Amazon ist zweifellos der Platzhirsch unter den E-Book-Readern. Die Kindle-Reihe wird von Millionen geliebt, der Kindle Store ist der bestbestückte E-Book-Marktplatz der Welt, und Abo-Dienste wie Kindle Unlimited halten selbst die leidenschaftlichsten Leser bei Laune. Doch es war noch nie so einfach, dem Konzern den Rücken zu kehren – sei es aus Unbehagen über Amazons Geschäftspraktiken oder dem Wunsch, sich nicht in einem proprietären Ökosystem zu verlieren. Beides sind nachvollziehbare Gründe. Hinzu kommt, dass Amazon kürzlich den Support für mehrere ältere Kindle-Modelle eingestellt hat, was diese faktisch zu Elektroschrott macht. Auch die Änderungen bei Kindle Unlimited, wo nun Zeitschriften auf das Ausleihlimit von 20 Titeln angerechnet werden, haben viele verärgert. Der Kindle ist zwar das beste Produkt, das Amazon herstellt, aber er ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Die gute Nachricht: Es gibt hervorragende Alternativen.
Kobo Clara Colour: Der Farb-Kindle aus Kanada
Kobo ist einer der größten Dornen im Fleisch von Amazon, und das Clara Colour ist derzeit der beste Beweis dafür. In unserem E-Reader-Vergleich steht es sogar über jedem aktuellen Kindle – und das nicht nur als Alternative. Der offensichtliche Vorteil des Clara Colour ist sein Farbdisplay. Ähnlich wie beim Kindle Colorsoft haucht es Buchcovern und Comics Leben ein. Zwar sind Farb-E-Ink-Displays im Vergleich zu LCD- oder OLEDaaaa-Bildschirmen deutlich gedeckter, aber für Graphic Novels oder Comics ist ein Farbdisplay einem monochromen Bildschirm haushoch überlegen. Das Gerät bietet zudem ein einstellbares warmes Licht für komfortables Lesen in der Nacht, ist wasserdicht und wird von einem flotten Dual-2GHz-Prozessor angetrieben, der für deutlich schnellere Seitenwechsel als beim Vorgänger sorgt. Der Kobo-eigene Buchladen ist zwar nicht ganz so umfangreich wie der von Amazon, aber dennoch gut bestückt. Ein entscheidender Pluspunkt ist die native Unterstützung für Bibliotheks-Apps wie Libby, mit der Sie direkt vom Reader aus E-Books ausleihen können.
Kobo Libra Colour: Stift und Tasten für den Lesegenuss
Während das Clara Colour preislich und von den Funktionen her eine direkte Konkurrenz zum Kindle Colorsoft darstellt, ist das Libra Colour die vielseitigere Alternative. Der Hauptunterschied ist die Stylus-Unterstützung, die das Gerät in ein kleines Notizbuch verwandelt. Hinzu kommen ein automatisch rotierendes Display und praktische Umblättertasten – ein Feature, das Amazon nach der Einstellung des Oasis nicht mehr anbietet. Wer sich an die Touchscreen-Steuerung gewöhnt hat, mag die Tasten vielleicht nicht vermissen, aber viele Leser schwören auf das haptische Feedback. Das Libra Colour ist damit nicht nur ein Lesegerät, sondern ein kleines Produktivitätstool.
Boox Palma 2 Pro: Der E-Reader im Smartphone-Format
Boox selbst würde das Palma 2 Pro wohl nicht als direkten Kindle-Konkurrenten bezeichnen, sondern als mobiles E-Paper-Gerät. Das Formfaktor erinnert tatsächlich eher an ein abgespecktes Smartphone als an ein digitales Taschenbuch. Wer seine gesamte Bibliothek in der Jackentasche tragen möchte, findet hier eine großartige Option. Das Kaleido-3-E-Ink-Display ist hervorragend zum Lesen, und die flinke Touch-Oberfläche sorgt für schnelle Seitenwechsel. Da das Gerät auf Android basiert, ist man nicht an eine einzige Lese-App gebunden. Kindle, Kobo, Libby und Google Play Books sind alle nutzbar. Dank des integrierten Google Play Store kann das Palma 2 Pro sogar als provisorischer Smartphone-Ersatz dienen – auch wenn das kleine Display hier an seine Grenzen stößt.
