The Duskbloods kombiniert Vampire und PvP-Multiplayer exklusiv auf Switch 2

FromSoftware überrascht mit einem exklusiven Vampir-Multiplayer-Abenteuer für Nintendos neue Konsole.

Erste Eindrücke aus dem Netzwerktest von The Duskbloods auf der Nintendo Switch 2.
Highlights
  • The Duskbloods kombiniert Soulslike-Kampfmechanik mit einem vampirischen PvPvE-Multiplayer-Konzept.
  • Das Spiel erscheint exklusiv für die Nintendo Switch 2 und bietet eine düstere Gothic-Ästhetik.
  • Im Test überzeugte die technische Umsetzung auf der Switch 2 mit flüssigen 60 fps.

FromSoftware wagt mit seiner neuesten Ankündigung einen radikalen Schritt: The Duskbloods erscheint exklusiv für die Nintendo Switch 2 und kombiniert erstmals die unverwechselbare Soulslike-Kampfmechanik mit einem vampirischen PvPvE-Multiplayer-Konzept. Nach ersten kooperativen Experimenten in Elden Ring Nightreign zielt das Studio nun auf ein vollständig eigenständiges Erlebnis, das Elemente aus Battle-Royale-Spielen, Character Action Games und traditionellen Rollenspielen in einem düsteren, gotischen Szenario vereint. Wir hatten die Gelegenheit, an einem exklusiven Netzwerktest teilzunehmen und die ersten, vielversprechenden Eindrücke zu sammeln.

Eine blutige Ästhetik mit eigener Identität

Bevor man sich den komplexen Systemen widmet, sticht vor allem die außergewöhnliche Art Direction hervor. Das Spiel präsentiert sich in einer düsteren Gothic-Optik mit starkem Vampirismus-Fokus, geht aber über die bekannte Ästhetik aus Bloodborne hinaus. Der im Test zugängliche Schauplatz Lowanro City ist ein faszinierendes Sammelsurium aus schmutzigen Gassen, viktorianischen Gebäuden, einer gewaltigen Kathedrale, nebelverhangenen Sümpfen, giftigen Abwasserkanälen und einer großen Brücke. Im Verlauf einer Partie verdunkelt sich die Stadt zunehmend, was das Gefühl verstärkt, sich in einem Albtraum zu befinden. Noch eigenwilliger sind die spielbaren Charaktere, die sogenannten Consangre (Blutgeschworene). Von traditionell anmutenden Kriegern bis hin zu skurrilen Gestalten wie Zork, einem in einen Taucheranzug mit Düsenantrieb gehüllten Kämpfer, ist die Bandbreite enorm und weckt sofort Neugier auf die Hintergrundgeschichte dieser Welt.

Technisch souverän auf der Switch 2

Die technische Umsetzung auf Nintendos neuer Konsole erwies sich im Test als positive Überraschung. Obwohl es sich um eine Vorabversion handelte und die Bildrate von angestrebten 60 fps in besonders chaotischen Szenen mit vielen Effekten und Spielern nicht vollkommen stabil war, beeinträchtigte dies das Spielerlebnis nicht. Die Grafikqualität erreicht ein Niveau, das man von einer aktuellen FromSoftware-Produktion erwartet, und das Spiel läuft ausreichend flüssig, um die rasanten Kämpfe und die vertikale Erkundung nicht durch Performance-Probleme zu trüben. Für ein Spiel dieser Größenordnung und Dynamik ist das ein vielversprechendes Zeichen.

