TMNT: Das Geheimnis der zwei geheimen Turtle-Brüder

Diese Woche erlebt eine der umstrittensten Inkarnationen der Teenage Mutant Ninja Turtles ein Comeback. Ein neues Buch von IDW Publishing enthüllt nie gesehene Konzepte und unbeendete Pläne von „Rise of the Teenage Mutant Ninja Turtles“, darunter die unheimliche Andeutung einer verbotenen Wahrheit: Die vier Brüder waren nicht allein. Ein neuer Artbook wirft Licht auf zwei weitere Mutanten-Schröpfköpfe, die in den Schatten blieben – ein älterer Bruder und eine von einer Spinnen-Yōkai aufgezogene Schwester. Ihre Geschichte, fast geheim gehalten, bietet einen faszinierenden Einblick in das unvollendete Potenzial dieser kontroversen, aber leidenschaftlich geliebten Serie.

Die kühne Neuinterpretation einer geteilten Fangemeinde

Die 2018 auf Nickelodeon uraufgeführte Serie „Rise of the Teenage Mutant Ninja Turtles“ unter der Leitung von Andy Suriano und Ant Ward wagte bewusst radikale Abweichungen vom Erbe. Während die 2012er-Vorgängerserie für ihre respektvolle Neuinterpretation gelobt wurde, stellte „Rise“ das Fundament auf den Kopf und spaltete damit die Fans. Zu den fundamentalsten Änderungen gehörte, dass nicht mehr Leonardo, sondern der größenbedingt dominantere Raphael als Anführer fungierte. Leonardo selbst wurde zu einer sarkastischen, komödiantlichen Figur umgeformt, deren Weg zum traditionellen Führungsrollen erst im abschließenden Netflix-Film vollendet werden konnte, nachdem die Serie früh eingestellt wurde.

Ein neuer Ursprung und der Yōkai-Antagonist Baron Draxum

Die Serie ersetzte auch den klassischen Erzfeind Shredder durch einen originellen Antagonisten: Baron Draxum, ein Yōkai-Alchimist, dessen Ziel es war, eine Armee von Mutanten zu erschaffen, um seine Rasse vor der Menschheit zu schützen. Dieser Plan führte direkt zur Entstehung der Turtles. In dieser Kontinuität war Meister Splinter ursprünglich der menschliche Actionfilmstar Lou Jitsu, der von Draxum entführt wurde. Draxum entnahm Jitsus DNA, um damit Baby-Schildkröten in einer gigantischen Mutationskammer zu mutieren – ein entscheidender Moment, der mehr verbarg, als zunächst zu sehen war.

Die sechs Pods: Das visuelle Geheimnis

In einer Schlüsselepisode der ersten Staffel wird die Mutationskammer in einer Rückblende gezeigt. Über der Silhouette von Lou Jitsu sind nicht vier, sondern sechs gelbe Pods befestigt, die die Schildkrötenembryos enthalten. Diese visuelle Andeutung blieb lange das einzige Rätsel, bis nun „The Art of Rise of the Teenage Mutant Ninja Turtles“ Klarheit schafft. Schöpfer Andy Suriano bestätigt im Buch ausdrücklich, dass sechs Baby-Schildkröten anwesend waren, aber nur vier von Splinter gerettet wurden. Er verrät: „Es gab tatsächlich einen noch ernsteren, ältesten Bruder da draußen, der die Familientynamik weiter aufgemischt hätte, besonders für Raph und Leo.“ Über diesen ernsten ältesten Bruder ist ansonsten nichts bekannt.

Big Mamas stumme Assistentin: Die verlorene Schwester

Etwas mehr lässt sich über die andere fehlende Mutante herausfinden, die mit einer der neuen Schurken der Serie verbunden ist: Big Mama, eine Yōkai-Spinnenkreatur und Besitzerin eines mystischen Hotels. In mehreren Episaten wird sie von einer stummen, maskierten Assistentin begleitet. Suriano erklärt im Artbook, dass die geplante Auflösung dieses Charakters enthüllt hätte, dass es sich um ein weiteres Schildkröten-Geschwisterteil handelt. „Wir hätten sehen können, Albion Online: Was das Radiant Wilds Update bietet“>was das Aufwachsen bei einer Spinnen-Mama mit einem Teenager-Mutanten macht, im Gegensatz zur Wärme Splinters“, so Suriano. Diese Figur blieb in der Serie und dem Film unentwickelt.

Der Cameo-Auftritt im 40th Anniversary Comic

Ein winziger, aber bedeutsamer Auftritt der Assistentin erfolgte 2024 in IDWs „Teenage Mutant Ninja Turtles 40th Anniversary Comics Celebration“. In einer Kurzgeschichte zur „Rise“-Kontinuität reist Leonardo durch die Zeit und landet für einen Moment in einem alternativen Zeitstrang. Dort ist Big Mamas Assistentin zu sehen, wie sie ihre Maske abnimmt und darunter das Gesicht einer weiblichen Mutanten-Schildkröte zum Vorschein kommt. Diese eine Comic-Panel ist die bislang einzige visuelle Bestätigung ihrer wahren Natur.

Keine Venus, keine Jennika: Eine originäre Schwester namens Frida?

Wer ist diese Schwester? Klar ist, wer sie nicht ist. Story Artist JJ Conway bestätigte online, dass die Figur als originärer Charakter geplant war und keine Adaption der bereits existierenden weiblichen Turtles Venus (aus „The Next Mutation“) oder Jennika (aus den IDW-Comics) darstellen sollte. Stattdessen deutete „Rise“-Autor Ron Corcillo 2023 in einem Tweet an, dass sie nach einer weiblichen Künstlerin benannt werden sollte, möglicherweise nach Frida Kahlo. Dieser Name wurde zwar nie offiziell bestätigt, wurde aber von der engagierten „Rise“-Fangemeinde enthusiastisch übernommen und hat bereits zu einer Fülle von Fan-Art inspiriert.

Die Zukunft der verlorenen Geschwister

Die Geschichte der beiden verlorenen Turtles-Geschwister bleibt somit ein faszinierendes Fragment eines größeren, nie erzählten Dramas. Doch das letzte Wort könnte noch nicht gesprochen sein. Auf Nachfragen nach einer möglichen Comic-Fortsetzung der „Rise“-Serie gab Andy Suriano 2024 zu verstehen, dass solche Pläne diskutiert werden und er die Fans aufforderte, IDW Publishing ihr Interesse zu signalisieren. Während die Serie selbst ein kurzes, aber intensives Erbe hinterließ, bewahrt das neue Artbook nicht nur ihre visuelle Pracht, sondern auch die Geheimnisse einer erweiterten Familie, die vielleicht eines Tages doch noch aus den Schatten treten und ihren Platz im unkonventionellen Kosmos von „Rise of the Teenage Mutant Ninja Turtles“ einnehmen könnte.

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