Samsung Galaxy Z Fold 8: 3000 Nits, flache Falz, keine Tele-Kamera

Samsung Galaxy Z Fold 8: 3000 Nits, flache Falz, keine Tele-Kamera

Das Samsung Galaxy Z Fold 8 markiert einen mutigen Neuanfang in der faltbaren Smartphone-Reihe des koreanischen Herstellers. Mit einem radikal geänderten Format, einer helleren Display-Technologie und dem Verzicht auf eine klassische Tele-Kamera sorgt es für ebenso viel Begeisterung wie für kontroverse Diskussionen. Wir haben das Gerät einem ausführlichen Test unterzogen und verraten, ob der Kompromiss aus kompakter Bauweise und fehlender Zoom-Option für Sie infrage kommt.

Bildschirm & Lautsprecher

  • Außen: 5,5 Zoll, 1248 × 1972, OLED, 120 Hz
  • Innen: 7,6 Zoll, 1828 × 2448, OLED, 120 Hz
  • Stereolautsprecher

Beide Displays erreichen Spitzenwerte von bis zu 3.000 Nits und sind damit deutlich heller als beim Vorgänger Fold 7. Samsung bleibt seiner Rolle als einer der führenden Displayhersteller treu: Die Bildqualität ist exzellent, Farben wirken satt und Kontraste gestochen scharf.

Die neue „Flex Titanium“-Technologie sorgt für eine flachere Falz, die bei direkter Betrachtung kaum noch wahrnehmbar ist. Zudem lässt sich das Smartphone nun vollständig flach aufklappen – anders als das Z Fold 7 mit seiner leichten V-Form. Das verstärkt das Tablet-Gefühl im geöffneten Zustand. Allerdings bedeutet dies auch den Verzicht auf eine wichtige Softwarefunktion, auf die wir später eingehen.

Die Beschichtung des Innen-Displays wurde deutlich matter und entspiegelter ausgeführt. Reflexionen stören weitaus weniger, und das Gerät zieht nicht übermäßig viele Fingerabdrücke an – ein guter Mittelweg zwischen Spiegel-Oberflächen und der Schmutzanfälligkeit mat Terrace Alternativen wie dem Huawei Mate X7.

Der Rahmen um das Hauptdisplay ist angenehm schmal. Das Cover-Display wirkt mit seiner traditionellen Glasbeschichtung dagegen etwas breiter gerahmt – ein optischer Makel, der mit der Zeit veralten dürfte. Samsung setzt beim Innen-Display erneut auf eine Punch-Hole-Kamera statt auf eine Unter-Display-Lösung. Das ist ein Gewinn für die Videoqualität, doch die zentrale Platzierung im rechten Bildschirmbereich stört sowohl im Hoch- als auch Querformat das Seherlebnis.

Die Stereolautsprecher liefern einen soliden Klang, der jedoch nicht ganz an die Fülle des S26 Ultra heranreicht. Im Querformat auf dem Klappdisplay kommt der Ton von nur einer Seite – bei vertikalen Inhalten klingt es dagegen hervorragend. Die Orientierung hängt also stark von Ihren typischen Nutzungsszenarien ab.

Technische Daten & Leistung

  • Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
  • 12 GB / 16 GB RAM
  • 256 GB / 512 GB / 1 TB Speicher

Angetrieben wird das Z Fold 8 von einer speziell für Galaxy optimierten Version des Snapdragon 8 Elite Gen 5. Das Basismodell bietet 256 GB Speicher und 12 GB RAM; das 512-GB-Modell ebenfalls. Erst die 1-TB-Variante wird mit 16 GB Arbeitsspeicher aufgestockt – zu einem entsprechend höheren Preis.

Im Alltag arbeitet das Smartphone erwartungsgemäß schnell. Apps starten zügig, Multitasking ist problemlos, und anspruchsvolle Spiele laufen flüssig. Ein Wermutstropfen: die Wärmeentwicklung. Selbst bei leichter Nutzung erwärmt sich das Gerät im Bereich der Rückkameras merklich. Beide Bildschirme dimmen dann deutlich herunter, um die Temperatur zu regulieren. In der Sommersonne kann das frustrieren.

Bei Spielen wie Genshin Impact schneidet das Fold 8 ordentlich ab. Wuthering Waves hingegen zwang uns, die Grafikeinstellungen auf „ausgewogen“ zu reduzieren, um stabile 60 FPS zu halten – mit gelegentlichen Einbrüchen. Ältere Titel im 4:3-Format oder Emulationen nutzen das faltbare Display optimal aus und sehen fantastisch aus.

Kameras

  • 50-MP-Hauptsensor mit f/1,8
  • 50 MP, f/1,9, Ultraweitwinkel
  • Zwei 10-MP-Selfie-Kameras mit f/2,2

Das Galaxy Z Fold 8 verzichtet auf eine spezielle Tele-Kamera und bietet nur zwei rückwärtige Sensoren. Der Hauptsensor löst mit 50 Megapixeln auf, der Ultraweitwinkel ebenfalls. Im Vergleich zum Fold 7 und Fold 8 Ultra ist dies ein deutlicher Rückschritt – auch wenn die Leistung immer noch besser ist als beim Flip 8.

Bei Tageslicht liefern die Kameras solide, beständige Ergebnisse. Der Wow-Faktor eines Ultra-Flaggschiffs bleibt zwar aus, aber das Gerät lässt einen selten im Stich. Nachts kann Bildrauschen auftreten, doch die großen Blendenöffnungen minimieren Bewegungsunschärfe. Der große Nachteil: das Fehlen einer Tele-Kamera. Ein digitaler 10-fach-Zoom ist integriert, aber bereits ab 4-fachem Zoom leidet die Bildqualität merklich. Bei Konzerten oder Sportveranstaltungen wird dieser Mangel schmerzhaft spürbar.

