KI-generierte Geschichten kommen bei Menschen besser an

Eine aktuelle Studie zeigt, dass KI-generierte Geschichten von Lesern bevorzugt werden – trotz wachsender Kritik an KI-Inhalten auf Plattformen wie LinkedIn.

Forscher der Villanova University fanden heraus, dass KI-Texte als fesselnder und verständlicher wahrgenommen werden.
Highlights
  • 41 Prozent der längeren LinkedIn-Beiträge werden vollständig von KI verfasst, wie eine Analyse ergab.
  • Studienteilnehmer bevorzugten KI-generierte Kurzgeschichten gegenüber menschlich geschriebenen.
  • Die einfachere Lesbarkeit von KI-Texten wird als Grund für die höhere Bewertung vermutet.

Linkedin geht mit einer neuen Meldefunktion gegen die Flut an KI-generierten Karrieretipps und Erfolgsgeschichten vor – ein klares Zeichen, dass die Plattform den sogenannten „AI-Slop“ eindämmen will. Eine Analyse des Tools Pangram ergab, dass 41 Prozent der längeren Beiträge ab 250 Wörtern vollständig von einer Künstlichen Intelligenz verfasst wurden. Doch während sich Nutzer zunehmend über diese Inhalte beschweren, liefert eine aktuelle Studie der Villanova University überraschende Ergebnisse: Die Teilnehmer bevorzugten KI-generierte Geschichten gegenüber menschlich geschriebenen – und empfanden sie als fesselnder und qualitativ hochwertiger.

KI-generierte Geschichten beliebter

Die Forscher der Villanova University im US-Bundesstaat Pennsylvania legten den Studienteilnehmern sechs Kurzgeschichten vor, von denen jeweils drei von einem Menschen und drei von einem KI-System verfasst worden waren. Die Themen ähnelten sich stark. Die Teilnehmer wussten, ob der Text von einer KI stammte oder nicht – allerdings machten die Wissenschaftler hin und wieder absichtlich falsche Angaben. Das Ergebnis war eindeutig: Diejenigen, die KI-generierte Storys lasen, bewerteten diese als fesselnder und qualitativ hochwertiger. Die Forscher führen dies auf die einfachere Lesbarkeit und Verständlichkeit der KI-Texte zurück.

Interessanterweise gaben die Teilnehmer Geschichten dann eine bessere Bewertung, wenn sie glaubten, dass diese von einem Menschen stammten. „KI-Systeme können bereits Kurzgeschichten generieren, die mindestens so gut sind wie von Menschen geschriebene – wenn nicht sogar besser“, sagte Deena Skolnick Weisberg, Psychologin an der Villanova University und eine der Hauptautorinnen der Studie.

Fesselnder und qualitativ hochwertiger?

Die Studie wirft die Frage auf, ob es an der Zeit ist, die eigenen Fähigkeiten der KI neu zu bewerten. Weisberg selbst schlägt genau das vor. Luke Kennard, Professor für Film und kreatives Schreiben an der University of Birmingham, widerspricht vehement. Er erklärt, die Menschen neigten dazu, KI zu personifizieren und sich einen Roboter mit wohlwollendem Gesicht vorzustellen. Tatsächlich handele es sich jedoch nur um Code, der auf einer „riesigen Datenbank mit gestohlenem Text“ basiere, so Kennard im Gespräch mit dem Guardian. Dass KI unterhaltsame Texte hervorbringe, sei angesichts des Trainings mit menschlicher Arbeit aus mehreren Jahrtausenden fast schon selbstverständlich – es wäre geradezu peinlich, wenn sie das nicht könnte.

Riesige Datenbank mit gestohlenen Texten

Weisberg, die selbst als Schriftstellerin arbeitet, betont, dass die kreative Arbeit nicht der KI überlassen werden sollte. „Menschen schreiben, um sich kreativ auszudrücken, sich selbst herauszufordern oder ihre Erfahrungen zu verarbeiten“, sagt sie. Diese Motivation ändere auch die Tatsache nicht, dass KI menschenähnliche Geschichten generieren kann. Dennoch müsse man sich darauf einstellen, dass in Zukunft vermehrt KI-generierte Romane auf den Markt kommen werden. Die Technologie entwickelt sich rasant – und die Debatte um ihren Einfluss auf die Literatur und das kreative Schreiben wird sich weiter zuspitzen.

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