Gameplay: Vertraute Basis, radikal beschleunigt

Wer schon einmal Dark Souls, Bloodborne oder Elden Ring gespielt hat, wird die grundlegende Kampfmechanik sofort wiedererkennen, doch The Duskbloods legt das Tempo drastisch nach oben. Die Fortbewegung ist extrem vertikal und dynamisch: Unbegrenztes Sprinten, aufgeladene Sprünge, bis zu vier aufeinanderfolgende Sprünge und ein Air Dash erlauben es, das Areal im Handumdrehen zu durchqueren, auf Gebäude zu klettern und in Kämpfen blitzschnell die Position zu wechseln. Feuerwaffen und Fernkampfangriffe sind fest integriert, während jeder Consangre über einzigartige Fähigkeiten verfügt, die die Spielweise grundlegend verändern. In bestimmten Momenten fühlt sich das Gefecht daher eher wie ein Character Action Game an als wie ein klassischer Soulslike-Titel. Das Block- und Pariersystem ist ebenfalls vorhanden, wobei ein perfekt getimtes Parier Fenster für mächtige Konter öffnet. Ein markerschütterndes Heulen kann Gegner während des Parier-Fensters betäuben.

Die Blutbiß-Mechanik und temporäre Verbündete

Eine der auffälligsten neuen Fähigkeiten ist der Blutbiss. Wenn ein Gegner verwundbar ist, kann man ihm in den Hals beißen, um massiven Schaden zu verursachen und gleichzeitig die eigene Lebensenergie wiederherzustellen. Gegen schwächere Gegner kann dieser Biss sie sogar in temporäre Verbündete verwandeln. Dieses System verleiht den Kämpfen eine extra Schicht an Taktik und Dynamik, da man ständig Chancen für diesen risikoreichen, aber lohnenden Move suchen muss.

Die Consangre: Eine abwechslungsreiche Klasse

Der Netzwerktest stellte sechs der mindestens zwölf für die Vollversion bestätigten Charaktere zur Verfügung. Jeder besitzt eigene Waffen, Fähigkeiten, Attribute und eine völlig andere Spielweise:

  • Albert: Der Allrounder mit Schwert und Maschinenpistole, ideal für Einsteiger. Seine Blutklingen-Fähigkeit feuert eine Klinge aus geronnenem Blut ab.
  • Bloodhound Jan: Ein schwerer Kämpfer mit einer Axt und Feuerkräften. Er regeneriert Leben durch starke Treffer und kann mit Blutangriffen Flächenschaden verursachen.
  • Trang Lanh: Die flinkeste Kämpferin, die eine Wurfscheibe einsetzt und kurzzeitig unsichtbar werden kann. Auf Stufe 12 beschwört sie eine gigantische Schlange.
  • Sniper Layla: Eine ungewöhnliche Mischung aus Soulslike-Charakter und Third-Person-Shooter. Sie kämpft mit zwei Klingen und einem Scharfschützengewehr, kann aber auch ein Gatling-Maschinengewehr aus ihrem Körper materialisieren.
  • Senator Samir Patres: Ein Fechter mit einem magischen Ring, der einen Geistervogel beschwört. Seine absurdeste Fähigkeit: Er kann sich in einen fleischfressenden Dinosaurier verwandeln.
  • Zork: Der schwergewichtige Panzerkreuzer. Sein Taucheranzug verfügt über einen Düsenantrieb für Rammangriffe und eine Raketenkanone. Anfangs schwer zu meistern, aber in den richtigen Händen überaus mächtig.

Diese Vielfalt zwingt die Spieler dazu, ihren Charakter und seine spezifischen Stärken und Schwächen zu verstehen, insbesondere wenn die Konfrontation mit anderen Spielern beginnt.

