich machen wird. Bis dahin bleibt die Vision eines nahtlos miteinander verbundenen GTA-Universums ein faszinierender Vorgeschmack auf das, was engagierte Bastler jenseits der großen Publisher zu erschaffen imstande sind.