Bis vor wenigen Jahren bedeutete die Einrichtung eines neuen iPhones fast immer einen Datenverlust. Die Hälfte der Einstellungen war weg, einige Apps mussten neu installiert werden, und man wusste erst beim ersten Öffnen, was fehlte. Viele Nutzer gaben irgendwann auf und begannen bei null – Jahre an App-Daten waren verschwunden. Mit Quick Start hat Apple dieses Problem weitgehend gelöst.
Anders als früher, als man zwingend einen Mac oder PC für das Backup und die anschließende Datenübertragung benötigte, erledigt Quick Start alles kabellos. Die Prozedur ist denkbar einfach: Man legt beide Geräte nebeneinander und folgt einigen Schritten, um Kontakte, Fotos, Nachrichten und sogar App-Einstellungen zu übertragen. Sollte die Funkverbindung einmal nicht funktionieren, kann das Verbinden beider iPhones mit einem Kabel Abhilfe schaffen.
Datenübertragung per Quick Start zwischen zwei iPhones
Quick Start gehört zu jenen „magischen“ Apple-Funktionen, die im Hintergrund eine komplexe Technik verbergen. Schaltet man das neue iPhone neben dem alten ein und bestätigt die Nutzung der eigenen Apple-ID für die Einrichtung, übernimmt Quick Start die Führung. Auf dem alten iPhone erscheint eine Animation, die mit der Kamera des neuen Geräts gescannt wird. Dieser Scan koppelt die beiden iPhones und startet den Übertragungsvorgang.
Anschließend durchläuft man die üblichen Einrichtungsschritte: Eingabe des aktuellen Gerätecodes und Einrichtung von Face ID oder Touch ID. Sobald das neue iPhone nach der bevorzugten Vorgehensweise fragt, wählt man entweder das aktuellste iCloud-Backup oder die Direktübertragung aller Daten vom alten iPhone.
Wer sein neues Gerät sofort nutzen möchte, wählt am besten die iCloud-Option. Sie lädt zuerst die wichtigsten Daten herunter und erledigt den Rest im Hintergrund. Bei einer großen Menge an Fotos, Videos und anderen Dateien auf dem alten iPhone kann dieser Prozess jedoch deutlich länger dauern. Die iCloud-Variante ist in der Regel die schnellste Wahl, besonders wenn eine stabile WLAN-Verbindung zur Verfügung steht.
Häufige Probleme bei der Übertragung beheben
Quick Start funktioniert für die meisten Nutzer zuverlässig, dennoch kann es zu Problemen kommen. Die Übertragung kann ins Stocken geraten – sei es aufgrund eines schwachen WLAN-Signals oder schlicht wegen der schieren Datenmenge. In einem solchen Fall hilft es nicht, untätig auf den Fortschrittsbalken zu starren. Ein Neustart des iPhones bricht den Vorgang ab, und man kann ihn von vorne beginnen.
Eine kabelgebundene Verbindung kann die Rettung sein, wenn die drahtlose Übertragung scheitert. Man benötigt ein USB-C-Kabel oder, bei älteren Modellen, ein Lightning-Kabel, um beide Geräte zu verbinden. Allerdings ist das im Lieferumfang enthaltene Kabel auf USB-2-Geschwindigkeiten beschränkt. Für das Laden reicht es, für den Transfer großer Datenmengen ist es weniger geeignet. Während die Basis-iPhone-Modelle über USB-2-Anschlüsse verfügen, unterstützen das iPhone 15 Pro und neuere Pro-Modelle USB-3-Übertragungen mit bis zu 10 Gbit/s. Das ist mehr als zwanzigmal schneller als USB 2 und macht einen enormen Unterschied bei der Übertragungsdauer – vorausgesetzt, man verwendet das passende Kabel.
Ein weiteres häufiges Problem: Der Speicherplatz auf dem neuen Gerät reicht nicht aus. Dies tritt vor allem auf, wenn man von einem iPhone mit größerem Speicher auf ein Modell mit weniger Kapazität wechselt. In diesem Fall sollte man vor einem erneuten Versuch einige große Dateien vom alten iPhone auslagern. Ein ebenso wichtiger Punkt: Beide iPhones sollten die aktuellste Version von iOS installiert haben. Unterschiedliche Softwareversionen sind eine der häufigsten Ursachen dafür, dass die gesamte Einrichtung fehlschlägt.
Daten vom alten iPhone übertragen, ohne es in der Hand zu haben
Nicht immer hat man das alte iPhone noch zur Hand, wenn das neue eintrifft – Trade-in-Aktionen sind der häufigste Grund dafür. Das ist jedoch kein Problem, wenn man vorgesorgt hat. Solange das alte Gerät noch in Betrieb ist, sollte man ein aktuelles Backup in iCloud erstellen. Auf dem neuen iPhone wählt man dann bei der Einrichtung die Option, sich mit der eigenen Apple-ID anzumelden und das Backup aus der Cloud wiederherzustellen.
Alternativ funktioniert der Umweg über einen Mac oder PC. Dazu wird das alte iPhone per Kabel mit dem Computer verbunden. Mac-Nutzer sehen das iPhone-Symbol direkt in der Seitenleiste des Finders und wählen dort „Backup jetzt erstellen“. Windows-Nutzer benötigen zuvor die kostenlose App „Apple Devices“ aus dem Microsoft Store. Sobald das neue iPhone dann mit demselben Computer verbunden wird, erscheint es im Finder oder in der Apple-Devices-App, und man klickt auf „Backup wiederherstellen“. Nach wenigen Minuten sind alle Daten wieder verfügbar. Diese Methode ist besonders dann empfehlenswert, wenn man kein schnelles WLAN zur Verfügung hat oder eine besonders große Datenmenge transferieren muss.
Die zunehmende Verlagerung in die Cloud und die verbesserte Direktübertragung machen den Umstieg auf ein neues iPhone heute so reibungslos wie nie zuvor. Dennoch zeigt sich, dass die Wahl des Übertragungswegs entscheidend von der eigenen Infrastruktur – also der Verfügbarkeit von schnellem WLAN, ausreichend iCloud-Speicher und den richtigen Kabeln – abhängt. Quick Start ist der bequemste Weg, aber nicht in jeder Situation der schnellste oder zuverlässigste. Wer die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden kennt, kann die für sich optimale Strategie wählen und vermeidet böse Überraschungen beim ersten Start des neuen iPhones.