Das Herzstück: Ein Battle Royale mit Tiefgang

Das eigentliche Spielgeschehen entfaltet sich in Partien mit acht Spielern über etwa 30 Minuten, die in drei Phasen unterteilt sind. Ziel ist es, Tugendpunkte zu sammeln, um das Ausscheiden zu verhindern. Das System ist komplexer als ein reines Deathmatch und belohnt Vielseitigkeit. Es gibt sieben verschiedene Arten von Tugend, die auf unterschiedliche Weise verdient werden:

  • Tugend des Blutfangs: Besiegen von computergesteuerten Gegnern.
  • Tugend des Sammlers: Einsammeln von Gegenständen auf der Karte.
  • Tugend der Flamme: Finden spezieller Funken an zufälligen Orten.
  • Tugend der Abwehr: Besiegen mächtiger Eindringlinge (Trespassers).
  • Tugend des Gelöbnisses: Erobern von Punkten während Ritual-Events.
  • Tugend des Schwerts: Besiegen anderer Spieler in Ritual-Zonen.
  • Sigilien: Spezielle, chargengebundene Ziele für zusätzliche Tugend.

Die spannendsten Momente entstehen während der Rituale. In der zweiten Hälfte der Phasen wird ein Bereich als Ritualort markiert, in dem man Punkte erobern muss. Während der Eroberung ist man jedoch völlig verwundbar, was das Gebiet zu einer tödlichen Falle aus Hinterhalten und Überraschungsangriffen macht. Das Spiel bestraft aggressives Leechen und belohnt taktisches Vorgehen. Da der Tod nicht sofort zur Elimination führt, kann man Risiken eingehen, was dem Battle-Royale-ähnlichen Kern eine willkommene strategische Tiefe verleiht.

Dynamische Ereignisse und kooperative Elemente

Zufällige Ereignisse wie ein Zeppelin, der Luftangriffe ermöglicht, oder ein Rennen zu einer Glocke, sorgen für Abwechslung. Ein wichtiger Aspekt ist die temporäre Kooperation. Spieler können sich zusammenschließen, um besonders starke Eindringlinge zu besiegen und Tugendpunkte zu teilen. Auch das Spielen in Duos ist möglich, wobei die beiden Teams mit den meisten Punkten im Finale aufeinandertreffen. Diese Freiheit, jederzeit die Allianzen zu wechseln, vom Einzelgänger zum Verbündeten zu werden, macht das Spiel unberechenbar und dynamisch.

Zwischen Genialität und Frustration

Diese Komplexität hat jedoch einen Preis. Die Freiheit der Spieler, jederzeit jeden anzugreifen, kann für diejenigen frustrierend sein, die lieber erkunden oder die Charakterentwicklung priorisieren. Die klassische FromSoftware-Härte bleibt erhalten: Man muss die Bewegungen, Fähigkeiten und Fallen der Gegner lernen, während sechs andere Spieler dasselbe tun. The Duskbloods ist zweifellos kein Spiel für Gelegenheitsspieler, die sofortigen Zugang suchen. Es erfordert eine Einarbeitungszeit, um die verschiedenen Systeme zu verstehen und zu meistern.

Ausblick und Potenzial

The Duskbloods ist schwer in eine Schublade zu stecken – und genau das macht seinen Reiz aus. FromSoftware hat die vertraute Soulslike-Basis genommen und mit extremer Vertikalität, Feuerwaffen, Charakterfähigkeiten, PvE- und PvP-Elementen, Co-op und einer progressionsbasierten Partiestruktur kombiniert. Das Ergebnis ist komplex, aber nicht chaotisch, sobald die Regeln einmal verstanden sind. Ob das Spiel über den Multiplayer hinaus eine narrative Tiefe bieten wird, bleibt abzuwarten. Der Hub Casa Noturnal wurde bereits erwähnt, konkrete Details zu Story-Inhalten fehlen jedoch noch. Sollte die Welt von The Duskbloods weiter ausgeschmückt werden, liegt hier enormes Potenzial. Für 30 US-Dollar (ca. 28 Euro) könnte das Spiel zu einem der kuriosesten und interessantesten Exklusivtitel für die Switch 2 werden. Es ist ein ambitioniertes, erfrischend anderes Experiment, das für Fans der Studio-DNA und für Liebhaber unkonventioneller Multiplayer-Erfahrungen eine der faszinierendsten Optionen der neuen Nintendo-Konsole darstellen könnte.

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