Nvidia bringt zweite RTX 5070 mit größerem GB203-Chip

Nvidia bereitet offenbar eine zweite Version der RTX 5070 vor, die auf dem größeren GB203-Chip basiert – jenem Grafikprozessor, der bisher den Modellen RTX 5070 Ti und RTX 5080 vorbehalten war. Ein Leak deutet darauf hin, dass der neue Chip über ein Treiberupdate freigeschaltet werden soll, das bereits heute erscheint. Damit setzt Nvidia eine Strategie fort, die bereits bei der RTX 5060 zum Einsatz kam: defekte Dies aus höheren Serien für günstigere Grafikkarten zu recyclen.

Die-Strategie: Warum Nvidia den GB203 in der RTX 5070 einsetzt

Das Prinzip ist simpel: Bei der Fertigung der großen GB203-Dies für die RTX 5070 Ti und RTX 5080 fallen immer wieder Chips an, die nicht alle Funktionseinheiten vollständig nutzen können – etwa weil einzelne Shader-Cluster oder Speichercontroller ausgefallen sind. Statt diese Dies zu verschrotten, wandert ein Teil von ihnen in die RTX 5070, wo die notwendigen Einheiten noch vollständig aktiviert werden können. Schon die RTX 5060 erhielt auf diese Weise eine Variante mit dem größeren GB205-Die, die von Partnern wie ASUS und MSI verbaut wurde.

Aus technischer Sicht ändert sich für den Endnutzer wenig: Die Anzahl der aktiven CUDA-Kerne, TMUs, ROPs und RT-Kerne bleibt identisch zur regulären RTX 5070 mit GB205-Die. Auch der Speicher – 12 GB GDDR7 an einem 192-Bit-Interface – bleibt unverändert. Lediglich die physische Größe des Chips und das thermische Verhalten können abweichen, weil der GB203-Die eine andere Spannungs- und Stromverteilung aufweist. In der Praxis sind diese Unterschiede jedoch meist vernachlässigbar.

Spezifikationen der RTX 5070 mit GB203 im Überblick

Die neue Variante unterscheidet sich auf dem Papier nicht von der ursprünglichen RTX 5070: 6.144 CUDA-Kerne, 192 Textureinheiten, 80 Raster-Operation-Pipelines, 48 Raytracing-Kerne und 48 MB L2-Cache. Das Speicherinterface ist auf 192 Bit ausgelegt, die 12 GB GDDR7 laufen mit einer effektiven Taktfrequenz von rund 28 Gbps. Die Leistungsaufnahme (TDP) dürfte mit etwa 250 Watt ebenfalls im Rahmen des bekannten Referenzdesigns bleiben.

Spannend wird die Frage, ob Nvidia die Taktraten der GB203-Version anpasst. Theoretisch könnte der größere Chip eine bessere Wärmeableitung erlauben, was höhere Boost-Taktfrequenzen ermöglicht. Bisherige Erfahrungen mit solchen Die-Wechseln – etwa bei der RTX 2060 (TU104 vs. TU106) – zeigten jedoch nur in speziellen Compute-Lasten wie Blender deutliche Performance-Sprünge, während die Spieleleistung nahezu identisch blieb. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die GB203-RTX 5070 in Gaming-Szenarios messbar schneller sein wird als die GB205-Version.

Was bringt der größere Chip wirklich?

Der Hauptvorteil liegt für Nvidia in der besseren Ausbeute der teuren Wafer. Für den Kunden ergibt sich ein rein psychologischer Mehrwert: Das Wissen, dass im Inneren der Karte ein Chip aus der höheren Serie steckt, mag für manche Enthusiasten reizvoll sein. In der alltäglichen Nutzung – ob beim Zocken oder bei KI-Anwendungen – sind keine Performance-Gewinne zu erwarten. Lediglich das thermische Verhalten könnte marginal besser ausfallen, da die Wärme auf eine größere Die-Fläche verteilt wird.

Fragen und Antworten rund um die neue RTX 5070-Variante

Benötigt die GB203-Version einen speziellen Treiber?

Ja, der Leak gibt an, dass Nvidia die neue RTX 5070 mit einem Treiberupdate freischaltet. Bestehende Karten mit GB203-Chip, die von Boardpartnern bereits produziert wurden, lassen sich erst nach der Treiberinstallation vollständig nutzen. Nutzer einer solchen Karte sollten daher sicherstellen, dass sie den aktuellsten Treiber von Nvidia installieren.

Welche thermischen Unterschiede sind zwischen GB203 und GB205 zu erwarten?

Da der GB203-Die physisch größer ist, verteilt sich die Abwärme auf eine größere Fläche. Das könnte unter Last zu leicht niedrigeren Temperaturen auf dem Chip führen, sofern das Kühldesign der Karte dafür ausgelegt ist. In den meisten Fällen werden die Unterschiede jedoch gering ausfallen und im Rahmen der normalen Messtoleranz liegen. Nvidia selbst gibt keine abweichenden thermischen Spezifikationen für die GB203-Version heraus.

Bleibt die Speicherkonfiguration unverändert?

Ja, die GB203-Variante der RTX 5070 behält das 192-Bit-Speicherinterface und die 12 GB GDDR7 bei. Der GB203-Chip unterstützt zwar theoretisch breitere Speicherbusse, doch Nvidia deaktiviert die überzähligen Controller, um die Einheitlichkeit zur GB205-Version zu wahren. Somit gibt es keine Unterschiede in der Speicherbandbreite oder -kapazität.

Warum recycelt Nvidia höhere Dies für die RTX 5070?

Der Grund ist wirtschaftlicher Natur: Jeder Wafer liefert eine bestimmte Anzahl fehlerfreier Chips. Statt defekte Dies aus der GB203-Produktion zu entsorgen, kann Nvidia sie in der RTX 5070 weiterverwenden, sofern genügend funktionstüchtige Einheiten vorhanden sind. Dies senkt die Fertigungskosten und reduziert Abfall. Für den Kunden ändert sich nichts – außer dass manchmal eine Karte mit einem Chip aus der nächsthöheren Serie ausgeliefert wird.

Ausblick: Was bedeutet der Die-Wechsel für den Markt?

Mit dieser zweiten RTX 5070-Version unterstreicht Nvidia seine Strategie, verschiedene Dies flexibel einzusetzen. Solche Die-Wechsel sind in der Branche nicht neu – sie kamen bereits bei den Serien RTX 20, RTX 30 und jetzt bei Blackwell vor. Für Käufer ergibt sich kein Nachteil, solange die Leistungsspezifikationen eingehalten werden. Im Gegenteil: Die höhere Verfügbarkeit an Dies könnte dazu beitragen, das Angebot an RTX 5070-Karten zu stabilisieren, was angesichts der oft schwankenden GPU-Lieferketten ein Vorteil ist. Ob die Preise für die GB203-Version identisch sein werden, ist noch nicht bekannt. Es bleibt abzuwarten, ob Boardpartner diese Variante als eigenes Modell auszeichnen oder ob sie still und leise in den Regalen landen wird. Fakt ist: Die RTX 5070 bekommt eine zweite, ebenso leistungsfähige Identität – und Nvidia zeigt einmal mehr, wie clever es seine Fertigungsausbeute optimiert.

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