Heroes of Might and Magic III Remake startet mit Respekt für das Original

1999 veröffentlichte New World Computing mit Heroes of Might and Magic III einen Meilenstein der rundenbasierten Strategie, der die Serie nachhaltig prägte. Bis heute schwört eine treue Community auf das Original, bastelt an Mods und kreiert neue Karten. Ubisoft, der heutige Rechteinhaber, ist sich dieses Erbes bewusst und bringt nun ein Remake, das die Essenz des Klassikers bewahrt, ihn aber technisch auf den modernen Standard hebt. Wir konnten das Spiel in einer zweistündigen Anspielsession bereits ausgiebig testen.

Heroes of Might and Magic III Remake bleibt dem Original treu

Der Titel „Remake“ ist hier mit Vorsicht zu genießen. Ubisoft hat sich gegen eine Neukonzeption des Spielprinzips entschieden. Helden, Kampfmechaniken, die KI der Gegner und der grundlegende Schwierigkeitsgrad wurden eins zu eins aus dem Jahr 1999 übernommen. Die Änderungen sind rein technischer Natur: Das Spiel läuft auf einer modernen Engine, bietet dreidimensionale Grafiken, die die bekannten Pixeldesigns ersetzen, und ist für aktuelle Computer und Konsolen optimiert. Ladezeiten sind deutlich kürzer, die Benutzeroberfläche wurde an moderne Standards angepasst.

Im Kern ist Heroes of Might and Magic III Remake aber genau das Spiel, das die Fans seit über zwei Jahrzehnten lieben. Es dreht sich alles um die Erkundung einer Karte mit Helden, die Ressourcen sammeln, gegen neutrale Kreaturen und feindliche Armeen kämpfen und Burgen erobern. Helden sammeln Erfahrung und werden mächtiger, Burgen bieten Zugang zu neuen Einheiten und Verteidigungsmöglichkeiten. Das taktische Element liegt in der Ressourcenverteilung: Helden zu weit von der eigenen Basis zu entfernen, kann riskant sein, da sie benötigt werden, um Verluste zu ersetzen oder eine Burg gegen feindliche Angriffe zu sichern. Umgekehrt verpassen Helden, die zu nah an den eigenen Mauern bleiben, wertvolle Ressourcen auf der Karte, die dem Gegner in die Hände fallen. Das Spiel ermutigt außerdem zur Anwerbung mehrerer Helden, was jedoch die Verteilung von Einheiten und Artefakten erschwert und die Armeen schwächen kann.

Eine gelungene Mischung aus Alt und Neu

Das Kampfsystem bleibt rundenbasiert. Die Reihenfolge der Aktionen bestimmt die Geschwindigkeit der Einheiten. Magie bietet taktische Vor- und Nachteile. Hier beweist das Remake Fingerspitzengefühl: Auf dem PC zeigt die TAB-Taste bequem die Reichweite aller Gegner an, und ein Maus-Hover liefert detaillierte Statistiken. Eine KI schlägt für jeden Zug die optimale Aktion vor, und Kämpfe lassen sich automatisch entscheiden. Letzteres ist jedoch nur empfehlenswert, wenn das Spiel den Ausgang als sicheren Sieg einstuft – andernfalls drohen böse Überraschungen und der Verlust wichtiger Helden.

Die Partie, die wir in der Anspielsession begannen, ließ sich in den zwei Stunden erwartungsgemäß nicht beenden. Das ist aber kein Manko, sondern entspricht der Natur des Genres, in dem lange Spielsitzungen üblich sind. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig, und die KI agiert aggressiv und clever.

Ein Sprungbrett in die Zukunft der Serie

Ubisoft stellt sicher, dass das Remake nicht nur die Erweiterungen des Originals enthält, sondern auch die gesamte Moddingkultur der vergangenen Jahre integriert. Das Unternehmen arbeitete aktiv mit bekannten Moddern zusammen, um sicherzustellen, dass alle existierenden Karten und Erweiterungen kompatibel sind. Zum Start sind zahlreiche bekannte Karten bereits im Spiel integriert, die früher mühsam einzeln heruntergeladen und installiert werden mussten. Das Spiel bringt eigene Werkzeuge mit, um neue Inhalte direkt zu finden und hinzuzufügen. Das macht das Spiel nicht nur für Veteranen, sondern auch für Neulinge zugänglicher und schafft eine Plattform für die Creator-Community.

Das Remake ist nach Aussage des Publishers nur ein Teil der Strategie, die Serie wiederzubeleben. Ubisoft wird parallel weiter in „Heroes of Might and Magic: Olden Era“ investieren, das im April diesen Jahres in den Early Access gestartet ist. Weitere Ankündigungen zur Franchise sollen in den kommenden Monaten folgen.

Unsere Spielsession auf dem PC wurde von Ubisoft organisiert. Das Remake erlaubt es, ein Stück Spielegeschichte auf zeitgemäße Weise neu zu erleben – ohne die Seele des Originals zu verraten. Es ist keine Neuerfindung, sondern eine mit Bedacht ausgeführte Konservierung, die den Weg für eine hoffentlich glanzvolle Zukunft der Serie ebnet.

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