OpenAI stoppt die Aufnahme neuer Abonnent:innen für sein teuerstes ChatGPT-Pro-Abo. Der Preis liegt bei 229 Euro monatlich in Deutschland (200 US-Dollar). Das gab Tibo Sottiaux, der bei OpenAI für die Kernprodukte zuständig ist, bekannt. Grund ist die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach dem Spitzenmodell GPT‑6 Astra.
„Geringstmögliche Maßnahme“, um breiten Zugang zu gewährleisten
„Um sicherzustellen, dass unsere derzeitigen Nutzer ein hervorragendes Erlebnis haben und weiterhin Zugang zu Astra erhalten, werden wir die Abonnements für unseren 200‑Dollar‑Pro‑Tarif vorübergehend aussetzen“, erklärte Sottiaux. Die hochpreisigen Abos belasten die Systeme von OpenAI am stärksten. Bei ihnen temporär die Notbremse zu ziehen, sei die „geringstmögliche Maßnahme“, die es dem Konzern ermöglicht, weiterhin einen möglichst breiten Zugang zu gewährleisten.
Bestandskund:innen und andere Tarife nicht gefährdet
Bestehende ChatGPT‑Pro‑Abonnent:innen können aufatmen: Ihr Abo bleibt unverändert bestehen. Für Neukund:innen sind alle anderen Tarife weiterhin zugänglich, darunter auch der günstigere Pro‑Zugang für monatlich 100 Dollar. Auch die hauseigene API steht allen potentiellen Nutzer:innen offen. Sottiaux verspricht, dass OpenAI daran arbeitet, so schnell wie möglich mehr Rechenkapazität bereitzustellen, damit Neukund:innen wieder Zugang zum teuersten Pro‑Abo erhalten.
Nachfrage für GPT‑6 Astra ist schuld
Der Neukunden‑Stopp ist eine direkte Folge des Runs auf GPT‑6 Astra. OpenAI hatte das laut eigenen Aussagen leistungsstärkste Modell Anfang September diesen Jahres vorgestellt. „Die Nachfrage nach Astra ist wirklich beispiellos“, schrieb Sottiaux nur einen Tag vor der Bekanntgabe des Pro‑Banns. Bereits in der früheren Stellungnahme hatte er das Aussetzen von neuen Pro‑Abos angedroht, sollte der Astra‑Boom weitergehen. Nun ist dieser Fall eingetreten.
Der temporäre Stopp der teuersten Abos zeigt exemplarisch, wie stark das Interesse an den leistungsfähigsten KI‑Modellen ist und wie sehr selbst ein Unternehmen wie OpenAI an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Die Entscheidung, nur den teuersten Tarif zu blockieren, ist strategisch klug: Sie schützt das Erlebnis der zahlungskräftigsten Bestandskunden und erhält gleichzeitig die Einnahmequellen aus den günstigeren Abos und der API. Ob OpenAI die Rechenkapazität schnell genug ausbauen kann, um den Astra‑Ansturm dauerhaft zu bewältigen, bleibt abzuwarten – der Schritt unterstreicht jedoch, dass exklusive KI‑Spitzenleistungen derzeit ein knappes Gut sind.