Die Videoqualität ist exzellent: Bildstabilisierung und Mikrofonqualität entsprechen dem hohen Niveau der S-Reihe. Neu ist der „FanCam“-Modus, der automatisch auf ein Motiv zoomt und es verfolgt. Dual-Videoaufnahmen erlauben gleichzeitige Aufnahmen von Umgebung und eigener Reaktion. Für Vlogger ist das aufklappbare Design mit dem Cover-Display als Vorschaumonitor ein praktisches Werkzeug.

Akkulaufzeit & Aufladen

  • 4800-mAh-Akku
  • 45-W-Laden über Kabel
  • 20-W-kabelloses Laden

Erstmals setzt Samsung auf Silizium-Akkutechnologie, was in dem schlanken Gehäuse 4800 mAh ermöglicht – mehr Kapazität als im Z Fold 7. Die Ladegeschwindigkeiten wurden ebenfalls erhöht: 45 Watt kabelgebunden und 20 Watt kabellos. In der Praxis lädt das Gerät in nur 30 Minuten von leer auf über 70 Prozent – schneller als manches chinesische Modell mit angeblich 80 Watt.

Die Akkulaufzeit reicht problemlos für einen durchschnittlichen Nutzungstag. Wer intensiv spielt, sollte jedoch abends nachladen. Im Vergleich zum Find N6 mit 6000 mAh ist die Laufzeit solide, aber nicht herausragend.

Software & Apps

  • One UI 9, basierend auf Android 17
  • Neue „Now Nudge“-Funktionen
  • Neue Galaxy-AI- und Gemini-Funktionen

One UI 9 läuft auf Android 17 und bietet die gewohnte Schnelligkeit und Anpassbarkeit. Samsung verspricht 7 Jahre Updates und Sicherheitspatches. Allerdings wirkt die Software nach dem Auspacken überladen: Samsung Wallet oder Google Wallet, Gemini oder Bixby – die Parallelangebote können verwirren.

Multitasking wurde überarbeitet: Drei Apps lassen sich nun nebeneinander im Split-Screen-Modus nutzen. Die „Now Nudge“-Funktion schlägt Aktionen wie das Hinzufügen zum Kalender vor, wenn eine SMS ein Treffen erwähnt. „Gemini Notebook“ (ehemals Google Notebook LM) erlaubt das Hochladen von Dokumenten, Audio, Video und Bildern, um daraus Inhalte zu generieren – von Folien über Infografiken bis hin zu Podcasts.

Die neue, passähnliche Form bringt jedoch Software-Unstimmigkeiten mit sich. Auf dem Cover-Display lassen sich nur vier Apps pro Zeile anzeigen, obwohl Platz für fünf wäre. Ein Wechsel zwischen Hoch- und Querformat auf dem Klappdisplay führt zu einem Springen der App-Symbole. Zudem fehlt der Flex-Modus: Das Scharnier ist entweder geöffnet oder geschlossen. Freihändige Videoanrufe oder die Nutzung des Bildschirms als Gamepad sind damit nicht möglich.

Preis & Verfügbarkeit

Das Samsung Galaxy Z Fold 8 ist ab sofort vorbestellbar und ab dem 7. August im Handel erhältlich. Das Basismodell (12/256 GB) kostet 1.999 Euro. Die 12/512-GB-Variante liegt bei 2.199 Euro, die 16/1-TB-Version bei 2.599 Euro. Der niedrigere Einstiegspreis im Vergleich zum Fold 7 täuscht: Das Fold 8 ist kein direkter Nachfolger, sondern ein anders positioniertes Modell mit geringeren Kameraspezifikationen. Das Fold 8 Ultra als echter Nachfolger des Fold 7 wurde dagegen teurer.

Derzeit hat das Gerät keine direkte Konkurrenz außerhalb Chinas – das Huawei Pura X Max erschien nie international. Es bleibt abzuwarten, wie Apple sein faltbares iPhone Ultra bepreisen wird.

Sollten Sie das Samsung Galaxy Z Fold 8 kaufen?

Das Samsung Galaxy Z Fold 8 ist ein außergewöhnliches Smartphone. Die neue Form sorgt für einen echten Wow-Effekt – jeder, dem wir es gezeigt haben, war begeistert. Auch nach einer Woche bleibt das Gefühl, ein besonderes Gerät in der Hand zu halten. Die Frage ist, ob der Reiz des Neuen anhält oder ob die kleinen, aber störenden Software-Schwächen und das Fehlen einer Tele-Kamera auf Dauer überwiegen.

Aufgeklappt bietet das Format klare Vorteile beim Gaming, Lesen und Medienkonsum. Die Nachteile sind jedoch ebenfalls spürbar: Das Cover-Display wirkt beengt, die Einhandbedienung ist nicht ideal, und das Gaming-Erlebnis leidet unter thermischen Einschränkungen. Wer Wert auf Tele-Fotografie legt, wird schnell an Grenzen stoßen. Für begeisterte Fotografen und Gamer ist das Fold 8 daher eher eine spannende Alternative als die erste Wahl.

Dennoch: Wenn Sie schon immer ein iPad mini in Ihrer Hosentasche haben wollten und bereit sind, Kompromisse bei der Kamera einzugehen, dann werden Sie mit dem Z Fold 8 viel Freude haben. Es ist eines der spannendsten Smartphones des Jahres – und vielleicht der Vorbote für eine ganze neue Geräteklasse.

Diesen Artikel teilen