Auf der IFA 2026 in Berlin zeigt Lenovo eine beeindruckende Produktpalette, die lokale KI-Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig mit neuen Farbvarianten für Aufsehen sorgt. Der weltgrößte PC-Hersteller präsentiert unter anderem Notebooks mit Nvidias RTX-Spark-Prozessor, ultraflache ThinkBooks mit Snapdragon X2 Plus und zwei Konzeptstudien, die den Innovationsgeist des Unternehmens unterstreichen. Besonders auffällig ist der Trend zu kräftigen Farben – selbst Business-Notebooks wie die ThinkBook-Reihe erscheinen in Blau und Violett, während die IdeaPad-Vibe-Serie mit sieben Pantone-zertifizierten Tönen auf den Markt kommt.
Lokale KI mit Nvidia RTX Spark: Die neuen Yoga-Modelle
Lenovo setzt mit den Premium-Notebooks Yoga Pro 9n und Yoga 9n 2‑in‑1 auf den auf der Computex vorgestellten Nvidia-RTX-Spark-Prozessor. Dieser Superchip kombiniert eine ARM-CPU mit 18 oder 20 Vera-Cores und eine integrierte Blackwell-RTX-GPU mit bis zu 6.144 Cuda-Cores. Er unterstützt bis zu 128 GB Unified Memory (LPDDR5X mit 9.400 MT/s) und erreicht eine FP4-KI-Leistung von bis zu einem Petaflop – genug, um anspruchsvolle KI-Workloads vollständig lokal auszuführen.
Das Yoga Pro 9n ist ein 15,3‑Zoll-Clamshell-Notebook mit OLED-Panel (2.560×1.600 Pixel, 165 Hz, VESA DisplayHDR True Black 1000). Es wiegt 1,65 kg und bietet bis zu 128 GB RAM, zwei M.2‑2242-Steckplätze (bis 4 TB), einen 92,5‑Wh-Akku, ein haptisches Touchpad mit Stifterkennung und eine 9,2‑MP-Webcam mit Windows Hello. Die Konnektivität erfolgt über Wi‑Fi 7. Das Convertible Yoga 9n 2‑in‑1 hat ein 16‑Zoll-OLED-Display (2.880×1.800 Pixel, 120 Hz), bis zu 64 GB RAM, einen 99,9‑Wh-Akku und ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern inklusive einer drehbaren Soundbar im Scharnier. Preise und Verfügbarkeit sind noch nicht bekannt gegeben.
ThinkBooks: Business-Notebooks in Farbe und mit ARM-Prozessor
Mit derzeit 80 TOPS stellt Qualcomms Snapdragon X2 Plus die schnellste NPU für lokale KI-Anwendungen. Diesen Prozessor verbaut Lenovo im ultraschlanken ThinkBook 14 Gen 9. Es unterstützt Microsoft Copilota+ und Lenovos persönliche KI Qira, die geräteübergreifend mit Motorola-Smartphones zusammenarbeitet und Business-Funktionen wie „Pay Attention“ und „Catch Me Up“ bietet. Das 1,3 kg leichte Notebook verfügt über ein WUXGA-Display, bis zu 32 GB LPDDR5x, eine 1‑TB-SSD (erweiterbar um eine zweite SSD) und einen 50‑Wh-Akku, der laut Lenovo bis zu 26 Stunden lokale Videowiedergabe ermöglicht.
Noch leichter ist das ThinkBook 14x Gen2 mit nur 990 Gramm. Es ist in den Farben Luna Grey, Celestial White, Mystic Violet und Veil Blue erhältlich. Als Prozessor dient der Intel Core 7 der Serie 3 (Wildcat Lake) mit zwei P- und vier LPE-Cores sowie Intel Graphics mit zwei Xe‑Cores – die NPU erreicht nicht das Niveau von Copilot+, weshalb Lenovo das Gerät für alltägliche Business-Aufgaben im hybriden Einsatz positioniert. Wahlweise gibt es ein WUXGA-IPS-Panel mit optionalem Touch oder ein 2.8K-OLED-Panel, beide mit 120 Hz. Das ThinkBook 14x Gen2 soll noch im September ab 1.079 Euro (UVP) verfügbar sein, das ThinkBook 14 Gen 9 folgt im Oktober ab 1.099 Euro.
Konzeptstudien: Project AeroBlade und Project Swan
Traditionell bringt Lenovo Konzeptstudien zu Messen mit, die technologische Entwicklungen vorwegnehmen. Auf der IFA zeigt das Unternehmen zwei 14‑Zoll-Business-Notebook-Studien: Project AeroBlade und Project Swan.