Kobo Clara BW: Die beste Wahl für Puristen
Nicht jeder braucht ein Farbdisplay. Manche argumentieren sogar, dass Farb-E-Reader die Darstellung von schwarzem Text verschlechtern. Die einfachste Empfehlung für alle, die eine direkte Alternative zum klassischen schwarz-weißen Kindle suchen, ist das Kobo Clara BW. Es bietet ein vergleichbares 6-Zoll-Display und schlanke Maße, die es leicht in eine Jackentasche gleiten lassen. Es ist wasserdicht – ein Feature, das der einfache Kindle vermissen lässt – und bietet einen augenschonenden Dark Mode. Wie bei allen Kobo-Modellen ist auch hier Libby integriert, sodass Sie Bibliotheksbücher direkt auf dem Reader ausleihen können. Für alle, die EPUB-Dateien sideloaden, ist Kobo aufgrund der nativen Unterstützung die bessere Wahl als ein Kindle.
Boox Go Color 7: Die Freiheit des Android-Ökosystems
Das Boox Go Color 7 ist die ideale Alternative für alle, die sich nicht in einem Ökosystem gefangen fühlen wollen. Boox war mit Farb-E-Readern sogar früher auf dem Markt als Amazon oder Kobo und hat die Technologie stetig verfeinert. Das Kaleido-3-Display ist so farbenfroh, wie es E-Ink derzeit zulässt. Das Gerät läuft auf Android 12 und kann daher sowohl als Tablet als auch als E-Reader genutzt werden. Die Gen-II-Version bietet zudem Stylus-Unterstützung für Notizen. Die wahre Stärke liegt jedoch in der Software-Flexibilität. Die vorinstallierte NeoReader-App ist gut für DRM-freie EPUBs, aber die meiste Zeit wird man wohl in Apps wie Kobo Books oder Libby lesen, die alle aus dem Google Play Store heruntergeladen werden können. Das ist nicht ganz so nahtlos wie die vorkonfigurierten Systeme von Kobo oder Amazon, aber wer sich mit Android auskennt, kann auf einem Boox-Gerät von deutlich mehr Quellen lesen.
reMarkable Paper Pro: Der digitale Notizblock für Profis
Wer nach einer Alternative zum Kindle Scribe Colorsoft sucht, sollte einen Blick auf das reMarkable Paper Pro werfen. Es ist in erster Linie ein Schreibtablett mit Farbunterstützung, kein reiner E-Reader. Das Gerät kann mit einem Tastatur-Accessoire ausgestattet werden – etwas, das die Kindle-Welt nicht bietet – und ermöglicht so schnelleres Tippen als per Handschrift. Die Software von reMarkable ist der von Amazon bei der Bearbeitung handschriftlicher und getippter Notizen überlegen. Allerdings verlangt reMarkable rund drei Dollar pro Monat für Funktionen wie die Suche in handschriftlichen Notizen oder Integrationen mit Slack und Kalendern. Wer sich von allen Abomodellen lösen möchte, sollte prüfen, ob er auf diese Features verzichten kann.
iPad (2025) mit A16: Der Alleskönner aus Cupertino
Viele Nutzer steigen auf E-Reader um, um sich von den Ablenkungen eines Tablets zu lösen. Das ist verständlich. Wer jedoch kein Gerät besitzt und eine All-in-One-Lösung sucht, die kein Amazon-Produkt ist, sollte das Einstiegs-iPad in Betracht ziehen. Der A16-Chip bewältigt alle alltäglichen Aufgaben mühelos, die App-Auswahl ist unübertroffen und das Display ist solide. Das iPad kann auch als alleiniger E-Reader dienen. Zwar ist es für die einhändige Nutzung etwas groß, aber nicht unhandlich. Ein E-Ink-Display imitiert Papier weitaus besser und ist augenschonender, aber das iPad bietet dennoch ein gutes Leseerlebnis. Die Apps von Amazon, Kobo und Libby sind alle verfügbar, wobei Letztere auf dem iPad besonders gut funktioniert und den Zugriff auf Millionen kostenloser E-Books ermöglicht.
Welche Alternative zu Kindle Unlimited gibt es?
Wer viel liest, sollte über ein Abo nachdenken. Kindle Unlimited ist im Grunde das Netflix für Bücher und kostet 12 Dollar pro Monat. Kobos direkter Konkurrent heißt Kobo Plus und kostet 8 Dollar pro Monat für ein reines E-Book- oder Hörbuch-Abo, oder 10 Dollar für beides. Kobo Plus hat zwar weniger Titel (rund 1,5 Millionen gegenüber über 4 Millionen bei Amazon), aber es gibt keine Begrenzung der gleichzeitig ausleihbaren Bücher – anders als bei Kindle Unlimited, das Sie auf 20 Titel limitiert. Die beste Alternative zu jedem Bezahl-Abo ist jedoch Libby. Mit einem gültigen Bibliotheksausweis können Sie E-Books, Hörbücher und Zeitschriften aus Ihrer örtlichen Bibliothek ausleihen. Auf Kobo-Geräten ist die Integration nahtloser als auf Kindles, da Sie Ihren Bibliotheksausweis direkt verknüpfen und Bücher sofort herunterladen können.