Das AeroBlade-Gerät ist mit 830 Gramm und unter einem Zentimeter Bauhöhe auf maximale Mobilität getrimmt. Statt konventioneller Lüfter kommt ein Active‑Flow‑System von Frore Systems zum Einsatz, das auf der AirJet-Technologie basiert: Winzige vibrierende Membranen erzeugen Luftbewegung – die AirJet‑Mini-Module sind nur 2,65 mm hoch, arbeiten mit 21 dB(A) fast lautlos und erzeugen den zehnfachen Druck herkömmlicher Lüfter.
Project Swan verdankt seinen Namen dem ausfahrbaren OLED-Display. Das rollbare Panel vergrößert die Diagonale von 14 auf 17 Zoll (16:9), indem es auf beiden Seiten ausfährt. So lässt sich im Zug oder Flugzeug kompakt arbeiten, auf dem Schreibtisch steht ein großzügiges 17‑Zoll-Notebook für Multitasking zur Verfügung. Anders als beim ThinkBook Plus Gen 6 Rollable, das nach oben ausfährt, bleibt das Swan-Notebook auch bei voller Größe kopflastigkeitsfrei. Trotz der Mechanik wiegt es nur 1,6 kg und misst 17,9 mm Dicke.
IdeaPad Vibe und IdeaCentre AIO i: Farben und Alltags-KI
Die IdeaPad-Vibe-Serie richtet sich an Privatkunden und ist in sieben Farben erhältlich, die Lenovo gemeinsam mit dem Pantone Institute entwickelte: Chill Blue, Zen Green, Spicy Gold, Radiant Coral, Dreamy Violet, Lowkey Grey und Moody Blue. Das Designkonzept, so Lenovo, soll „Gelassenheit vermitteln“ (Dreamy Violet) oder „eine klare moderne Ausstrahlung“ transportieren (Chill Blue). Später sollen individuell anpassbare Tastenkappen folgen.
Die Notebooks gibt es in 14‑ und 15‑Zoll-Varianten mit Qualcomm-Snapdragon‑X-ARM-Prozessoren (bis 24 GB verlöteter RAM) oder AMD Ryzen AI 400 (gesteckter RAM, bis 32 GB erweiterbar). Beide Prozessorfamilien unterstützen Copilot+ und Lenovos Qira‑KI. Die 14‑Zoll-Modelle wiegen ab 1,3 kg, die 15‑Zöller ab 1,5 kg. Die 15‑Zoll-Versionen bieten einen Ziffernblock, optional ein OLED-Display (WUXGA bzw. 2,1K) und Touch‑Erkennung. Eine 5‑MP-Webcam mit Blende und optionalem IR-Sensor für Windows Hello ist serienmäßig. Das IdeaPad Vibe soll im Oktober ab 799 Euro auf den Markt kommen.
Ebenfalls neu ist der All‑in‑One-PC IdeaCentre AIO i (Gen 11), der in den Farben Lowkey Grey und Moody Blue (nicht in den anderen Vibe-Farben) erscheint. Er ist schlanker als der Vorgänger und verfügt über eine 30‑mm-Höhenverstellung für das 23,8‑ oder 27‑Zoll-Full‑HD-Display (120 Hz, optional mit Touch). Eine 5‑MP-Webcam und eine adaptive Beleuchtung (per Software‑Update) sind ebenso an Bord wie eine optionale drahtlose Ladestation für Smartphones im Standfuß. Als Prozessor dient Intels Wildcat Lake (Core 7 350, sechs Kerne) – ohne Copilot+‑Unterstützung. Der IdeaCentre AIO i 24 Zoll wird mit 8 oder 16 GB RAM angeboten, die 27‑Zoll-Version mit bis zu 32 GB. Die Verfügbarkeit beginnt im November ab 999 Euro (UVP).
Mit dieser Produktvielfalt unterstreicht Lenovo seinen Anspruch, lokale KI breit verfügbar zu machen – von High‑End-Yoga-Convertibles über Business‑ThinkBooks bis hin zu farbenfrohen Consumer‑Notebooks. Die Kombination aus leistungsstarker Hardware, eigenem KI‑Assistenten Qira und der Integration von Nvidia-, Qualcomm- und Intel-Plattformen zeigt, dass der Hersteller sowohl auf ARM- als auch auf x86‑Architektur setzt, um unterschiedliche Anforderungen abzudecken. Die neuen Farben und Konzeptstudien signalisieren zudem, dass Design und Individualisierung für Lenovo nicht nur eine Randnotiz sind, sondern ein strategisches Element, das sich durch alle Produktlinien zieht. Ob die ambitionierten KI‑Features und die farbliche Vielfalt die Nutzer überzeugen, wird sich zeigen, sobald die Geräte im Herbst in den Regalen stehen.